Besucher beim Kunstspäti dem Langen Donnerstag der jungenkunstfreunde im Museum Ludwig

Langer Don­ner­stag im Muse­um Lud­wig: Ein­mal im Monat öff­nen das Muse­um Lud­wig oder das Wall­raf-Richartz-Muse­um auch nach 18 Uhr – per­fekt für Beruf­stätige und Vielbeschäftigte! Aber nicht nur die Öff­nungszeit­en sind beson­ders, auch die Führun­gen wer­den nur speziell für den Abend zusam­mengestellt.

ABENDS DURCHS MUSEUM LUDWIG SCHLENDERN BEIM KUNSTSPÄTI

Während Orkan „Friederike“ am 18. Jan­u­ar durch Deutsch­land wirbelte, trieb es uns an diesem Don­ner­stag ins Muse­um Lud­wig. Den ersten „Kun­st­späti“ des Jahres woll­ten wir uns nicht ent­ge­hen lassen: Ein­mal im Monat öff­nen das Muse­um Lud­wig oder das Wall­raf-Richartz-Muse­um auch nach 18 Uhr – per­fekt für Beruf­stätige und Vielbeschäftigte! Aber nicht nur die Öff­nungszeit­en sind beson­ders, auch die Führun­gen wer­den nur speziell für den Abend zusam­mengestellt. Kein Wun­der also, dass wir nicht die Einzi­gen waren, die sich von dem Sturm nicht beein­druck­en ließen: Mit mehr als 60 Gästen ließen wir den Abend mit Kun­st ausklin­gen.

KUNST NEU UND SYMPATHISCH ERLEBEN IM MUSEUM LUDWIG

Anna Döbbe­lin, die den Abend mit ihren Kol­legin­nen von den jun­genkunt­fre­un­den organ­isierte, war von dem Andrang selb­st über­wältigt: „Ger­ade in Konkur­renz mit den Pas­sagen und wegen des Sturms haben wir nicht mit so vie­len Men­schen gerech­net!“

Aber kein Prob­lem, wir hat­ten das Muse­um nach Feier­abend ganz für uns und so kon­nten alle Besuch­er die Führun­gen durch die aktuelle Ausstel­lung zu James Rosen­quist besuchen. Nach ein­er ersten Ein­führung von Anna Döbbe­lin, in der sie Rosen­quists Bilder mit kurzen Anek­doten ver­ständlich macht, wird es wirk­lich ungewöhn­lich. Denn die jungekun­st­fre­unde machen es sich zur Auf­gabe, Kun­st neu und ein­fach zugänglich zu zeigen.

SPACIGE MOTIVE VON JAMES ROSENQUIST IM MUSEUM LUDWIG

Dafür luden sie zu diesem lan­gen Don­ner­stag den jun­gen Physik­er Flo­ri­an Genz ein. Er warf mit uns einen Blick auf die — im wahrsten Sinne des Wortes — spaci­gen Motive von Rosen­quist. Aus­ge­hend von Bildti­tel erläutert Genz in sein­er Führung schwarze Löch­ern, Ster­nen­staub und Licht­geschwindigkeit. Er kommt zu dem Schluss:

ROSENQUIST IST MIT SEINEN BILDERN GANZ SCHÖN WEIT VON DER PHYSIKALISCHEN WAHRHEIT ENTFERNT.

Das Bild mit dem über­set­zten Titel “Der blinde Pas­sagi­er, der bei Licht­geschwindigkeit aus dem Fen­ster schaut” müsste eigentlich schwarz sein, erk­lärt Flo­ri­an Genz. Trotz­dem lenkt er ein: „Es gibt keine Zeit, es gibt keinen Raum – aber das finde ich ger­ade so span­nend an Rosen­quist, er verbindet das alles.“ Let­z­tendlich gilt wohl, was Flo­ri­an Genz stets betont: Alles ist rel­a­tiv, in der Physik wie in der Kun­st.

HINTER DEN KULISSEN VOM MUSEUM LUDWIG

Nach ein­er kurzen Ver­schnauf­pause im Foy­er gibt Talia Walther einen Ein­blick hin­ter die Kulis­sen der Muse­um­sar­beit und erläutert, wie es war, die Ausstel­lung aufzubauen. Für den Abschluss des Abends nehmen wir etwas Abstand von James Rosen­quist: Anto­nia Güthoff von den “Kun­st­fre­un­den” inter­viewt Maria Wildeis zur aktuellen Köl­ner Kun­st­szene. Als Grün­derin der alter­na­tiv­en Kun­stmesse FAR OFF und als Lei­t­erin der „Tief­garage“ am Ebert­platz hat sie da einiges zu sagen. Sie find­et es es sehr wichtig, dass auch für Kün­stler abseits von hohen Stand­mi­eten möglich sein sollte, ihre Kun­st zu präsen­tieren. Dafür bietet sie Raum auf der FAR OFF genau­so wie am Ebert­platz. Und obwohl der Ebert­platz poli­tisch ger­ade nicht ganz ein­fach ist und in den näch­sten drei Jahren umstruk­turi­ert wer­den soll, bleibt Maria Wildeis opti­mistisch.

Der Stadt liegt viel daran, mit uns gemein­sam eine gute Lösung zu find­en und vielle­icht sind wir auch in drei Jahren noch dort!

Maria Wildeis

DIE JUNGEN KUNSTFREUNDE WURDEN AUS DEM FÖRDERVEREIN VOM MUSEUM LUDWIG UND WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM HERAUS GEGRÜNDET

Den jun­genkun­st­fre­un­den ist mit diesem Kun­st­späti ein run­der Abend gelun­gen. Und obwohl der Name es vielle­icht anders ver­muten lässt: Das Pub­likum war altersmäßig bunt gemis­cht. Anna Döbbe­lin erk­lärt mir im Gespräch, dass die Ini­tia­tive trotz des Namens natür­lich nie­man­den auss­chließt – Kun­st ist für alle da.

Ursprünglich wur­den die Jun­gen Kun­st­fre­unde aus dem Fördervere­in von Muse­um Lud­wig und Wall­raf-Richartz-Muse­um her­aus gegrün­det, um jün­gere Men­schen bis 28 anzus­prechen. Für die kostet die Mit­glied­schaft im Jahr auch bis heute nur 20 €. Damit geht es dann kosten­los in bei­de Museen und zu den Ver­anstal­tun­gen der Jun­gen Kun­st­fre­unde. Neben dem Kun­st­späti gehören dazu die jährliche Kun­st­nacht – nicht ver­passen, die ist am 3. März! –, die Kun­st­Be­wusst-Vorträge und etwa 50 weit­ere Ver­anstal­tun­gen im Jahr.
Wer älter als 28 ist, kann „ordentlich­es Mit­glied“ wer­den, das kostet dann 60 € im Jahr. Mit dem Beitrag fördert ihr nicht nur das Pro­gramm an sich, son­dern auch neue Ausstel­lun­gen, Ankäufe und Restau­rierun­gen.

FÜHRUNGEN SPEZIELL FÜR FAMILIEN IM MUSEUM LUDWIG

Neben den Jun­gen Kun­st­fre­un­den haben sich ger­ade für die älteren Mit­glieder zwei weit­ere Pro­gramme entwick­elt: job&kunstfreunde sowie fam­i­lie & kun­st­fre­unde. Da gibt es dann zum Beispiel zweimal im Monat Führun­gen speziell für Fam­i­lien. „Die sind immer voll aus­ge­bucht, man sollte sich bess­er früh anmelden“, sagt Anna Döbbe­lin lachend. Gemein­sam mit ihren Kol­legin­nen Mar­ti­na Schmitz, Anto­nia Güthoff und Han­nah Sem­sarha plant sie die Ver­anstal­tun­gen und führt sie auch durch.

AUF EINEN BLICK

Muse­um Lud­wig, Hein­rich-Böll-Platz, 50667 Köln
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Ter­mine: Langer Don­ner­stag im Muse­um Lud­wig
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