Zwei Personen mitten in einem Urban Gardening Garten

Urban Gardening Guide

Es grünt, es blüht, es duftet, es summt und sur­rt, ver­führt und betört. Der Som­mer in Köln ist da, das Grün explodiert und bere­ichert unseren Stad­tall­t­ag mit üppi­gen Baumkro­nen, blühen­den Wild­blu­men­wiesen und zahlre­ichen, liebevoll gestal­teten Balkonidyllen. 
Um euch die Fülle an Urban Gar­den­ing Möglichkeit­en in Köln vorzustellen, haben wir eine Auswahl an zen­tral gele­ge­nen Garten­pro­jek­ten für Euch zusam­mengestellt.

Urban Gardening Guide für Köln

Es grünt, es blüht, es duftet, es summt und sur­rt, ver­führt und betört. Der Som­mer in Köln ist da, das Grün explodiert und bere­ichert unseren Stad­tall­t­ag mit üppi­gen Baumkro­nen, blühen­den Wild­blu­men­wiesen und zahlre­ichen, liebevoll gestal­teten Balkonidyllen. Mit der war­men Jahreszeit kommt bei vie­len nicht nur die gute Laune, son­dern auch die Lust am Gärt­nern zurück – glück­lich kön­nen sich hier diejeni­gen schätzen, die auf dem eige­nen Balkon, der Dachter­rasse oder sog­ar im eige­nen Garten ihren grü­nen Dau­men ausleben kön­nen und sich somit ihre eigene kleine urbane Oase schaf­fen. Für alle anderen gibt es jedoch die Möglichkeit, sich in einem der zahlre­ichen Köl­ner Gemein­schafts­gärten zu engagieren und so dieser Lei­den­schaft nachzuge­hen.

OH, WIE GRÜN IST COLONIA!

Um euch die Fülle an Urban Gar­den­ing Möglichkeit­en in Köln vorzustellen, haben wir nun hier eine feine Auswahl an zen­tral gele­ge­nen Garten­pro­jek­ten für euch zusam­mengestellt. Denn das grüne Glück liegt so nah! Egal, ob als aktives Mit­glied mit eigen­em Hochbeet oder ein­fach nur als Gast, der sich unter einen Apfel­baum set­zt, die Bienen beobachtet und die Gedanken schweifen lässt – fol­gende Gärten sind defin­i­tiv einen Besuch wert:

Kölner Neuland
Koblenzer Str. 73, 50968 Köln

Zwis­chen Koblenz­er und Alte­burg­er Straße gele­gen, befind­et sich in Köln Bayen­thal das wun­der­schöne “Neu­Land”, ein­er der größten Gemein­schafts­gärten Kölns. 2011 grün­dete sich hier der Vere­in Köl­ner Neu­Land, um aus diesem brach­liegen­den Stück Land einen Ort für Umwelt- und Naturschutz sowie bürg­er­schaftlich­es Engage­ment zu entwick­eln. Dies scheint defin­i­tiv gelun­gen zu sein, denn bei unserem Besuch find­et ger­ade ein gemein­schaftlich­er Kochabend mit Geflüchteten statt und wir blick­en nei­disch auf die gedeck­te Tafel. Ein älter­er Herr schraubt an einem Fahrrad. Die Sonne ste­ht tief und tunkt die sum­menden Wild­blu­men­beete sowie Pfir­sich- und Apfel­bäume in warmes, mediter­ranes Licht. Sind wir hier über­haupt in Köln? Weit­er oben auf einem kleinen Hügel ent­deck­en wir zahlre­iche Bienenkisten, die fleißig befüllt wer­den und prächtige Kür­bisse. Außer­dem hat man von hier aus den per­fek­ten Blick auf diese beson­dere Stadt-Natur-Kulisse und das Meer an Hochbeeten, welche momen­tan vor reifem Gemüse – Salat, Man­gold, Tomat­en, Zuc­chi­nis – nur so strotzen. Diese Hochbeete sind alle entwed­er als Indi­vid­ual- oder als All­mende-Beet gekennze­ich­net. Denn im “Neu­Land” ist jed­er Pächter eines Indi­vid­u­al­beetes dazu ange­hal­ten, sich eben­falls um ein All­mende­beet zu küm­mern, das heißt ein Beet, das als Gemein­degut allen zur Ver­fü­gung ste­ht und somit den sol­i­darischen Gedanken des Gartens unter­stre­icht.

Unser Tipp: Kommt doch mal son­ntags ab 15 Uhr zum Garten-Café vor­bei und genießt diese Oase!

Öff­nungszeit­en:
Don­ner­stag von 16 Uhr bis 20 Uhr
Fre­itag von 16 Uhr bis 20 Uhr
Sam­stag von 11 Uhr bis 20 Uhr
Son­ntag von 15 Uhr bis 20 Uhr
jeden Don­ner­stag find­et ab 17 Uhr die Verteilung der Mark­tschwärmerei statt

Carlsgarten
Schanzenstraße 6–20, 51063 Köln

Dem “CARLs­GARTEN” begeg­nen viele das erste Mal bei einem Besuch des Schaus­piel Köln auf dem Carl­swerk-Gelände. Die recht­srheinis­che Spiel­stätte verza­ubert mit ihrem Indus­triecharme auch den davor­liegen­den Garten und lädt dazu ein, vor oder nach der Vorstel­lung hier mit einem Gläschen Wein zu ver­weilen. Vor fünf Jahren ist auf dem ehe­ma­li­gen Indus­trieare­al diese grüne Insel ent­standen und zu einem Ort der Begeg­nung gewach­sen. Hier tre­f­fen The­ater­schaf­fende mit Theatergänger*innen, links- und recht­srheinis­che Kölner*innen mit Nach­barn aus der Keup­straße sowie unter­schiedlich­ste Gen­er­a­tio­nen zusam­men. Frei nach dem Mot­to „Wer hil­ft, darf ern­ten!“ ste­ht dieser Garten allen, die Lust auf Garte­nar­beit haben, offen und zeigt einem bei jedem Besuch auf, wie wertvoll es ist, die Natur in der Stadt wieder sicht­bar und sinnlich greif­bar zu machen. Der “CARLs­GARTEN” ist ein Tre­ff­punkt zum gemein­samen Säen, Jäten und Ern­ten – oder ein­fach ein Ort, um seinen Gedanken nachzuhän­gen und sich auszu­tauschen: über das let­zte The­ater­stück oder darüber, wann es Zeit wird, den Kohlra­bi zu ern­ten.

Unser Tipp: Immer mon­tags von 14 bis 17 Uhr find­et die Garten­sprech­stunde mit Alwin statt. Ihr kön­nt euch den Garten zeigen lassen und erfahrt, wie ihr mit­machen kön­nt. Es gibt auch einen Piz­z­aback­ofen!

Öff­nungszeit­en:
Immer öffentlich zugänglich
Mon­tag von 14 bis 17 Uhr: Garten­sprech­stunde
Don­ner­stag von 14 bis 17 Uhr: Gärt­nern unter Anleitung

Nippessippi
Escher Straße, 50733 Köln

Ein etwas anderes Garten­pro­jekt, das man nicht den klas­sis­chen Gemein­schafts­gärten zuord­nen kann, aber voller Lei­den­schaft steckt, ist der “Nippes­sip­pi-Schre­ber­garten” an der Esch­er Straße in Nippes. Dieser Garten wird seit fast 10 Jahren von den 5 Fre­un­den Arne, Oli, Ana, Pierre und Nicole im Sinne der Per­makul­tur und ohne jegliche Pes­tizide bewirtschaftet. Arne, den wir im Garten tre­f­fen, erzählt uns, dass er es leid war, sich über gespritztes Gemüse oder die Sorte­n­ar­mut im Super­markt zu beschw­eren, und stattdessen beschloss, die Dinge selb­st in die Hand zu nehmen und nicht nur darüber zu reden. Seit­dem wach­sen in “Nippes­sip­pi” pro Jahr min­destens 15 ver­schiedene Tomaten­sorten. Stachel­beeren und Johan­nis­beeren wur­den bere­its geern­tet, momen­tan haben Man­gold, Salat, Kräuter, Zuc­chi­ni und die rote Melde Hoch­sai­son, Wein und Brombeeren warten noch auf die nötige Reife. Begeis­tert wan­dern wir durch diesen üppi­gen Garten und staunen über unser Unwis­sen. Die vio­lette Farbe der Magen­taspreen-Blät­ter wurde damals z. B. als Rouge benutzt, die blauen Blüten des Bor­retsches kann man essen, Tomat­en müssen „aus­gegeizt“ wer­den, um eine gute Frucht­folge zu haben. Das A und O eines erfol­gre­ichen Per­makul­tur-Gartens sei die effek­tive Bewirtschaf­tung des Bodens, so Arne. Daher ist es wichtig, darüber nachzu­denken, welche Pflanzen nebeneinan­der ste­hen, da sie sich unter Umstän­den wichtige Nährstoffe und Energie klauen. Darüber hin­aus wer­den nach dem Som­mer, wenn das Win­tergemüse an der Rei­he ist, Mist, Urgesteins­mehl, Kom­post, Horn­späne und Urin untergear­beit­et. Schnell merkt man: Arne ist Per­makul­tur-Experte, großer Fan von Diver­sität und Vogel­lieb­haber. „Die einen Pflanzen bedin­gen die anderen. Jed­er soll etwas von diesem Garten haben. Diese Johan­nis­beeren hier werde ich nicht ern­ten, die lassen wir mal den Vögelchen.“ Die Ernte, die immer wieder anfällt, wird natür­lich unter allen Betreiber*innen aufgeteilt, zu großen Teilen aber auch von Koch Oli in der Küche des “Club­heim Olympia” ver­w­ertet, ein schön­er ver­steck­ter Bier­garten mit­ten im Gleis­dreieck – hier bekommt ihr her­vor­ra­gen­des Essen und beste Drinks gepaart mit der hohen Wahrschein­lichkeit, auf ein Tomätchen oder eine Bor­retsch-Blüte aus Nippes­sip­pi zu beißen.

Unser Tipp: Wer sich für den Per­makul­tur-Gedanken inter­essiert, sollte sich ein­mal den Agrar-Rebellen Sepp Holz­er zu Gemüte führen – Arnes Lek­türe.

Öff­nungszeit­en:
Auf Anfrage

Campusgarten
Gyrhofstraße 19, 50931 Köln

Ver­steckt hin­ter dem Park­platz an der Gyrhof­s­traße und umringt von mod­er­nen Uni­ver­sitäts­ge­bäu­den find­et ihr in Köln Wey­er­tal den kleinen “Cam­pus­Garten”, eine Idylle, die dazu ein­lädt, seine Lek­türe hier­hin zu ver­legen oder sich der Pflanzenkunde hinzugeben. 2013 wurde dieser Gemein­schafts­garten durch den Cam­pus­Garten-Arbeit­skreis real­isiert und ori­en­tiert sich an anderen Urban-Gar­den­ing-Pro­jek­ten, die durch die Bepflanzung von Kisten und Säck­en nach dem eventuellen Aus­laufen des Nutzungsver­trages einen prob­lem­losen Umzug des Gartens ermöglichen. Der “Cam­pus­Garten” ist da für „Gemüse­fans und Buddelmeister*innen“, für „Leute mit Lust auf Verän­derung, Entspan­nung, Anpack­en, Aus­gle­ich, Freiraum, Koop­er­a­tion, Schlem­men, Lager­feuer, Exper­i­mente, Frischluft, Selb­stor­gan­i­sa­tion, Bio-Basics und (Klima-)bewusstes Leben.“ Darüber hin­aus stützt sich dieser Garten auf die drei Säulen: Ernährung, Bil­dung und Inter­ak­tion. Er möchte den Bewohn­ern ein­er Großs­tadt die Möglichkeit bieten, sich durch das selb­ständi­ge Anbauen von Obst und Gemüse ökol­o­gisch und nach­haltig zu ernähren. Im Ver­gle­ich zum the­o­retis­chen Uni-All­t­ag kann hier hand­lung­sori­en­tiert gel­ernt und das eigene Gärt­ner-Wis­sen in Work­shops erweit­ert wer­den. Nicht nur für Studierende, son­dern auch für die angren­zen­den Kitas und andere lokale Ini­tia­tiv­en ist der Garten ein bere­ich­ern­der Ort der Begeg­nung und des Aus­tausches. Den Honig der fleißi­gen Bienen, die wir bei unserem Besuch sofort ent­deckt haben, kon­nte man let­ztes Jahr sog­ar im AStA-Laden kaufen.

Unser Tipp: Ein­mal auf der großen Hol­zleit­er hoch in die Baumkro­ne klet­tern, sich auf einen dick­en Ast set­zen und wie Pip­pi Langstrumpf fühlen! Lust auf Gießen? Es wer­den Inter­essierte gesucht, die wöchentlich eine Gießschicht übernehmen.

Öff­nungszeit­en:
Immer öffentlich zugänglich, das Gar­ten­tor ist offen.

Pflanzstelle Kalk
Neuerburgstraße, 51005 Köln

Ähn­lich ver­wildert wie das Are­al der Hallen Kalk befind­et sich in dem Grün­streifen an der Neuer­burgstraße die von brach­liegen­den Indus­triehallen umzäunte “Pflanzstelle”. In dieser beson­deren Atmo­sphäre tre­f­fen wir, ver­steckt hin­ter üppi­gen Flieder­büschen und anderem Dic­kicht, auf eine Gruppe unter­schiedlich­ster Men­schen, die auf dem zen­tralen Platz im Garten bei selb­st­gekochtem Cur­ry und Bierchen gemütlich zusam­men­sitzen. Es ist das regelmäßig stat­tfind­ende Tre­f­fen der „Küche für alle“. Aus der Garten­ernte und gerettetem Gemüse kocht das KüfA-Team gemein­sam mit ein­er Gruppe aus dem Inte­gra­tionshaus Kalk alle zwei Wochen ein veg­anes Gericht, zu dem dann ab 19 Uhr alle Besucher*innen des Gartens auf Spenden­ba­sis ein­ge­laden sind. Diese und andere Events weisen darauf hin, dass sich die “Pflanzstelle” nicht nur als Nutz­garten, son­dern vielmehr als sozialer und poli­tis­ch­er Raum ver­ste­ht. In Anlehnung an den Entwick­lungs­plan zur Umstruk­turierung der Hallen Kalk und deren Poten­tial für den Stadt­teil, find­en im Garten regelmäßig Work­shops und Gespräche zu ver­schiede­nen soziokul­turellen The­men – immer aus ein­er ökol­o­gis­chen und linkspoli­tis­chen Per­spek­tive – statt. Ganz egal, ob du eine Runde Yoga anleit­en, dich mit Fre­un­den in der Pflanzbar tre­f­fen, mit anpack­en oder ein­fach nur ver­weilen möcht­est – die Pflanzstelle heißt jeden her­zlichen willkom­men und fördert neben dem Aus­tausch von Kalker*innen und Nicht-Kalker*innen die Ver­net­zung unter­schiedlich­er Inter­essens­grup­pen. Auf dem Blog unter Ter­mine find­est du immer ein regelmäßiges Update aller Tre­f­fen und Ver­anstal­tun­gen. Defin­i­tiv vor­beikom­men in diesem Refugium mit Kalk­er Charme!

Unser Tipp: Die diesjährige Sai­son in der Pflanzstelle ent­pup­pt sich als absolutes Tomaten­jahr. Es wird also bald viel Tomaten­salat, Tomaten­soße und Tomaten­brote in der KüfA zu essen geben!

Öff­nungszeit­en:
Mittwoch von 17 bis 19 Uhr: Gartenöff­nungszeit
Fre­itag (unger­ade Woche) ab 17 Uhr: Küche für Alle
Fre­itag (ger­ade Woche): Pflanzbar
Sam­stag von 15 bis 18 Uhr: Gartenöff­nungszeit

AUF EINEN BLICK

Weit­ere tolle Gemein­schafts­gärten, Schul­gärten und Ideen für die sol­i­darische Land­wirtschaft:

Hin­ter­lasst gerne einen Kom­men­tar wenn ihr weit­ere Ideen für sol­i­darische Land­wirtschaft habt. Wir freuen uns drauf!