Say Yes to Hum­mus“ – Die Mes­sage ist ein­deutig: Wer das im Mai eröffnete Laden­lokal Mash­ery Hum­mus Kitchen auf der Roon­straße betritt, hat Lust auf die ori­en­tal­is­che Spezial­ität, in der püri­erte Kichererb­sen die Haup­trol­le spie­len. Schon seit einiger Zeit wan­delt die Kichererb­se sich von ein­er alten Nutzpflanze zu einem begehrten Teilchen in der Welt der Gas­tronomie. Nun haben Vera Prinz, Rhaya Ayoub und Julian Wirtler die erste Hum­mu­sia in Köln eröffnet und nehmen die Hülsen­frucht ernst.

Zehn Kilo Kichererbsen pro Tag

Bis zu zehn Kilo Kichererb­sen und zwei Obstk­isten mit Zitro­nen wer­den an einem Tag ver­braucht, damit das Trio ihre vier Zubere­itungsarten anbi­eten kann: Es gibt den Klas­sik­er „Masabacha“ mit war­men Kichererb­sen, Tahi­ni-Sauce (Sesam-Mus) und frischem Zitro­nen-Knoblauch-Dress­ing. In die drei anderen Rezepte sind kün­st­lerische Frei­heit­en untergemis­cht. Die „Raw“-Variante besticht durch Möhre, Radi­eschen und Gurken, im „Champignons“-Hummus sind neben Knoblauch­pilzen auch geröstete Pinienkerne zu find­en. „Zuc­chi­ni Feta“ hinge­gen wird – der Name ver­rät es – mit Zuc­chi­ni, Feta und Wal­nüssen an den Tisch gebracht. Immer dabei ist Pita-Brot, welch­es orig­i­nal aus Israel stammt. Extra-Hun­grige kön­nen das Brot natür­lich nachbestellen (und das werdet ihr, weil es ver­dammt leck­er ist), es kostet dann einen Euro extra. „Dieses authen­tis­che Brot passt ein­fach am besten zu unseren Gericht­en“, erk­lärt Mit­grün­derin Vera bei unserem Besuch.

Noch vor knapp zwei Jahren sah für alle drei der Arbeit­sall­t­ag anders aus. Vera, Rhaya und Julian ken­nen sich schon aus dem Studi­um. Während die drei Büro­jobs hat­ten, mit denen die Miete gezahlt wer­den kon­nte, blieb die Selb­stver­wirk­lichung etwas uner­füllt. Umso mehr Spaß hat­ten sie beim Ent­deck­en von neuer Kul­tur und Essen. Vera lud regelmäßig Couch­surfer zu sich nach Hause ein und wurde so von Israelis gefragt, wo in Köln denn die näch­ste Hum­mus­sia sei. Im nahen Osten sind Hum­mu­sias schon längst Teil der Kul­tur und eine Art Begeg­nungsstätte. In Köln gab es jedoch bis­lang noch keine Hum­mus­sia. Keine Lust mehr auf den alten Job und keine Hum­mu­sia in Köln. Das musste geän­dert wer­den! Rhaya’s Vater stammt aus Israel und so wuchs die 30-Jährige prak­tisch mit der Kul­tur auf. Julian hinge­gen ver­liebte sich in Mexiko in die Street­food­kul­tur. Wer schon ein­mal die Tacostände in Mexiko-Stadt erleben durfte, kann dieses Gefühl nur nachempfind­en. So fing die Geschichte von Mash­ery an: gemis­cht, wie es in „to mash“ (englisch für „mis­chen“, „zer­stampfen“) bere­its angedeutet wird.

Wir möcht­en nicht nur die einzel­nen Zutat­en ver­mis­chen, son­dern auch die unter­schiedlichen Kul­turen.”

Vera Prinz

Wer bei nahöstlich­er Kuli­narik nun an dun­kle Wandtep­piche, rote Wände und braune Holz­gar­ni­turen denkt, wird sich umso mehr an der hellen und mod­er­nen Ein­rich­tung des Delis erfreuen. Helle Holzmö­bel mit rosa­far­be­nen Akzen­ten schmück­en die ger­adlin­ige Ein­rich­tung, dazu hän­gen blaue Lam­p­en von den Deck­en und graphis­che Prints an den Wän­den. Ein­rich­tung on fleek, wie mein klein­er Brud­er wohl behaupten würde.

Bevor die Loca­tion in der Roon­straße ent­deckt wurde, planten die drei Jun­gun­ternehmer zunächst, mit einem Foodtruck Street­food­märk­te zu besuchen. Doch ihr zwei­wöchiger Besuch im „Laden Ein“ zeigte, dass die Lust auf Hum­mus in Köln nicht weniger wurde. „Auf ein­mal hat­ten wir große Lust, Gast­ge­ber zu sein“, erzählt Julian. Gott­sei­dank! Nicht nur wir wur­den vom haus­gemacht­en Hum­mus überzeugt, 2016 gewan­nen Julian und die Mädels den Gas­tro-Grün­der­preis.

Arabische Gerichte genießen

Neben Hum­mus gibt es weit­ere Gerichte wie Falafel, Hal­lou­mi-Käse, ara­bis­che Salate oder ein Sand­wich mit frit­tiert­er Aubergine. Zwis­chen 12 und 14:30 Uhr kann man täglich für 10 Euro den Nahostkost-Lunch bestellen und ab 18 Uhr das Jaf­fa Sun­set Din­ner für 19,50 Euro. Wer sich wie wir in den klas­sis­chen Hum­mus ver­liebt hat, kann mit „Home sweet Hum­mus“ 200 Gramm Hum­mus im Glas mit nach Hause nehmen. Und wer die ganze Hum­mu­sia-Crew zu Hause haben möchte, muss nur mit dem Wörtchen „Cater­ing“ anklopfen, denn auch hier­für ist das Trio offen.

Wir sind froh, dass aus der Idee mit dem Foodtruck­laden ein kon­stan­ter Anlauf­punkt für alle Hum­mus­fre­unde gewor­den ist und sagen YES TO HUMMUS in Großbuch­staben.

AUF EINEN BLICK

Mash­ery Hum­mus Kitchen
Roon­straße 36, Kwarti­er Latäng
Web­site


Öff­nungszeit­en
Mo. – Sa.: 12 – 22 Uhr
Son­ntags geschlossen