Es war ein­mal ein Som­merkonz­ert auf der Ter­rasse der wohnge­mein­schaft im Bel­gis­chen Vier­tel: Leute saßen draußen gemütlich bei einem Kölsch zusam­men und ver­sucht­en der Musik zu lauschen, aber die Lin­ie 1 machte ihnen im Fünf-Minuten-Takt einen Strich durch die Rech­nung. Da kamen Jens Ponke und Sören Rup­penthal von der wohnge­mein­schaft die Idee, Kopfhör­er an die Zuhör­er zu verteilen. Die Idee der „silent con­certs“ war somit geboren – und wird in diesem Jahr mit der zweit­en Auflage des At The B‑Sites Fes­ti­vals im Jugend­park gekrönt.

Kopfhörer am Ohr und das Herz am rechten Fleck

Seit fünf Jahren schon gibt es also vier „silent con­certs“ im Jahr, bei denen Inter­essierte ldiglich den auftre­tenden Kün­stler und das Datum gesagt bekom­men. Der Ort ist immer geheim, die Besuch­er erhal­ten an einem aus­gemacht­en Tre­ff­punkt eine Schatzkarte, die zur Bühne führt. „Man ist völ­lig isoliert und es fehlen einem die äußeren Ein­flüsse eines Konz­erts, aber dafür ist die Intim­ität mit dem Kün­stler unschlag­bar“, berichtet Jens, Betreiber der wohnge­mein­schaft. Vor zwei Jahren kam dann die Idee des Fes­ti­val­for­mats: Alles etwas größer, mehr Kün­stler, mehr Besuch­er – und trotz­dem wird weit­er­hin nie­mand gestört, der nicht am Fes­ti­val teil­nehmen möchte. 

Die Intim­ität mit dem Kün­stler ist unschlag­bar”

Jens Ponke

Tolle Künstler, geniales Rahmenprogramm und ein vegetarisches Gastro-Angebot

Was die Besuch­er in diesem Jahr beim At The B‑Sites Fes­ti­val erwartet? „Ganz tolle Kün­stler und ein geniales Rah­men­pro­gramm drumherum“, erzählt uns Sören, der damals als Azu­bi in der wohnge­mein­schaft ange­fan­gen hat. „Giant Rooks, Iso­la­tion Berlin oder Alice Phoebe Lou – wir haben ver­sucht, ein abwech­slungsre­ich­es und hochw­er­tiges Pro­gramm für das Fes­ti­val zusam­men zu stellen.“ Und auch das Rah­men­pro­gramm kann sich sehen lassen: Eine Bühne für jed­er­mann, der sich ein­mal kün­st­lerisch aus­pro­bieren möchte, ein At The B‑Sites Chor zum mitsin­gen und auch „Jam with a friend“ – ein musikalis­ches Tandem­pro­gramm mit Geflüchteten, das die inte­gra­tive Kraft von Musik in den Vorder­grund stellt. „Und zum ersten Mal ist unser gas­tronomis­ches Ange­bot kom­plett veg­e­tarisch“, ergänzt Jens. 

Pay what you can“ – Social Ticketing beim ATBS-Festival

Was noch sehr beson­ders am „silent fes­ti­val“ ist? „Wir haben uns für das ‚social tick­et­ing‘ entsch­ieden, damit nie­mand von vorn­here­in vom Geld­beu­tel vom Fes­ti­val aus­geschlossen wird“, erk­lärt uns Jens beim Inter­view. 15 Euro sind fest­ge­set­zt, das muss min­destens jed­er zahlen. Ganz nach dem Mot­to „mehr geht lei­der nicht“. Wer mehr zahlen kann, ist her­zlich dazu ein­ge­laden – damit auch alle Kosten für Loca­tion, Kün­stler und Rah­men­pro­gramm gedeckt wer­den. Der emp­foh­lene und faire Preis liegt bei 25 Euro. Wer sog­ar 40 Euro für seinen Ein­tritt zahlen möchte, wird noch mit einem ATBS-Beu­tel mit tollem Inhalt bestückt und mit ewigem Dank vom Team über­schüt­tet. 

Köln ist eine Stadt mit ein­er sehr hohen Iden­tität – ein Mix aus Mul­ti­kul­tur­al­ität, Offen­heit und starken Tra­di­tio­nen”

Jens Ponke

Auch Sören und Jens freuen sich schon riesig auf das „silent fes­ti­val“ am Sam­stag im Jugend­park. Bei­de sind große Musik- und Kul­turlieb­haber und set­zen sich – unter anderem mit ihren Konz­erten und Filmvor­führun­gen – dafür ein, dass die schöne Dom­stadt nicht noch mehr Raum für Kul­tur ver­liert und nicht noch mehr tolle Loca­tions in Köln platt gemacht wer­den. „Köln ist eine Stadt mit ein­er sehr hohen Iden­tität – ein Mix aus Mul­ti­kul­tur­al­ität, Offen­heit und starken Tra­di­tio­nen. Und trotz­dem geht es kul­turell lei­der nicht so voran, wie wir uns das wün­schen wür­den“, erzählt uns Jens. Und Sören ergänzt: „Und deswe­gen machen wir At The B‑Sites.“ 

Wer Lust hat, in einem beson­deren Rah­men tolle Kün­stler beim „silent fes­ti­val“ am Sam­stag zu erleben, kann ab 15 Uhr im Jugend­park vor­beis­chauen – immer dem Vogel­gezwitsch­er nach, etwas anderes wird man nicht hören.

AUF EINEN BLICK

Tick­ets für das Fes­ti­val gibt’s auf der Web­site von At the B Sites
oder in den lokalen Vorverkauf­sstellen die wohnge­mein­schaft, im Under­dog Record­store im Eigel­stein oder im Wel­tempfänger Hos­tel & Café.