Tisch mit Stühlen und Sofa im Innenraum des Laden 1/3

Ken­nt ihr das Gefühl, wenn ihr an einen Ort kommt, und es euch auf Anhieb gefällt? Ihr euch wohl fühlt? Fast wie zuhause, nur mit besserem Kaf­fee und man muss hin­ter­her nicht abspülen? Ich möchte euch von meinem neuen Lieblingscafé erzählen. Es ist kein Geheimtipp und irgend­wie doch. Es gibt kein Trend­food und trotz­dem bekommt man dort das schön­ste Früh­stück und das heißeste Chili west­lich vom Rhein: Der Laden 1/3 in Köln-Ehren­feld

Ruhige Oase mitten in Ehrenfeld

Man sitzt 100 Meter von der belebtesten Straße Ehren­felds ent­fer­nt und hat trotz­dem ein gemütlich­es Bier­garten­feel­ing mit Vogel­gezwitsch­er und — unfass­bar aber wahr: Platz! Kein Sar­di­nenge­quetsche wie am Aach­en­er Wei­her. Keine Stuh­llehne im Rück­en und keine „Vor­sicht, ich muss hier mal durch“-Entschuldigungen im Minu­ten­takt.

Wo ist dieser magis­che Ort fragt Ihr euch? Ich habe ja schon ein wenig ver­rat­en, er liegt etwas abseits der Ven­lo­er Straße in Ehren­feld. Wenn ich etwas abseits schreibe, dann meine ich: wäre da nicht seit neuestem der große Weg­weis­er, hät­tet ihr beim näch­sten Büd­chen schon die Suche aufgegeben. Aber dann wäre es euch ent­gan­gen. Das gemütlich­ste, weiträu­mig­ste und zugle­ich entspan­nteste Café über­haupt oder muss ich Laden sagen? Es han­delt sich um den Laden 1/3, den man direkt am Platz vom Bezirk­srathaus in Ehren­feld find­et. Läuft man hinein, emp­fan­gen einen Stel­la Knorre und ihre Mädels. Sie ist die strahlende Besitzerin und ein Drit­tel eines Geschwis­ter­trios. Daher der Name EINDRITTEL got it?

Im Laden 1/3 trifft man ein echtes Drittel an: Stella Knorre!

Ich habe mich für diesen Artikel mit Stel­la zu einem (unglaublich leck­eren und von einem safti­gen Kuchen­quadrat begleit­eten) Kaf­fee hinge­set­zt und wollte wis­sen, wie sie es geschafft hat, den let­zten großen Laden in Ehren­feld zu so einem wun­der­baren Wohlfühlort zu machen. Ich wollte wis­sen, was der Laden und die Nach­barschaft für sie bedeuten, und ob sie neben der schö­nen Ein­rich­tung und den leck­eren Brekky Boards noch weit­ere Über­raschun­gen im Pet­to hat. [Spoil­er: Jaa!]

Stel­la ist Anfang 30 und eine wahrer Son­nen­schein. Schon während Ihrer Zeit im Mar­ket­ing hat sie selb­st­ständig gear­beit­et und sich gemein­sam mit Ihrer Schwest­er Gedanken gemacht, wie Sie Men­schen an einem Ort zusam­men­brin­gen kann, der über die nüchter­nen Co-Work­ing Spaces hin­aus geht.

Wir woll­ten einen Ort schaf­fen, an denen Leute an einem Tisch zusam­menkom­men und voneinan­der ler­nen, sich aus­tauschen kön­nen und dabei immer wieder neue Impulse entste­hen.”

Stel­la Knorre

So feilte sie am Busi­ness­plan des „Work in Progress“ Konzeptes und schaute sich Loca­tions an, als sie plöt­zlich eines Abends auf dem Weg ins Kino diese ver­lassene Loca­tion an der Her­brand­straße ent­deck­te. Das Objekt stand mehrere Jahre leer und war sehr ren­ovierungs­bedürftig. Mit viel Unter­stützung aus ihrem Umfeld hat sie ins­ge­samt 1,5 Jahre in Konzept, Ren­ovierung und Auf­bau dieses wun­der­baren Ortes gesteckt. Nicht zulet­zt kon­nte auch dem ver­schlafe­nen Bauamt nach über sechs Monat­en Bear­beitungszeit alles recht gemacht wer­den. Puuh­hh, ich glaube ich hätte aufgegeben, aber Stel­la hat an ihre Idee geglaubt:

Ich möchte Leute zusam­men­brin­gen und sup­port­en, wie es mein Net­zw­erk auch für mich getan hat. Ich stünde nicht hier, wenn ich nicht so tolle Leute um mich hätte.”

Stel­la Knorre

Dabei strahlt sie über bei­de Ohren und erzählt weit­er von ihren tollen Begeg­nun­gen im Laden. Zum Beispiel von den zwei Chili-Jungs von Bam­bule & con Carne, die ein­fach in den Laden stiefel­ten und mein­ten sie hät­ten das beste Chilli, und das müsste man unter die Ehren­felder brin­gen – was auch stimmt – oder dem Fre­undin­nen-Exfre­und-BWEl­er-Schwipp-Bekan­nten der den Kon­takt zu ihr suchte, um mal auszutesten ob seine Veg­gi Frikadelle „Fridel­la“ was kann. Stel­la hat sie getrof­fen, ihnen geholfen, Tips gegeben, einen Stand­platz zur Food-Truck-Ein­wei­hung und freut sich mit ihnen über den Erfolg ihrer Ideen.

Der Laden 1/3 ist nicht nur ein Laden und Stella nicht nur eine Café-Besitzerin

Der Laden 1/3 ist mit seinen großen Holztis­chen und gemütlichen Ses­seln keine Gast­stätte. Die Fotos an den Wän­den und die trendi­gen Ubahn-Fliesen an der Theke erin­nern ein wenig an Großs­tadt­cafés, und das der Laden ja auch so mit­ten in Ehren­feld oder? Es ist schw­er in Worte zu fassen was mich an diesem Ort so anspricht, denn es ist nicht nur ein Laden und Stel­la ist nicht nur eine Café ‑Besitzerin. Bei­de ste­hen für so viel mehr: Net­zw­erk­stätte, Bier­garten, Ideen-Zen­trale, Mar­ket­ing-Hub, Rück­zug­sort, Loca­tion für Geburt­stage, Wei­h­nachts­feiern, Hochzeit­en und ein hyper­lokaler Ort für alle die sich bei gutem Kaf­fee und frischem Essen gerne ver­net­zen oder ein­fach mal Par­tykegeln aus­pro­bieren wollen. Wie? Ach­jaaa, das habe ich ja noch gar nicht erwäh­nt! Die Über­raschung: im Keller befind­et sich eine sehr nos­tal­gis­che aber coole Kegel­bahn! Kegeln ist nur was für euren Onkel Willi und seinen Stammtisch denkt ihr? Weit gefehlt! Im Laden 1/3 gibt’s die Kegel­bahn mit Fotoecke, prall gefüll­tem Getränkekühlschrank und Platz für bis zu 20 Per­so­n­en. Da ist es dann zugegeben­er­maßen etwas enger als oben oder im Bier­garten. Aber so lernt man sich ja auch näher ken­nen. Sin­gle-Kegeln any­one?

AUF EINEN BLICK

Laden 1/3, Her­brand­straße 7, Ehren­feld
Web­seite