Publikum im Tanzbrunnen

Der VRS hat zum Fest geladen. Anlässlich des 30. Geburt­stags des Verkehrsver­bunds-Rhein-Sieg kamen am 2.9.2017 die deutsche Singer-Song­writer-Liga im Tanzbrun­nen zusam­men. Die smarten und sym­pa­this­chen deutschen Poet­en Clue­so, Bosse, Joris, Lot und Helden­vier­tel ver­sam­melten sich, um mit ihren Liedern das Unternehmen zu feiern, welch­es poten­tielle 3,3 Mil­lio­nen Fahrwillige auf ein­er Fläche von 5.111 km² trans­portiert. Die Zahl der Fahrten steigt stetig und verbindet A wie Altenkirchen mit Z wie Zülpich. Waren es in 2000 ganze 400 Mil­lio­nen Fahrgäste, so sind es in 2012 schon sat­te 515 Mil­lio­nen. Der öffentliche Verkehr gewin­nt an Zuwachs. Gut für die Umwelt!

*Dieser Beitrag ent­stand in fre­undlich­er Koop­er­a­tion mit dem Verkehrs­bund Rhein-Sieg

Viele bekannte Musiker beim VRS Festival

Gefeiert wird im Tanzbrun­nen, ein­er der beson­deren Loca­tions von Köln — mit Blick auf den Dom. Die Bon­ner Kom­bo namens Helden­vier­tel spielt den Auf­takt und die Sonne schiebt sich vor die dro­hen­den Wolken. Julian, der Schlagzeuger der Band, sagt mit strahlen­dem Gesicht, dass es eine Ehre sei in diesem Line-Up zu spie­len. Das ganze Jahr hat­te er sich schon auf diesen Tag gefreut. Der Applaus füh­le sich ver­dammt gut an heute. Die Zusam­men­stel­lung des VRS Fes­ti­vals ist wahrhaftig gelun­gen.

Nach Helden­vier­tel übern­immt Joris die Bühne und ver­wan­delt den Tanzbrun­nen in eine mit Liebe glasierte Masse: „Guckt mal nach rechts und links und nehmt euch in den Arm!“ Gesagt — getan. Köln macht die Augen zu und tanzt. Es ist wie eine heilige Messe. Joris predigt Liebe. Hin­ter dem Dom geht die Sonne unter. Der Sänger ist gut drauf, macht sich öffentlich frei und gibt aus Spaß an der Freud dem „sexy moth­er­fuck­er“ von Bassis­ten einen Kuss – auf den Mund. „Kön­nt ihr euch bewe­gen wie die Welt­meis­ter? Holt die Hip Hop Hände raus!“ Die vor Freude strahlen­den Men­schen im Tanzbrun­nen leis­ten Folge und tanzen. Ein Hap­py-Fes­ti­val-Jeföhl entste­ht. Doch Joris nutzt die Gele­gen­heit auch, um bei all der Liebe die ern­sten Aspek­te unseres heuti­gen All­t­ags anzus­prechen: Ter­ror. „Das ken­nt ihr Köl­ner nicht“, sagt Joris Ramon Buch­holz, den man von seinem Song „Herz über Kopf“ ken­nt. Er war dabei, als der Anschlag in Ans­bach bei einem Fes­ti­val verübt wurde. Doch er prokalmiert: „Wir lassen uns das gottver­dammte Feiern nicht ver­bi­eten!“. Das hat gesessen. Jubel und Euphorie. Joris predigt, dass am Mon­tag alle frei haben und auch, dass das Bier ab jet­zt umson­st ist. Das fühlt sich gut an und wird ein­stim­mig angenom­men. Aus den Besuch­ern wird eine Art Fes­ti­val-Gemein­schaft. Was im Tanzbrun­nen passiert bleibt im Tanzbrun­nen.

Aufruf zur Empathie

Pos­i­tiv fällt ins Auge, dass die meis­ten Kün­stler ihre Bekan­ntheit nutzen, um auf soziale Missstände aufmerk­sam zu machen. Die Wasserini­tia­tive Viva con Agua sam­melt fleißig Pfand. Als näch­stes spielt die Band Bosse, der Sänger Axel erzählt vom ersten Trinkbrun­nen, der durch Spenden in Afri­ka gebaut wurde. Uns geht es so gut – das teilen wir. Empathis­che Musik für empathis­che Men­schen. Aber Axel Bosse bezieht auch klar Stel­lung gegen die, die denken dass sie geil­er sind als andere. Eine aus­drucksstarke Posi­tion, die ihm wahnsin­nig ste­ht. Nazis zeigte er 2016 beim Echo char­mant und mutig den Fin­ger. Er singt und tanzt sich die Seele aus dem Leib. Echter geht es nicht.

Der gesamte Tag ist geprägt von ein­er ansteck­enden Stim­mung des „Zusam­men dankbar Men­sch Seins“ und des Teilens. So tanzen auch Andrea und Janine von „Wir kön­nen Helden sein e.V.“ fröh­lich durch die Gegend und über­re­ichen den Secu­ri­ties ein Geschenk für Clue­so. Sie sind Teil ein­er Com­mu­ni­ty, die sich für die Wun­scher­fül­lung junger Erwach­sen­er, die an Krebs lei­den ein­set­zt. Tolle Sache, eben­so wie Boss­es Aktion, zurück­ge­lassene Zelte auf Fes­ti­vals an Obdachlose zu verteilen. Klingt logisch, aber muss erst­mal wieder ein­er drauf kom­men und es machen. Wir sind es, die han­deln und mit­denken müssen. Das ist der Vibes des Tages, serviert in einem knus­pri­gen musikalis­chen Man­tel zwis­chen Cur­ry­wurst-Pommes, veg­a­nen Snacks und Crêpes.

Noch während Bosse von Istan­bul singt fliegen Zugvögel in einem Dreieck gen Süden und lassen die Tanzen­den diesen son­ni­gen Spät­som­mer-Abend noch mehr schätzen. Ich bekomme Gänse­haut unter mein­er Led­er­jacke. Clue­so fasst alles zusam­men: Love the peo­ple. LOVE the PEOPLE.

Die bunt gemis­chte Menge stimmt tanzend zu und freut sich darüber, dass der VRS seinen Geburt­stag so stim­mig umge­set­zt hat. Auch Karin ist hap­py, die diesem Tag ihrer Fre­undin als Geburt­stags­geschenk gemacht hat. Glück­wun­sch – an alle!

AUF EINEN BLICK

Verkehrs­bund Rhein-Sieg
Tanzbrun­nen Köln
Viva con Agua
Wir kön­nen Helden sein e.V.