Allerweltshaus Köln Eingang

Stun­den­lang kön­nte ich Dörte zuhören. Wie sie mir gegenüber sitzt mit ihrer charis­ma­tis­chen Ausstrahlung und ihren wild gestikulieren­den Hän­den. Wie sie Geschichte über Geschichte erzählt und eupho­risch berichtet, was sie schon alles erlebt hat und wer ihr auf ihrem Weg schon alles begeg­net ist. Auf ihrem Weg durch die Geschichte des Aller­welt­shaus­es an der Körn­er­straße in Ehren­feld – denn dort leit­et Dörte Mälz­er seit 25 Jahren die Migra­tions- und Sozial-Beratungsstelle.

Jeder findet hier ein Zuhause

Dieses Haus an der Ecke, das von außen doch so unschein­bar wirkt, ver­steckt in seinem Innern eine bere­its 30jährige Geschichte. 30 Jahre voll unglaublich­er Pro­jek­te, voller Herzen­sar­beit und voller Engage­ment, den Leuten ein Zuhause zu bieten, die ihres ver­loren haben. Beratun­gen, Hausauf­gaben­hil­fe, Nach­haltigkeits-Aktio­nen, das Café ohne Gren­zen oder auch ein regelmäßig stat­tfind­en­der Spieleabend: Alle Men­schen, egal welchen Ort sie ihre Heimat nen­nen, find­en im Köl­ner Aller­welt­shaus ein Zuhause.

Herzensangelegenheit Menschenrechtsfestival: für ein besseres Zusammenleben aller Kulturen

Ein großer Teil der Arbeit des Haus­es richtet sich auf das Men­schen­recht­spro­jekt. Mit ver­schiede­nen Aktiv­itäten und Ver­anstal­tun­gen wie Work­shops, Lesun­gen oder Ausstel­lun­gen möchte das Team hier ein Zeichen gegen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen set­zen und das Bewusst­sein aller Men­schen – egal ob mit oder ohne Migra­tionsh­in­ter­grund – für ihre Rechte, aber vor allem auch für die Rechte ander­er, stärken. Im Zen­trum dieses beson­deren Pro­jek­tes ste­ht das Men­schen­rechts­fes­ti­val, das 2013 vom langjähri­gen Fre­und des Haus­es Adnan Keskin gegrün­det wurde. Dörte erzählte mir, dass Adnan vor eini­gen Jahren ver­starb. Er war jemand, der sich stets für seine Rechte einge­set­zt und für die Rechte aller gekämpft hat. Vor vie­len Jahren aus poli­tis­chen Grün­den selb­st aus der Türkei nach Deutsch­land geflo­hen, fand auch er im Aller­welt­shaus ein Zuhause. Diese jährliche Ver­anstal­tung war ihm ein beson­deres Anliegen und Dörte hat ihm – und vor allem sich selb­st – ver­sprochen, das Men­schen­rechts­fes­ti­val in seinem Namen für das Haus weit­erzuführen und dies zu ihrer Herzen­san­gele­gen­heit zu machen.

Menschenrechtsfestival zum Thema „Flucht und Migration“

Seit Novem­ber arbeit­en wir wieder mit vie­len Frei­willi­gen in ver­schiede­nen Grup­pen am Fes­ti­val. In Köln wird ehre­namtlich­es Engage­ment auf jeden Fall großgeschrieben!“ Das sech­ste Men­schen­rechts­fes­ti­val find­et am 30. Juni 2018 auf dem Grüngür­tel an der Vogel­sanger­straße statt. Was die Besuch­er dort erwartet? Live-Musik aus aller Welt, kuli­nar­ische Köstlichkeit­en, Work­shops und The­ater.

Dieses Jahr ste­ht alles im Zeichen von Flucht und Migra­tion. Wir wollen mit dem Fes­ti­val einen Ort der Begeg­nung schaf­fen, an dem Men­schen mit und ohne Migra­tionsh­in­ter­grund zusam­men feiern und sich aus­tauschen kön­nen.”

Dörte Mälz­er

Mer sin en joode Trupp!

Was sich Dörte für den Köl­ner Begeg­nung­sort Aller­welt­shaus wün­schen würde? „Ach, Köln ist schon toll. Mer sin en joode Trupp!“ Die Pro­jek­te des Haus­es seien in Köln mehr als gut aufge­hoben, sagte sie mir.

Hier herrscht eine gute Atmo­sphäre, rechts und braun haben bei uns in Köln keine Chance. Aber mehr Helfer hier im Haus sind immer her­zlich willkom­men.”

Dörte Mälz­er

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

hr Lebens­mot­to? „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Und solange es Men­schen gibt, die sich nicht wehren kön­nen, helfe ich gerne.“ Und da lässt sie mich am Ende unseres Gespräch­es in dem großen Haus an der Körn­er­straße ein weit­eres Mal sprach­los zurück.

Wer sich auch im Aller­welt­shaus, an diesem wun­der­vollen Ort kul­tureller und poli­tis­ch­er Bil­dung und Auseinan­der­set­zung, ehre­namtlich engagieren möchte, ist jed­erzeit willkom­men.

AUF EINEN BLICK

Aller­welt­shaus Köln
Körn­er­straße 77, Ehren­feld
Web­site