1Live Stories findet jeden Freitag statt

Bei 1Live Sto­ries wer­den Geschicht­en vorge­le­sen – Wo gibt es denn sowas heute noch? Vor­lesen ken­nt man höch­stens aus Kinderta­gen, wo die Eltern einem als „Bet­thupferl“ aus dem Lieblings­buch vor­lasen, um das Ein­schlafen zu erle­ichtern oder über das unlieb­same The­ma „schon ins Bett zu müssen“ hin­wegzutrösten. Ein wohliges Vergnü­gen jeden­falls.

1LIVE STORIES BRINGT EUCH DEN AUTOREN GANZ NAH

Bei 1LIVE wiederum lesen ange­sagte Schrift­steller der Gegen­wart aus ihrem eige­nen Werk. Die Lesun­gen find­en jew­eils fre­itags um 19 Uhr in Saal 1 des 1LIVE-Haus­es statt, wer­den aufgeze­ich­net und sind über den Sender zugle­ich „live“ als auch im Nach­hinein abruf­bar. Am schön­sten ist es aber im Saal zu sitzen, den Autoren direkt und per­sön­lich zu begeg­nen und ihnen wortwörtlich geban­nt an den Lip­pen zu kleben.

Ein lohnenswertes Vergnü­gen. Man hört ihre Stimme, sie sitzen real und lebendig vor einem. Durch ihre Beto­nung beim Lesen und die gewählte Stimm­lage, fühlt man sich ihren Fig­uren näher oder ist gar selb­st ein­be­zo­gen in die Erzäh­lun­gen. An der Präsen­ta­tion, in ern­ster oder auch heit­er­er Mine, ver­ste­ht man, wie ihre Aus­sagen gemeint sind oder ver­standen wer­den sollen. Eine Frage, die son­st stets offen­bleibt, die einen aber bere­its seit der Schulzeit im Deutschunter­richt beschäftigt: Hat der Autor, die Autorin etwas wirk­lich so gemeint?

1LIVE STORIES SIND KOSTENLOS

Bei den 1Live Sto­ries hat man es bess­er. Hier erfährt man es. Nach jew­eils kleinen Leseauszü­gen unter­bricht die char­mante Mod­er­a­torin Mona Ameziane mit eini­gen Inter­view-Fra­gen, die bestens recher­chiert sind. Ziel­ge­nau trifft sie damit die Punk­te, die man den Autor selb­st ger­ade am lieb­sten gefragt hätte, die einem just auf der Zunge lagen. Dies macht das Vor­lese-Vergnü­gen lebendig und unter­halt­sam, hat nichts mit schw­er­er, ver­staubter lit­er­arisch­er Kost zu tun, was keineswegs heißt, dass die völ­lig ver­schiede­nen, hier vor­tra­gen­den Autoren unter­schiedlich­ster Gen­res und The­men, Woche für Woche, keinen Anspruch hät­ten. Im Gegen­teil, oft­mals sind deren Tick­ets für weit­ere Lese-Ver­anstal­tun­gen in der Umge­bung begehrt und schnell ausverkauft. Das 1 LIVE Vergnü­gen ist für die Zuhör­er jeden­falls kosten­los, es bedarf einzig und allein ein­er kurzen Voran­mel­dung per Mail, damit die Teil­nehmer- und Sitz­platz­zahlen reg­istri­ert wer­den kön­nen.

STEFANIE SARGNAGEL LIEST STATUSMELDUNGEN

Wir waren am 1.12.2017 bei 1 LIVE Sto­ries zu Gast, als die junge öster­re­ichis­che Autorin Ste­fanie Spreng­nagel alias Ste­fanie Sargnagel mit auf­fäl­liger rot­er Basken­mütze und läs­si­gen Turn­schuhen aus ihrem aktuellen Buch „Sta­tus­meldun­gen“ vor­li­est, was, strenggenom­men, ein unkom­men­tiert­er Abdruck ein­er Auswahl ihrer pri­vat­en, täglichen Face­book-Posts der let­zten zwei Jahre darstellt. Ihre „Sta­tus­meldun­gen“ also. Warum das von Inter­esse ist? Sie ist mutig und unge­niert, bringt Dinge auf den Punk, die jed­er aus Beobach­tung ander­er oder gar von sich selb­st ken­nt, sie ist bru­tal ehrlich. Auch zu sich selb­st.

Dabei ist ihr Ton ent­lar­vend iro­nisch, was wichtig ist, da sie sich kri­tisch mit poli­tisch brisan­ten Sit­u­a­tio­nen unser­er und ihrer Zeit auseinan­der­set­zt. An ander­er Stelle wird es wiederum „alltäglich“, allerd­ings nie lang­weilig und pro­fan, selb­st wenn sie über Pro­fanes schreibt. Unbe­d­ingt spielt näm­lich auch eine riesige Por­tion Humor eine Rolle.

REFLEKTIONEN VIA FACEBOOK

Face­book sei wie ein Gesprächspart­ner, wenn nie­mand da sei, poste sie ihre Gedanken ein­fach. – Und so postet sie … ihre Gedanken zu einem Hotelbe­such in Köln, fragt sich, warum die Ausstat­ter dort wohl über­haupt auf die Idee gekom­men seien, unnützer­weise, einen Spiegel über dem Klo anzubrin­gen, stellt fest, dass die Süßigkeit­en-Menge auf den Kopfkissen ruhig hätte erhöht wer­den kön­nen, reflek­tiert an ander­er Stelle über das Leben in der Nähe der U‑Bahn Sta­tion „Mar­garethengür­tel“, in einem sozial schwachen Stadt­teil Wiens, wo sie selb­st lebt, in dem es viel Alko­holis­mus und Gewalt, aber immer auch „etwas zu sehen“ gebe, stellt für sich fest, dass sie gerne „die Erfind­erin des Ketchup-Rezepts“ gewe­sen wäre, denkt zurück an heit­ere, allerd­ings auch irrwitzige Erleb­nisse im Kun­denge­spräch ein­er „Rufnum­mer­nauskun­ft“ eines Call­cen­ters für das sie arbeit­ete, den Job, den sie wiederum kündigte, nach­dem der Rowohlt-Ver­lag ihr einen Vorschuss für eben den Druck ihres Werkes „Sta­tus­meldun­gen“ zusagte — Ich kön­nte ihr stun­den­lang weit­er zuhören.

Ich für meinen Teil lasse mir for­t­an bei 1 LIVE-Klub­bing nun wieder öfter abends vor­lesen!

AUF EINEN BLICK

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