Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit den Kultur- und Kreativpiloten.
Der Bus der Kultur- und Kreativpiloten

Das Men­tor­ing-Pro­gramm der Bun­desregierung, “die Kul­tur- und Kreativpi­loten”, will jun­gen Unternehmern und tüchti­gen Start-Ups dabei helfen, den Weg in eine erfol­gre­iche Wirtschaft zu ermöglichen. Wir waren vor Ort. Vom 15. Mai bis 30. Juni 2019 kön­nt auch ihr euch bewer­ben!

Wir leben in ein­er Zeit von kreativ­en und kul­turellen Fusio­nen und neuen beru­flichen Möglichkeit­en. Man reicht uns zahlre­iche Selb­st­führungs-Tools, es gibt Work­shops und Net­work­ing, Crowd- und Fundrais­ing und unendlich viele Pro­gramme, die unsere Arbeit verän­dern und erle­ichtern. Wer von uns jemals eine kreative Schnap­sidee, einen geschäftlichen Geis­tes­blitz oder einen sorgsam ent­wor­fe­nen Mas­ter­plan umset­zen wollte, weiß welche zahlre­ichen Hür­den es zu nehmen gilt, wenn man ein eigenes Unternehmen grün­den will. Genau da kommt das Men­tor­ing-Pro­gramm der Bun­desregierung ins Spiel, “die Kul­tur- und Kreativpi­loten”.

Digitales Holzspielzeug wurde bei den Kultur- und Kreativpiloten vorgestellt.

SEIT 2010 UNTERSTÜTZEN DIE KULTUR- UND KREATIVPILOTEN KLEINE UNTERNEHMEN

Ein Mut­ter­schiff für kreative oder kul­turell inspiri­erte Men­schen ist dieses von der Ini­tia­tive Kul­tur- und Kreativwirtschaft der Bun­desregierung erschaf­fene Sup­port-Pro­jekt mit dem Namen „Kul­tur- und Kreativpi­loten Deutsch­land“, welch­es seit 2010 jedes Jahr 32 Unternehmen ausze­ich­net. Eine Star­trampe in die Zukun­ft von Ideen, die bere­its umge­set­zt wur­den oder noch umge­set­zt wer­den sollen. Was es da konkret zu holen gibt? Cash und Cred­its? Die Aus­geze­ich­neten erhal­ten ein ein­jähriges Men­tor­ing Pro­gramm inklu­sive zweier per­sön­lich­er Men­toren, zudem die Ausze­ich­nung der Bun­desregierung, deutsch­landweite medi­ale Aufmerk­samkeit und man wird Teil des Kreativpi­loten-Net­zw­erks, in dem es eine bre­ite Palette von Pro­duk­ten und Dien­stleis­tun­gen gibt. Außer­dem gibt es Work­shops, die ver­mit­teln was es bedeutet Unternehmer zu sein.

Genau dieses Guid­ing wün­sche ich mir für mein Pro­jekt „Rave Aer­o­bic“. Profis an der Seite zu haben, die mir regelmäßig Feed­back geben und Teil ein­er motivieren­den Gemein­schaft zu sein. Ich bin ges­pan­nt, als ich mich nach Ehren­feld begebe, um die ersten Kreativpi­loten ken­nen­zuler­nen. Auf der Home­page habe ich bere­its eine bre­ite Palette von Pro­jek­ten gese­hen, die von Design, Tech­nik über Kun­st bis hin zu ökol­o­gis­chen oder kuli­nar­ischen Pro­duk­ten reichen. Denn zur Kul­tur- und Kreativwirtschaft (mit 1,6 Mil­lio­nen Erwerb­stäti­gen und 426.000 Selb­st­ständi­gen und Freiberu­flern) gehören die Teil­bere­iche Musik­wirtschaft, Buch­markt, Kun­st­markt, Filmwirtschaft, Rund­funkwirtschaft, Darstel­lende Kun­st, Design­wirtschaft, Architek­tur­markt, Presse­markt, Werbe­markt und die Soft­ware & Games-Indus­trie. Aus­gaben für Inno­va­tio­nen betra­gen 4,6 Mil­iar­den Euro.

DIE KREATIVPILOTEN BRINGEN UNTERSCHIEDLICHE MENSCHEN UND BRANCHEN ZUSAMMEN

An einem Bilder­buch-Som­mer­abend ste­ht ein zweistöck­iger Omnibus vor dem Bumann & Sohn in Kölle­for­nia. Passender kön­nte die Werbe-Loca­tion für das Pro­jekt nicht sein, denn dieser Bus war sel­ber ein­mal eins der auser­wählten Pro­jek­te. Mit diesem aus­ge­baut­en Schul­bus zogen eine Hand voll Skate­board-begeis­tert­er Men­schen aus, um in Indi­en und Bolivien Skateparks aus Beton zu gießen. Eine Wahnsinnsid­ee mit einem sozialen Mehrw­ert für die Städte und Men­schen, die sich an den Skateparks erfreuen und aus­to­ben kön­nen. Max Beck­mann, der zur Pro­jek­tschmiede end­boss projects aus Han­nover gehört, erzählt mir mit einem leuch­t­en­den Strahlen in den Augen von ihren Standen­twick­lung­spro­jek­ten, den Tagen in ihrem Bus, der mit nur 70 km/h über die Auto­bahn rollt und davon, dass die Kreativpi­loten vor allem Ord­nung in ihr Chaos bracht­en: „Wir hat­ten uns im Chaos ver­ran­nt. Nach dem ersten Work­shop engagierten wir direkt eine Büro­hil­fe. Das war Hil­fe zur Selb­sthil­fe.“

Mit­tler­weile haben Max und sein Kol­lege Robin Hön­ing einen Co-Work­ing Space, sie betreiben inter­na­tionale Beteili­gung­spro­jek­te und haben auch noch einen Buchver­lag gegrün­det. Der Bus rollt noch immer durch das Land und kann als Ver­anstal­tungslo­ca­tion gemietet wer­den. Deswe­gen sind Kil­ian Wiest und Leon Tietz aus Bonn gekom­men. Sie wollen sich den char­man­ten Bus mit Liebe zum Detail anschauen, den sie gerne für ihre poli­tis­chen Aktio­nen vor der Bun­destagswahl nutzen möcht­en. Sie wer­den durch Deutsch­land touren und Fra­gen stellen wie: „Welche gestal­ter­ische Ver­ant­wor­tung haben wir für unsere Gesellschaft? Ihre Plat­tform mit dem Titel „Wo lang?“ bietet Aktio­nen und Work­shops, welche Impulse geben über The­men wie Wirtschaft, Gemein­schaftssinn oder die Gestal­tung unser­er Demokratie nachzu­denken und die Ergeb­nisse in die Tat umzuset­zen. So sorgten sie für Irri­ta­tion auf der TTIP Demo in Köln, wo sie ihre Mün­der verklebten. Die Mes­sage lautete: „Wir fordern schweigend nicht schreien zu müssen, um mitzugestal­ten“

HIGHTECH SPIELZEUG, ESSENZEN UND OFFENER AUSTAUSCH

Da klet­tert Astrid in den Bus und möchte sich mit einem Gesellschafts-Moti­va­tion­sspiel bewer­ben, von dem es bish­er nur einen Pro­to­typ gibt. Das hölz­erne und App-ges­teuerte Kinder­spielzeug von Anis­sa Wag­n­er hinge­gen ist schon ein­satzbere­it. Ein „Buller­bü-Gefühl & Sil­i­con-Val­ley-Tech­nik zusam­men­zubrin­gen“, das war die Inten­tion der Mut­ter, die gemein­sam mit ein­er Fre­undin den ersten dig­i­tal­en Holzbaukas­ten designte. Ihre dig­i­tal „Slow Toys“ find­et man in dem inter­ak­tiv­en Holzbausys­tem für Kleinkinder. Auf den ersten Blick scheinen es nor­male Holzk­lötzchen zu sein, aber sie haben ein High­tech-Innen­leben aus Mag­neten und Sen­soren, welche per App pro­gram­miert wer­den kön­nen. Beim richti­gen Zusam­menset­zen der Klötze gibt es akustis­che Feed­backs wie Geräusche, Songs oder Geschicht­en. Das heißt die Ente quakt und das Holzpferd wiehert und Wei­h­nacht­en kann kom­men. Für Anis­sa ist der Aus­tausch mit den anderen Piloten etwas Wertvolles. Man kommt auf neue Ideen und blickt durch andere Augen auf sein Pro­jekt. Man lernt tolle, kreative Men­schen ken­nen und hat viele Aha-Effek­te. Celi­na, die die PR für das Pro­jekt macht, erzählt mir, dass sie sich schon darauf freut, die neuen Piloten ken­nen­zuler­nen. Zwis­chen Selb­st­man­age­ment und kol­le­gialer Beratung hat man die Gele­gen­heit ein­mal her­rauszu­zoomen und seine langfristi­gen Ziele zu schär­fen. „Man kann zum Beispiel bei einem gemein­samen Kam­inabend von der Schwarmintel­li­genz prof­i­tieren.“, sagt Celi­na.

In der unteren Etage riecht es mit­tler­weile nach frischen Kräutern, Frücht­en und Gewürzen. Doc´s Essen­zen wer­den seit 1882 in der Des­til­lerie Dwer­steg hergestellt. Fair, biol­o­gisch und nur mit den besten Zutat­en. Ich gönne mir einen hochw­er­ti­gen Gin, welch­er dann mit nur einem Tropfen Lemon­grass ver­fein­ert wird. Es schmeckt her­vor­ra­gend. Mein Cock­tail­herz ist begeis­tert. Als dann ein weit­er­er Tropfen, dies­mal Vanille, hinzuge­fügt wird verän­dert sich sofort der kom­plette Drink. Das Ver­wen­den von Essen­zen dieser Qulität hat viele Vorteile. Für die Menge an Essenz muss man bis zu fünf Kilo Zitro­nen­gras auskochen. Dazu hat man nicht immer die Zeit und Möglichkeit. Außer­dem fall­en kün­stliche Zusatzstoffe und Zuck­er weg. Was bleibt ist die pure Essenz — zum Beispiel in den Geschmack­srich­tun­gen Berg­amotte, Vanille, Ing­w­er oder Kaf­fee, die nicht nur Cock­tails ver­fein­ern kön­nen. Cheers!

Die Zeit im Bus war leck­er, entspan­nt und hochmo­tivierend. Wer nun auch Blut geleckt hat, kann sich vom 15. Mai — 30. Juni 2019 über die Web­site kultur-kreativpiloten.de bewer­ben.