Die IMI Winery in der Körnerstraße

Die IMI Win­ery ist ein Hofladen, in dem ihr elf erstk­las­sige Weine aus der Pfalz bekommt. Dort ist näm­lich das Weingut der Besitzer. Wir trafen Betrieb­swirt Kai und sprachen mit ihm über Lieblingsmo­mente zum Wein trinken und Schor­le­m­an­ag­er.

20 Liter Wein pro Jahr trinkt der Durch­schnitts­deutsche. Das sind umgerech­net zwei Gläs­er pro Woche. Gar nicht mal so viel eigentlich. 2018 luden die Wein­botschafter vom deutschen Weinin­sti­tut zusamen mit deutschen Vinotheken dazu ein, deutschen Wein am Tag des offe­nen Weins, ken­nen­zuler­nen. Denn immer­hin haben wir 13 Anbauge­bi­ete und 140 Reb­sorten in good old Ger­many.

Wir haben einen vinophilen Spazier­gang nach Ehren­feld in die Körn­er­straße gemacht. Hier haben wir uns mit Kai Som­mer von der IMI Win­ery zu tre­f­fen. Bei ein paar Gläschen Wein erzählt uns der 29-Jährige Betrieb­swirt, was ihn und seine Geschäftspart­ner Sven­ja und Jonathan Hol­lerith dazu ver­an­lasste, ein Weingut in der Pfalz zu betreuen, aber den Hofladen in Köln zu öff­nen.

Kai Sommer von der IMI Winery

WOHER DER NAME IMI WINERY KOMMT? NA VOM IMI!

Ken­nen­gel­ernt haben sie sich 2010. Jonathans Vater Imi besaß zu der Zeit ein Weingut in der Pfalz. Imi heißt eigentlich Joachim. Als er klein war, kon­nte er seinen Namen nicht richtig aussprechen. Aus Joachim wurde Imi und dieser Name blieb bis zu seinem Tod. „Das Weingut war ein Rent­ner­pro­jekt für Imi“, erk­lärt Kai. Jahrzehn­te­lang hat­te der Fly­ing Wine­mak­er weltweit Weingüter betreut. Zulet­zt besaß er drei Hek­tar, um diese aus Winz­er­freuden zu bear­beit­en. Zusam­men mit seinem Sohn baute er nach und nach das Weingut auf. Damit die bei­den möglichst viele ver­schiedene Weine machen kon­nte, baut­en sie viele Reb­sorten auf wenig Fläche an und stell­ten zügig auf biol­o­gis­chen Anbau um: „Ein­fach, weil es den Wein auf lange Sicht bess­er macht“, sagt Kai. Kai halt, wann immer es zeitlich passte. Fragt man ihn, wie er ans Wein­trinken gekom­men ist, lacht er und sagt „Ich bin in der Pfalz aufgewach­sen, da kommt man schnell ans Wein­trinken.“ Gedankt sei der Wein­schor­lekul­tur. Auch wenn es in der Jugend eher darum geht, den gün­sti­gen Wein zu trinken, um einen ordentlichen Schwipps zu bekom­men: „Wein trinken, erfahren und genießen kamen dann hinzu, als ich Jonathan ken­nen­gel­ernt habe.“

Manch­mal trinkt man Wein, der schmeckt einem gar nicht. Aber durch die Kon­trast­fasz­i­na­tion rückt der per­sön­liche Geschmack in den Hin­ter­grund. Weil es anders schmeckt, fühlt es sich gut an. Es schmeckt mir im wahrsten Sinne des Wortes, dass ich etwas Neues pro­biere.

Kai Som­mer, Wein­lieb­haber und Betrieb­swirt

2014 musste Imi aus gesund­heitlichen Grün­den als Winz­er aufhören. Kein­er wusste, ob und wie es mit dem Weingut weit­erge­hen sollte. Dann entsch­ieden Sven­ja, Jonathan und Kai, selb­st zu Winz­ern zu wer­den. Mit einem Hofladen in Köln: Jobs kündi­gen, erste Wein­lese machen „und dann immer weit­er nach vorne gekämpft“, wie Kai sagt.

Dazu gehört neben gutem Wein in guten Flaschen auch die Sache mit dem Auge, das ja bekan­ntlich mitisst oder in diesem Fall mit­trinkt. Deshalb küm­mert sich Sven­ja darum und küm­mert sich unter anderem um die wun­der­schö­nen Etiket­ten, für die die IMI Win­ery in Köln bekan­nt ist.

DIE IMI WINERY BRICHT MIT ALTEN TRADITIONEN DER BRANCHE

Elf ver­schiedene Weine wer­den derzeit in dem gemütlichen Hofladen ange­boten. Jedes Etikett ist mit Köl­ner Stree­tart verziert. Die Stree­tart ist der erste Punkt, wie das Trio ihren Wein mit Köln verbindet. „Es passt zu unser­er Idee und Philoso­phie. Die Stree­tart gehört zu unserem Ter­roir, sie ist ein Verbindungspunkt zu uns“, erk­lärt Kai. Die Werke auf der Flasche ken­nt man vielle­icht, denn viele kom­men aus Ehren­feld. Das führe dazu, dass man den Wein auch anders schmecke.

Für’s gute Schmeck­en sind Jonathan und Kai dann wiederum zuständig. Die Reben und Trauben sind in der Pfalz, wer­den dort ange­baut und derzeit ver­ar­beit­et. Dort sind der richtige Platz und Boden, dort ist genug Sonne. Es hat schon seine Gründe, warum Wein in bes­timmten Gegen­den wächst und woan­ders eben nicht. Das ist naturgegeben. Doch haben die drei ein mutiges Ziel: Sie wollen die Trauben mit­tels einem Kühltrans­porter nach Köln brin­gen und hier ver­ar­beit­en. „Also hier pressen, hier den Wein reifen lassen und abfüllen“, sagt Kai. Dieses Pilot­pro­jekt gibt es bish­er noch kein zweites Mal. Eine Halle ist bere­its angemietet, der Bauantrag ist gestellt. Genü­gend Helfer würde es sicher­lich geben.

Grund­sät­zlich passiert in der Wein­szene ger­ade sehr viel. Sven­ja und die Jungs sind beispiel­sweise Fans der Spon­tangärung. Das heißt, sie warten, bis der Wein beziehungsweise Most von selb­st anfängt zu gären. Macht man heute eher sel­ten, weil es sehr aufwändig und zeit­in­ten­siv ist. Junge Winz­er fan­gen an, Tra­di­tio­nen zu brechen und mit Neuem zu exper­i­men­tieren. Dinge anders zu machen als ihre Väter und Großväter. Manch­mal gibt es Stre­it deswe­gen in der Branche. „Es ist sehr inter­es­sant, bei diesem Wan­del dabei zu sein“, sagt Kai.

VON LIEBLINGSMOMENTEN UND SCHORLEMANAGERN

Sein Lieblingsmo­ment um Wein zu trinken ist übri­gens bei der Wein­lese in der Pfalz. Wenn man mit Fam­i­lie und Fre­un­den an einem Tisch sitzt und den Wein nicht trinkt, um darauf zu acht­en, wie er schmeckt. Son­dern als Social Moment. Sven­jas Papa ist dann der Schor­le­m­an­ag­er, ver­sorgt alle mit kalten Flaschen und schenkt regelmäßig nach. „Nach der Arbeit, wenn man geschwitzt hat und jet­zt ein­fach nur noch dasitzt, was Gutes isst und Blödsinn redet. Das ist mein Lieblingsmo­ment zum Wein­trinken.“

Solche Lieblingsmo­mente kön­nt ihr auch bei der IMI Win­ery erleben. Ein­fach mal unter der Woche oder am Woch­enende bei Sven­ja, Kai und Jonathan vor­beis­chauen und ein paar Gläschen direkt vor Ort verkösti­gen. Der Hofladen ist sehr beliebt bei Nach­barn, es ist immer etwas los hier. Bei gutem Wet­ter set­zt euch auf die Fen­ster­bank draußen, trinkt den guten Wein und holt euch etwas Käse von Käse Glück­ler dazu. Den gibt es auch in der Imi Win­ery. Mehr braucht es nicht, ver­sprochen.

AUF EINEN BLICK

IMI WINERY
Körn­er­straße 20
50823 Köln-Ehren­feld
Web­site

Öff­nungszeit­en
Mittwoch bis Fre­itag: 14–19 Uhr
Sam­stag: 11–18 Uhr

Auch in der Mark­thalle im bel­gis­chen Vier­tel tre­fft ihr die IMI Win­ery an:
Dien­stag-Mittwoch 11:00 — 19:00 Uhr
Don­ner­stag-Fre­itag 11:00 — 20:00 Uhr
Sam­stag 10:00 — 20:00 Uhr