Kölner Tattoo-Künstler: Pat De Capper von The Pigment Gallery auf seinem Stuhl

In der Okto­ber­eraus­gabe „Köl­ner Tat­too-Kün­stler: Pat De Cap­per“ stellen wir euch den Tat­too Kün­stler Pat De Cap­per vom Tat­toos­t­u­dio The Pig­ment Gallery vor. Der Ruhrge­bi­etler tätowiert seit neun Jahren. Sein Port­fo­lio beste­ht aus vie­len lin­eare Motiv­en, Fine­line, viele Black­work-Tat­toos und poly­ne­sis­che Kunst­werk. Was Köln für ihn ist? „Meine zweite Heimat nach dem Ruhrge­bi­et..“.

WE ARE COLORFUL

Dass Köln eine bunte Stadt ist, wis­sen mit Sicher­heit die meis­ten von euch. Dass sich hier aber auch einige sehr begabte, authen­tis­che und charis­ma­tis­che Tat­too-Kün­stler tum­meln, wollen wir euch mit der Rei­he — mit dem Namen WE ARE COLORFUL — zeigen. Wir, das sind David und Jaci. WE ARE COLORFUL stellt euch einige Tätowier­er und Tat­too-Stu­dios aus Köln vor, die uns mit ihrer Kun­st, ihrem außergewöhn­lichen Stil oder ihrem beson­deren Stu­dio begeis­tern – damit Köln noch bunter wird. Jaci schwingt den Stift für euch, David fotografiert ana­log.

KÖLNER TATTOO-KÜNSTLER: PAT DE CAPPER IST AUF UMWEGEN ZUM TÄTOWIEREN GEKOMMEN

A B O U T  M E: Über viele viele Umwege ist Patrick, der uns so offen mit seinem her­zlichen Gemüt empfängt, zum Tätowieren gekom­men. Im Ruhrge­bi­et aufgewach­sen, hat der heute 37jährige zunächst eine Aus­bil­dung zum Ver­anstal­tungskauf­mann absolviert. Es fol­gte eine Aus­bil­dung als Druck­er, Fach­abi in Medi­en­de­sign und ein abge­broch­enes Studi­um der Medi­en­tech­nik. Abge­wor­ben von ein­er Wer­beagen­tur in Düs­sel­dorf wollte er dort Grafikde­sign­er wer­den, lernte aber dann einen Tätowier­er ken­nen, der ihm dieses wun­der­volle Handw­erk ans Herz legte. „Aus Jucks und Dollerei bin ich dann nach Köln gegan­gen, hier hat­te ich viele Fre­unde. Düs­sel­dorf war mir ein­fach zu snob­by.“ Ganz klas­sisch fing Patrick an, auf Schweine­haut seine ersten Motive zu stechen – mit­tler­weile tätowiert der Mül­heimer jet­zt seit neun Jahren und hat in Köln sein Zuhause gefun­den.

DAS BESONDERE AN THE PIGMENT GALLERY VOM KÖLNER TATTOO-KÜNSTLER: PAT DE CAPPER

A B O U T  M Y S T U D I O: Wenn man lange Zeit für andere Kün­stler in „frem­den“ Stu­dios gear­beit­et hat, kommt irgend­wann für die meis­ten der logis­che Schritt eines eige­nen Tat­too-Stu­dios – so auch bei Pat. „Es war gar nicht geplant, aber in dem Moment hat sich ein­fach die Gele­gen­heit geboten und ich habe nach meinem Bauchge­fühl entsch­ieden.“ Seit März 2017 nen­nt Pat also The Pig­ment Gallery im Agnes-Vier­tel sein Eigen. Die Idee, ein 100 qm² Stu­dio zu eröff­nen und den Laden erst ein­mal alleine zu füllen und zum Laufen zu brin­gen, war für Pat anfangs eine große Her­aus­forderung. Doch wie es das Schick­sal so wollte, stand auf ein­mal Meh­di vor der Tür, den er schon aus der Tat­too-Szene kan­nte. „Mit­tler­weile sind wir ein Drei-Mann-Laden mit Azu­bine und wech­sel­nden Gast-Tätowier­ern und ver­suchen, alle Stile so gut es geht abzudeck­en“, erk­lärt uns Pat beim Inter­view. Das Beson­dere an The Pig­ment Gallery? „Das Stu­dio drückt aus, was ich bin.“ Ein­gerichtet in Pats per­sön­lichem Stil der 70er Jahre, mit vie­len selb­st gebaut­en Details und Einzel­heit­en, ist das Stu­dio sehr ein­ladend und nicht so „deep und met­al“ – denn jed­er Kunde soll sich hier wohl und willkom­men fühlen.

WAS IST PAT DE CAPPERS TATTOO STIL?

A B O U T  M Y S T Y L E: Da er schon früher im Grafikde­sign unter­wegs war, ist auch Pats Tat­too-Stil sehr grafisch ange­haucht. Man find­et in seinem Port­fo­lio viele lin­eare Motive, Fine­line, viele Black­work-Tat­toos, poly­ne­sis­che Kunst­werke und auch Tätowierun­gen nach der Kun­st von M.C. Esch­er. In der let­zten Zeit, durch Besuche von vie­len Blog­gern und Influ­encern in seinem Stu­dio, ist viel Fine­line-Work dazugekom­men: „Auch jedes noch so kleines Motiv ist würdig, jedes Tat­too hat seine Berech­ti­gung.“ Das Tätowieren ist für ihn nach wie vor ein Handw­erk – sein Stil ist durch viel Lin­ien­ar­beit geprägt: „Ich füh­le mich als Tat­too-Handw­erk­er, nicht als Tat­too-Kün­stler.“ Von der Pike auf hat Pat gel­ernt, wie die Mas­chine zusam­men- und wieder auseinan­derge­baut und gere­inigt wird und welche Spule er für welch­es Motiv ver­wen­den muss. Ihn reizen die Ursprünge und Tra­di­tio­nen, wie etwas funk­tion­iert und wo die Tat­too-Kun­st ihren Anfang find­et. 

LIEBLINGSMOTIVE DIE AUS DER SEELE SPRECHEN

L I E B L I N G S M O T I V: Lieblingsmo­tive sind für Pat die Motive, die einem aus der Seele sprechen. Ihm ist die per­sön­liche Geschichte hin­ter dem Motiv immer sehr wichtig – „Leute ver­ar­beit­en oft etwas mit einem Tat­too und ich kann ihnen mit meinem Handw­erk helfen, die Welt für sie ein Stück weit zu verän­dern.“ Seit Ewigkeit­en ist eins sein­er Lieblingsmo­tive eine abstrak­te Ver­sion von Mar­lene Diet­rich in ein­er Water­col­or-Grafik Ver­sion, gestochen für einen Fre­und. 

K Ö L N : Für Pat ist Köln auf jeden Fall eine Tat­too-Stadt – „Hier gibt es ja mehr als 50 Tat­too-Stu­dios in der Stadt.“ 

WAS KOMMT BEI KÖLNER TATTOO-KÜNSTLER: PAT DE CAPPER NIEMALS UNTER DIE NADEL?

I C H  M Ö C H T E  N I E M A L S S T E C H E N : Poli­tisch-ori­en­tierte Motive wer­den in der The Pig­ment Gallery auf keinen Fall gestochen. „Extrem rechts oder extrem links sind ein­fach extrem dumm.“ Punkt. 

I C H M Ö C H T E  U N B E D I N G T  S T E C H E N : Hier hat Pat kein bes­timmtes Motiv im Kopf. Er sagt, dass er sich momen­tan sehr gut beim Tätowieren ausleben kann. Wenn er sich aber doch etwas wün­schen würde, wären es mehr Kandin­sky-Motive. Oder Motive von Kun­den, die ihn ein­fach machen lassen. „Wenn man freie Hand beim Tätowieren hat, ist das das geil­ste.“ 

Die Kün­stler-Box

Ich heiße: Patrick „de Cap­per“ Cabras-Zer­lett.
Stil: Black­work, Fine­line, Grafikde­sign-Tat­toos.
Mein Stu­dio heißt: The Pig­ment Gallery.
Adresse: Weis­senburgstraße 32, 50670 Köln.
Ter­mine frei? Bis März 2019 bin ich aus­ge­bucht, aber das Book­ing ist weit­er­hin geöffnet.
Am besten kon­tak­tiert man mich über: info@thepigmentgallery.com oder über Social Media.
Eigene Tat­toos: Sie sind auf dem Weg, eins zu wer­den.
Köln ist für mich: Meine zweite Heimat nach dem Ruhrge­bi­et.
Was ihr unbe­d­ingt wis­sen müsst: Wir sind hier in unserem Stu­dio auch eine kleine Reparatur-Werk­statt. Wenn jemand mit seinem Motiv nicht zufrieden ist, es aus­bessern oder erweit­ern lassen möchte, ist er bei uns allen in besten Hän­den.
Meine Mes­sage für Köln: Die Men­schen soll­ten mehr Ver­ständ­nis füreinan­der haben – und auch mor­gens an der Kasse im Super­markt ein­fach mal ein biss­chen fre­undlich­er zueinan­der sein.

AUF EINEN BLICK

The Pig­ment Gallery, Weis­senburgstraße 32, 50670 Köln


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