Kölner Rapper Mo-Torres auf der Bühne mit Blick zu seinen Fans

Zum ersten Mal ging der Köl­ner Rap­per Mo-Tor­res dieses Jahr auf Club- statt auf Kneipen­tour. 800 Leute kamen zu vier Konz­erten in Köln und Umge­bung zum feiern, sin­gen und Mo sehen. Der Musik­er und seine Crew geben sich dabei stets nah­bar und per­sön­lich. Noch per­sön­lichere Ein­blicke gibt es in diesem Pro­tokoll und der Vide­o­re­portage, die ihr am Ende des Beitrag find­et.

LIEBE DEINE STADTMO-TORRES

Guten Mor­gen meine heißgeliebte Stadt! / Die Köni­gin der Welt, auch wenn ich Reise­fieber hab’ / Ab heute muss ich geh’n, ein Abschied auf Zeit / Was ich für dich empfinde, ist, was “Liebe” heißt” — mit diesen Zeilen wurde Moritz Helf alias Mo-Tor­res 2016 ein­er größeren Gemeinde bekan­nt. “Liebe deine Stadt” hat sich zu ein­er der Stadthym­nen Kölns etabliert. Vielle­icht weil es Köln ist. Vielle­icht aber auch, weil Mo-Tor­res und Cat Bal­lou das patri­o­tis­che Gefühl mehrerer Gen­er­a­tio­nen besin­gen. 

In diesem Pro­tokoll erzählt Musik­er Mo-Tor­res aber nicht von einem sein­er vie­len Lieder, die er in sein­er Musik­erkar­riere gemacht hat. Hier gibt der Men­sch Moritz, der auch pri­vat nur Mo gerufen wird, Ein­blicke in seine Gedanken­welt. Wir haben ihn während sein­er Club­tour durch vier Diskotheken in Köln und Umland begleit­et: Der Club “Namen­los” in Bonn, den “Veedel Club” in Köln, das “Reineke Fuchs” in Köln und das “Cas­bah” in Sieg­burg. Ent­standen sind dabei frag­men­tarische Pas­sagen, die aufzeigen, wie der Rap­per während­dessen denkt und fühlt. 

WENN DIE FANS SO LAUT SCHREIEN WIE DER START EINES DÜSENJÄGERS

Die Vor­bere­itun­gen für die Club Tour haben wir im April/Mai diesen Jahres ange­fan­gen. Das ist eigentlich rel­a­tiv spät, aber irgend­wie klappt es immer gut. Im Novem­ber ist dann der Auftritt im E‑Werk und im Dezem­ber spiele ich noch mein erstes Unplugged-Konz­ert auf der Volks­bühne am Rudolf­platz. Dass wir neben diesen Gigs noch mal 800 Tick­ets für die Club­tour verkauft haben, ist keine Selb­stver­ständlichkeit für uns. Zehn Leute sind im Team bei der Club Tour dabei. Das ist schon viel für mich. Vor allem, da wir vor vier Jahren mit drei Mann ange­fan­gen haben, meine musikalis­che Fam­i­lie so gewach­sen ist und wir so viele wun­der­volle Men­schen dazuge­won­nen haben. Ich freue mich, dass so viele Men­schen zu meinem Auftritt kom­men. Ger­ade mache ich mir auch Gedanken um Gesang­sun­ter­richt, den müsste ich jet­zt eigentlich mal nehmen. Seit anderthalb Jahren denke ich schon darüber nach und habe einen Kon­takt von meinem Pro­duzen­ten bekom­men. Die Karte lag monate­lang im Stu­dio rum. Dann habe ich sie mal mit nach Hause genom­men. Immer­hin ist jet­zt der Tab im Brows­er offen und ich muss die Lehrerin eigentlich nur noch anrufen. 

Zu Hause habe ich ein kleines Büro. Da bere­ite ich viel für meine Auftritte vor: Drucke die Setlis­ten aus und mache mir Noti­zen bei den Songs. Kurz vorher ist immer absolutes Chaos und Hek­tik ange­sagt. Kurzfristige Änderun­gen wer­den einge­baut und neben­her trudeln What­sapp Nachricht­en rein. Dieses Jahr haben wir bei der Tour ein Dez­i­belmess­gerät dabei. Ich will wis­sen, welche Stadt am lautesten ist. Ich tippe auf Sieg­burg. Da ist eh immer eine ganz beson­dere Atmo­sphäre (Anm. der Redak­tion: Das Pub­likum im Cas­bah in Sieg­burg und im Veedel Club waren mit 127,9 Dez­i­bel die lautesten Konz­erte. Das ist so laut wie ein Düsen­jäger. Ab 130 Dez­i­bel hält man sich automa­tisch die Ohren zu). Damit ich den Überblick behalte, arbeite ich für jeden Kill­e­fitz mit ein­er Excel Liste, ich liebe Zahlen! Jegliche Zahlen, Zahlen sind das Beste.  Auch wenn ich meis­tens gut drauf und witzig unter­wegs bin, füh­le ich mich aber auch als Ver­ant­wortlich­er in diesem ganzen Kon­strukt. Let­z­tendlich fällt immer alles auf mich zurück, das nervt manch­mal schon sehr und ich bin froh, wenn ich hier und da Ver­ant­wor­tung abtreten kann. 

NICHT OHNE DAS TEAM

Cen­giz und Fabi­an sind seit Jahren, eigentlich seit Tag eins mein­er richtig aktiv­en Zeit, mehr als nur fes­ter Bestandteil des Teams, sie SIND das Team. Cen­giz heißt eigentlich Deniz, aber kein­er nen­nt ihn so. Das ist ein­fach Cen­giz. Er ist mein Back Up Rap­per, mein Brud­er im Geiste. Hin­ter der Bühne sind wir ein­fach Fre­unde und Quatschköppe, machen harm­losen Scheiß, reden über Fifa und sinnlosen Kram. Auf der Bühne sind wir genau­so albern, aber auf pro­fes­sioneller Ebene. Wir machen uns gerne übere­inan­der lustig, aber meinen es natür­lich nicht so. Das ist alles Spaß. Ohne Cen­giz wäre das Ganze nicht so cool. Wir sind ein­fach ehrlich, kor­rekt und loy­al miteinan­der. Er macht auch eigene Musik, die klingt aber ganz anders als meine. Viel ern­ster und bei Spo­ti­fy als expliziter Inhalt gekennze­ich­net. Trotz­dem ist da auch Humor bei. Vor kurzem hat er auch seine eigene EP raus­ge­bracht, auf einem Song bin ich mit dabei: Eben­bild im Geiste. 

Fabi­an hab ich über seinen dama­li­gen Rap­blog ken­nen­gel­ernt. Er hat über mein Album “Morala­pos­tel” geschrieben und wir haben mehrere Inter­views gemacht. Irgend­wann hab ich ihn gefragt, ob er nicht etwas anderes mit mir machen möchte. Seit­dem ist er mein Man­ag­er und küm­mert sich um Book­ings. Bei Konz­erten sitzt er immer am Ein­gang und macht die Kasse. Obwohl er noch nen anderen Job hat, ist er gefühlt immer dabei und behält den Überblick über allem. 

Zustä­zlich dazu haben wir unsere Merch-Feen immer dabei, die alle Zuschauer her­zlich emp­fan­gen und sich neben­bei darum küm­mern, dass wir nicht in der Kälte ohne Jacke raus­ge­hen oder ähn­lich­es. Sie sind die Mut­tis des Haufens. Paul als unser Tech­niker sorgt immer für astreinen Sound und ist unser Küken. Er ist ein­er der zuver­läs­sig­sten Typen, die wir im Team haben, worüber wir alle sehr dankbar sind.

Mit Torsten am Schlagzeug gibt’s immer Knall­gas, immer Feuer und immer ein paar Insid­er auf der Bühne, über die wir drei uns schlap­plachen, aber kein ander­er mit­lacht, was es für uns noch witziger macht. Er ist auch schon seit drei Jahren mit dabei und ein­fach ein unfass­bar wichtiger Bestandteil, sowohl musikalisch als auch vor allem men­schlich, des ganzen Kon­struk­ts. Die schön­ste Glatze der Stadt.

MIT KÖLSCH-COLA ANSTOSSEN UND AB GEHT’S

Ein Auftritt hat eigentlich immer den gle­ichen Ablauf: Tech­niker und Crew sind meis­tens vor mir da und bauen schon mal alles auf. Wir ballern den Sound­check durch und gehen irgend­wo in der Nähe etwas essen. Mal Bur­ri­tos, mal nen Burg­er. Im Back­stage ziehen wir uns um vor dem Gig. Das kann schon mal ein Kabuff sein oder hin­ter nem DJ Pult. Einige Clubs haben aber auch ne Woh­nung, die dazuge­hört, dann ist es natür­lich entspan­nter. Kurz mit nem Kölsch-Cola anstoßen und ab geht’s.

JE LÄNDLICHER, DESTO MEHR FC

Ich würde sagen, meine Fans sind sehr gemis­cht. Es gibt die 8‑jährigen Jungs, die mit ihren Vätern kom­men, aber auch Jungstrup­pen, die Bock auf die Mits­ing-Songs haben. Mädels kom­men mit ihren Fre­undin­nen, Paare sind oft da und durch die Bank ist von allem etwas dabei. Je weit­er außer­halb der Stadt ich auftrete, desto mehr FC Trikots ste­hen im Pub­likum. 

Meine Community

Ich möchte nah­bar sein zu meinen Fans. Nach jedem Auftritt nehme ich mir Zeit und mache Fotos, schreibe Auto­gramm und plaud­ere ein biss­chen mit ihnen. Manche kom­men zu jedem Auftritt und sind ne Stunde vor Ein­lass da, nur um in der ersten Rei­he ste­hen zu kön­nen. Einige kenne ich mit­tler­weile per­sön­lich oder erin­nere mich an gemein­same Momente mit ihnen. Wie zum Beispiel Max, der mich vor dem Gig in Sieg­burg ansprach.  Ihn hat­te ich spon­tan, als ich mit Cen­giz und Fabi in Lux­em­burg war, angerufen über unsere What­sApp-Broad­cast Liste. Ich habe ihm gesagt: „Nenne mir eine Mo-Tor­res-Zeile und ich schreibe dich in Sieg­burg mit auf die Gästeliste.“ Das kon­nte er. Als wir vor dem Gig noch ein biss­chen durch die Stadt gelaufen sind, hat er mich gese­hen und sich nochmal ver­sichert, ob das noch ste­ht. „Natür­lich ste­ht das“, habe ich ihm gesagt, „ich ver­ste­he die Frage nicht.“

Dass Mo 24/7 für seine Musik und die Arbeit lebt, hat er uns bere­its let­ztes Jahr erzählt. Kurz bevor sein Album “4 Wände” erschien, trafen wir den Musik­er in der Kneipe Joode Lade und inter­viewten ihn. Am 9. Novem­ber tritt Mo-Tor­res im E‑Werk auf, es ist das Grande Finale für dieses Jahr. Tick­ets gibt es lei­der keine mehr, das Konz­ert ist ausverkauft. Für 2020 hat Mo sich noch etwas Größeres vorgenom­men. Was das ist, erfahrt ihr dann natür­lich bei uns.


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Mehr zu Mo-Tor­res kön­nt ihr hier lesen : Mo Tor­res: Der Rap­per hat mit Gang­stern nichts zu tun


Hyper­lokale Reportage: Die Club­tour von Mo-Tor­res

▽ Club­tour Reportage mit @Mo-Torres ▽Wir haben den Köl­ner Rap­per Mo-Tor­res bei sein­er diesjähri­gen Club­tour durch Köln und Umge­bung begleit­et und in dieser Reportage von Rab­bit­hole Video­pro­duk­tion bekommt ihr einen Ein­druck davon, wie viel Spaß die Crew (und wir) dabei hat­ten.

Post­ed by WE ARE CITY on Thurs­day, 24 Octo­ber 2019