Es gibt da diese Idee — in einem Jahr rund um Köln zu wan­dern. Bewusst ein paar Stun­den dem Großs­tadt­trubel zu entkom­men. Bei Wind und Wet­ter rauszuge­hen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etap­pen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, ins­ge­samt 171 Kilo­me­ter. Die Etap­pen sind zwis­chen neun und 22 Kilo­me­ter lang und jede Etappe begin­nt und endet in der Nähe ein­er Bahn­sta­tion – also per­fekt für WE ARE CITY Großs­tadtkinder. Los geht es mit dem Köln Pfad: Etappe Eins.

ETAPPE EINS

VON RODENKIRCHEN NACH KLETTENBERG

An diesem Win­ter­mor­gen um acht Uhr tre­ffe ich mich mit Den­nis, einem Fre­und, der mich auf der ersten Etappe des Köln Pfads begleit­en wird. Wir starten an der Straßen­bahn Hal­testelle Hein­rich-Lübke-Ufer, hier fährt die Lin­ie 16 und begin­nt die erste Etappe. Die schwarzen weißen Markierun­gen des Köln Pfads führen uns an der „Alten Liebe“ zum Rhein hin­unter und weit­er stad­tauswärts. Als wir am Ufer von Rodenkirchen ent­lang gehen, geht langsam die Sonne über dem Rhein auf. Für einen kurzen Moment kön­nen wir ein paar Son­nen­strahlen erhaschen, bevor dann wieder die Regen­wolken den Him­mel Grau fär­ben. Wir begeg­nen Jog­gern und Hunde-Besitzern, es wird nett gegrüßt. Links von uns strömt der Rhein durch sein steiniges Bett, rechts wird der Weg gesäumt von Wohn­häusern, die langsam weniger wer­den und grü­nen Wiesen ihren Platz geben.

VORBEI GEHT ES AM ROSA HAUS, MIT ZEBRA AUF DEM BALKON, IN DIE WÄLDER

Hier zeigt die Natur ein ganz anderes Gesicht. Der Wald mit seinen dicht­ste­hen­den, win­terkahlen Laub­bäu­men wirkt in diesen frühen Mor­gen­stun­den noch verza­ubert. Doch die schmalen, matschi­gen Wald­wege führen uns stad­tauswärts bis nach Weiß. Am Anlege­platz ein­er Fähre führen uns die Markierun­gen vom Rhein­ufer weg. Wir fol­gen und eine Abzwei­gung zu weit haben uns ein Stück verir­rt. Verir­rt mit­ten in Weiß. Wir gehen zurück zum Rhein und fra­gen den näch­sten, den wir tre­f­fen nach einem Rat. „Lasst euch ein­fach treiben, dann find­et ihr schon zurück auf euren Weg“ ist die Antwort, die wir bekom­men. Okay, hil­ft uns erst­mal nicht wirk­lich, aber gesagt, getan. Auf dem näch­sten Weg gehen wir zurück in den Wald, wieder ein Stück zurück Rich­tung Rodenkirchen. Der Weg biegt sich und wir find­en eine weit­ere Markierung. Wir sind wieder auf der richti­gen Strecke. Die näch­ste Park­bank gehört nun uns und wir früh­stück­en erst ein­mal. Käse­brote wer­den aus­gepackt, Äpfel geteilt und Wass­er getrunk­en. Ein wenig die Ruhe genießen. Auf der Bank an der Kreuzung im Wald. Das ist Wan­dern – das sind die Momente, die Kraft geben und jeden Schritt möglich machen. Abschal­ten vom Großs­tadt­trubel.

WEITER GEHT ES BEI ETAPPE EINS DURCH DIE WÄLDER ZUM FORSTBOTANISCHEN GARTEN

Wieder den Markierun­gen fol­gend führt uns der Weg in den Forst­b­otanis­chen Garten. Hier erk­lären uns kleine Schilder am Wegrand, welch­er Baum vor uns ste­ht. Kinder spie­len lachend im Park und Sportler kom­men uns ent­ge­gen ger­an­nt. Ein typ­is­ch­er Sam­stag­mor­gen und ein wenig Stadt­ge­fühl. Schnell lassen wir dies wieder hin­ter uns, wir laufen weit­er durch Wälder, über eine kleine Fußgänger Brücke kreuzen wir die Auto­bahn A4 und ste­hen plöt­zlich im Äußeren Grüngür­tel. Hier starten wir in den let­zten Abschnitt unser­er Wan­derung. Vor uns liegen nun hügelige Wiesen, durch­zo­gen von kieshellen Fußgänger­we­gen, rechts und links gesäumt von weni­gen Bäu­men.

Dem Äußeren Grüngür­tel fol­gend näh­ern wir uns wieder Stadt­ge­bi­et. Zoll­stock liegt zu unser­er recht­en und jet­zt um die Mit­tagszeit begeg­nen wir immer mehr Men­schen. Vor­bei an einem kleinen zuge­frore­nen Wei­her führt uns der Weg Rich­tung Mil­itär­ring. Diesen kreuzen wir mit der Bahn­brücke und kön­nen nun einen uner­warteten, kurzen Blick auf den Dom wer­fen. Hach, Köln.

DIE LETZTEN ZWEI KILOMETER DES KÖLN PFAD: ETAPPE EINS

Ein Stück weit­er in Klet­ten­berg liegen bere­its die let­zten zwei Kilo­me­ter der Strecke vor uns. Quer durch das Wohnge­bi­et mit seinen Rei­hen­häusern und Klein­gar­te­nan­la­gen führen uns die let­zten Meter zum Klet­ten­berg­park und der gle­ich­nami­gen Hal­testelle. Hier endet der Köln Pfad: Etappe Eins und die zweite Etappe des Köln Pfads begin­nt, auf der wir uns näch­sten Monat weit­er treiben lassen. Wir genießen noch kurz dieses Wan­der­glück, dass mitschwingt nach ein­er Etappe, wie dieser. Die Beine sind schw­er und leicht zugle­ich und wir glück­lich, dass wir die 22 Kilo­me­ter geschafft haben. Also ab in die Bahn und kurz nach Hause fahren, duschen und dann geht es bald weit­er rund um Köln mit Etappe 2.

Der Köl­npfad: Etappe Eins

Start: Straßen­bahn Hal­testelle Hein­rich-Lübke-Ufer 
Ende: Straßen­bahn Hal­testelle Klet­ten­berg­park 
Dis­tanz: 22 Kilo­me­ter
Dauer: ca. 5–6 Stun­den
Die Strecke: Eben­erdig, aber die Läng­ste Dis­tanz von allen Etap­pen. Wer möchte kann die Strecke daher auch in zwei Abschnitte wan­dern – ger­ade für Anfänger beson­ders geeignet. 
Beson­der­heit: Ein schön­er Fleck für eine kleine Pause ist der Forst­b­otanis­che Garten, hier lässt sich auch abseits des Weges gut die Natur genießen und entspan­nen. 
Aus­rüs­tung: Festes Schuh­w­erk und bequeme, aber eher engan­liegende Klam­ot­ten – wer möchte kann auch eine Sporthose anziehen, ist hier aber noch nicht unbe­d­ingt nötig. 
Soll­tet ihr immer dabei haben: Genug Wass­er, belegte Brote und Blasenpflaster

AUF EINEN BLICK

Köl­ner Eifelvere­in — Köl­npfad
Web­seite
Boot­shaus Alte Liebe, Rodenkirch­en­er Leinpfad, 50996 Köln
Web­seite


DER KÖLN PFAD IST EINE SERIEDIE ALLE VIER WOCHEN AUF WEARECITY ERSCHEINTDU WILLST DIE ANDEREN EPISODEN AUCH LESEN?

Köln Pfad – in einem Jahr rund um Köln
Köln Pfad: Etappe Zwei – in einem Jahr rund um Köln
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Köln Pfad: Etappe Vier – in einem Jahr rund um Köln
Köln Pfad: Etappe Fünf – in einem Jahr rund um Köln