Ben Tausend auf Stuhl

In der ersten Aus­gabe „Köl­ner Tat­too-Kün­stler: Ben Tausend“ stellen wir euch den Hand­poke-Kün­stler Ben Tausend vom Tat­toos­t­u­dio Am I Tat­too vor. Der gel­ernte Grafik­er designt und sticht Tat­toos. Aber seit einiger Zeit nicht mehr an der Mas­chine – „Das war mir zu stres­sig und zu laut. Ich mag die med­i­ta­tive und rit­uelle Arbeit.“ Mehr über Ben und seinen Stil erfahrt ihr im Artikel.

WE ARE COLORFUL

Dass Köln eine bunte Stadt ist, wis­sen mit Sicher­heit die meis­ten von euch. Dass sich hier aber auch einige sehr begabte, authen­tis­che und charis­ma­tis­che Tat­too-Kün­stler tum­meln, wollen wir euch mit der Rei­he — mit dem Namen WE ARE COLORFUL — zeigen. Wir, das sind David und Jaci. WE ARE COLORFUL stellt euch einige Tätowier­er und Tat­too-Stu­dios aus Köln vor, die uns mit ihrer Kun­st, ihrem außergewöhn­lichen Stil oder ihrem beson­deren Stu­dio begeis­tern – damit Köln noch bunter wird. Jaci schwingt den Stift für euch, David fotografiert ana­log.

BEN TAUSEND MAG DIE RITUELLE UND MEDITATIVE TATTOO ARBEIT

A B O U T  M E : Unglaublich her­zlich wer­den wir von Ben Tausend begrüßt – direkt zaubert er uns mit sein­er offe­nen und ein­laden­den Art ein Lächeln ins Gesicht. Ein sehr charis­ma­tis­ch­er junger Mann, dem man seine Liebe für Kun­st und Tat­toos direkt ansieht. Sein erstes Tat­too hat er sich mit 18 stechen lassen. Damals war er viel in der Graf­fi­ti Szene in Darm­stadt unter­wegs und ließ sich von Sturm und Drang in dieser Kun­st inspiri­eren und treiben. Die Affinität zur Kun­st weit­ete sich aus, als Ben 2007 zum Studi­um nach Berlin zog und sich dort dem Grafik-Design wid­mete. Bis vor kurzem arbeit­ete er noch Teilzeit als Art Direc­tor in ein­er Köl­ner Wer­beagen­tur, mit­tler­weile designt und sticht er haupt­beru­flich Tat­toos. Und das auf eine beson­dere Art und Weise: mit der Hand­poke Tech­nik. Ben ist es wichtig, dass das Tätowieren ein Handw­erk bleibt – und er liebt die med­i­ta­tive und rit­uelle Arbeit. „Sich ein handgestoch­enes Tat­too machen zu lassen, sollte eine grund­sät­zliche und bewusste Entschei­dung sein. Es ist und bleibt etwas spezielles“, ver­rät uns Ben.

ENTSPANNTE TATTOO SITUATION IN SEINER WOHNUNG IN KÖLN

A B O U T  M Y S T U D I O : Bis vor kurzem war Bens Woh­nung auch sein Stu­dio – auch hier hat man direkt die kün­st­lerische Ader erkan­nt: geometrische For­men, Postkarten, große Bilder. Alles schien zusam­men zu passen und seinen bes­timmten Platz zu haben. So, als würde die Woh­nung ein einziges großes Kunst­werk sein. Seit ger­aumer Zeit aber tätowiert er bei Am I Tat­too im Bel­gis­chen Vier­tel. Hier hat er Gesellschaft, kann sich mit anderen Tat­too-Kün­stlern aus­tauschen und sich gegen­seit­ig inspiri­eren: „Was mir bei Am I Tat­too  gefällt ist die Art der Atmo­sphäre, die eben nicht das Klis­chee eines Tat­toos­t­u­dios erfüllt. Es hat was von einem Wohnz­im­mer – die Kol­le­gen sind super und der pro­fes­sionelle Aus­tausch hat mich tech­nisch defin­i­tiv in den let­zten Monat­en nochmal um einiges nach vorne gebracht.“ Das tolle Team von Am I Tat­too hat ihn liebevoll aufgenom­men und Ben fühlt sich wohl in der Stu­dio-Umge­bung. Hier übt er jet­zt auch ab und zu wieder fleißig an der Mas­chine und pro­biert Neues aus.

BEN TAUSEND STICHT GEOMETRISCH-MINIMALISTISCHE TATTOOS

A B O U T  M Y S T Y L E : Wenn man sich den Insta­gram Account von ben_tausend anschaut, erken­nt man viele geometrisch-min­i­mal­is­tis­che Motive. Klare Lin­ien, For­men und Dot­work-Übergänge dominieren das Look­book. Nur Black­work, keine Far­ben. Er hat in den let­zten Jahren viel aus­pro­biert, bis er dort gelandet ist, wo er heute ist und was er heute sticht. Er liebt das Design, das von Reduk­tion lebt, die Aufgeräumtheit und die Klarheit von Motiv­en. Ganz deut­lich zu erken­nen: Die Liebe zu Kun­st und Design. 

L I E B L I N G S M O T I V : Das gibt es – ein ganz klares J A von Ben an dieser Stelle. Ein sehr guter Kumpel von ihm und Tech­house DJ aus Brasilien trägt auf der Haut, natür­lich von Ben mit sein­er Hand Poke Nadel gestochen, einen Kör­p­er in Raut­en­form. Darauf geset­zt einen Kopf mit Hut, inspiri­ert von den Kün­stlern René Magritte und Mau­rits Cor­nelis Esch­er. Neun Stun­den lang hat er dieses Kunst­werk seinem Fre­und in die Haut gestochen. Mit unzäh­li­gen Schat­tierun­gen verse­hen zeigt Ben es heute noch als lieb­stes Ref­eren­z­tat­too vor. 

FÜR BEN TAUSEND IST KÖLN KEINE TATTOOSTADT

K Ö L N : Ob Köln für ihn eine Tat­too-Stadt ist? „Nein, auf keinen Fall – aber eine bunte Stadt.“ 

I C H  M Ö C H T E  N I E M A L S  S T E C H E N : Diesen ganzen kitschi­gen Kram, den mag Ben nicht. Feen, Elfen, Schnörkel und verzierte Schriften kom­men aus sein­er Nadel nie­man­dem unter die Haut. Und auch keine religiösen Motive, NS-Zeichen oder recht­sradikale Schriftzüge. Niemals. 

I C H M Ö C H T E  U N B E D I N G T  S T E C H E N : Bildlich hat er hier kein Motiv im Kopf, das er gerne jeman­dem auf die Haut zaubern würde. Doch was er sich wün­schen würde, wäre ein kom­plettes Sleeve mit Hand­poke zu stechen. So dass nach ewig langer Stechzeit einen Men­schen ein wahnsin­niges Kunst­werk ziert, das ohne Elek­triz­ität gestochen wurde. Natür­lich von Hand – denn für ben_tausend ist Tätowieren immer noch ein tra­di­tionelles Handw­erk. Und das soll es auch immer bleiben. 

Die Kün­stler-Box

Ich heiße: Ben Tausend.
Stil: Hand­poke mit geometrisch-min­i­mal­is­tis­chen Motiv­en. Nur Black­work, keine Far­ben.
Mein Stu­dio heißt: Am I Tat­too.
Adresse:  Jülich­er Str. 10, 50674 Köln.
Ter­mine frei? Auf jeden Fall – zur Mitte des Monats wird die Ter­min­ver­gabe für den näch­sten Monat geöffnet.
Am besten kon­tak­tiert man mich über: insta­gram – ben_tausend.
Eigene Tat­toos: Vor dem Arm-Sleeve 16, jet­zt 12.
Köln ist für mich: aufgeschlossen.
Was ihr unbe­d­ingt wis­sen müsst: „Meine Hand­poke Tech­nik tut – ent­ge­gen der gängi­gen Mei­n­un­gen – wirk­lich nicht weh. Hand­poke bein­hal­tet allerid­ngs schmerzhafte Tech­niken, welche ich weitest­ge­hend ver­mei­de.“
Meine Mes­sage für Köln: „Werde nicht wie andere Städte – ich mag Köln so, wie es ist. „Liebe deine Stadt“ passt ein­fach hier­her. In Berlin lieben die Men­schen ihre Stadt kaputt, aber hier gibt es eine pure und ehrliche Liebe.“

AUF EINEN BLICK

Insta­gram — Ben Tausend
Am I Tat­too, Jülich­er Str. 10, 50674 Köln


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