Bleibt kölsch“ ist eine Rei­he von Tex­ten, die entsprechend der aktuellen Vorkomm­nisse in Köln, monatlich erscheint. Eine Stadt-Kolumne, die sich satirisch mit den Missstän­den und Beson­der­heit­en unser­er schö­nen Stadt auseinan­der­set­zt und sie mit einem Augen­zwinkern auf­bere­it­et. Der Autor, Leonard Kuh­nen, selb­st Köl­ner, möchte den Blick für das Absurde schär­fen und ein­fach mal den Fin­ger in die Wunde leg­en.

Planieren statt flanieren — Köln betoniert die Altstadtpromenade

Die Alt­stadt­prom­e­nade, einst Vorzeige-Flanier­meile der Stadt wird länger als gedacht unter ein­er hässlichen Asphaltschicht schlum­mern.
Nach zunehmenden Beschw­er­den einiger Kölner/innen, die auf­grund der gefühlt 20 unter­schiedlichen Boden­beläge mit ihren Rädern ins Schlingern geri­eten, wurde die einst so schöne Flanier­meile, die zulet­zt eher einem Bar­fuß­park als ein­er Prom­e­nade glich, vor ca. 1 Jahr ein­fach so asphaltiert. 

Die Poli­tik­er im Stad­trat wur­den von der Hau-Ruck-Aktion schein­bar auch nur spo­radisch informiert und so roll­ten damals die Flanier­rau­pen an und macht­en alles platt. 
Kai Lach­mann vom Amt für Straßen- und Verkehrsen­twick­lung sagte damals, dass man „so schnell wie möglich tätig wer­den musste, um Verkehrssicher­heit zu gewährleis­ten.“ 
Das ich nicht lach’, Mann.

Wie lange war denn schon klar, dass das Pot­pour­ri aus Belä­gen rutschig, ris­sig und kaputt war? Wie lange haben die Prom­e­naden-Mis­chun­gen der Stadt Köln mit ein­er sin­nvollen Sanierung gewartet, so dass jet­zt mal wieder eine hal­b­gare Notlö­sung her muss? 

Ich sage, min­destens so lange, wie die Alt­stadt­prom­e­nade nun unter ihrer Schand-Schicht begraben bleiben muss. Denn lei­der ist der Öffentlichkeit noch nicht bekan­nt, wie hoch der Sanierungs­be­darf der sog. Krag­plat­te ist, auf der, der Rhein-zuge­wandte Teil der Prom­e­nade thront. Kön­nte es also sein, dass die Stadt Köln schon recht lange von diesem Sanierungs­fall weiß, ihn aber auf­grund der zu erwartenden Kosten, auf die lange Bank geschoben hat? 
Nun dür­fen z.B. nur noch Liefer­fahrzeuge bis 4 Ton­nen Gewicht auf die Prom­e­nade. Davor waren es 16 Ton­nen. Warum nur? Müssen jet­zt die Pas­sagiere der KD von Vollpen­sion auf Über­nach­tung mit Früh­stück reduzieren, wenn die Dampfer nicht mehr vernün­ftig beliefert wer­den kön­nen? Wir wer­den es erleben.
Die Prom­e­nade wird auf jeden Fall weit­ere 6 Jahre hässlich bleiben, bevor eine vernün­ftige Lösung real­isiert wird. In der Zeit haben sich die Planier­rau­pen sich­er in Planier­schmetter­linge ver­wan­delt und sind hin­fort geflo­gen. Und falls die Prom­e­nade bis 2024 auf­grund der zu erwartenden Span­nungsris­sko­r­ro­sion nicht in den Rhein gefall­en ist, musste der Bitu­men-Belag, der jet­zt schon spröde wird bes­timmt noch 3 mal erneuert wer­den und dient bis dahin als Off-Road Test­strecke für E‑Scooter.

In diesem Sinne, bleibt Kölsch.

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