Feldweg mit Wald rechts und Feld links

Es gibt da diese Idee — in einem Jahr rund um Köln zu wan­dern. Bewusst ein paar Stun­den dem Großs­tadt­trubel zu entkom­men. Bei Wind und Wet­ter rauszuge­hen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etap­pen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, ins­ge­samt 171 Kilo­me­ter. Die Etap­pen sind zwis­chen neun und 22 Kilo­me­ter lang und jede Etappe begin­nt und endet in der Nähe ein­er Bahn­sta­tion – also per­fekt für WE ARE CITY Großs­tadtkinder. Los geht es mit dem Köln Pfad: Etappe Vier.

ETAPPE VIER

VON WORRINGEN NACH MERKENICH

Etappe 4 des Köln Pfads führt von Wor­rin­gen nach Merkenich, ist unge­fähr 11 Kilo­me­ter lang und für mich eine neue Her­aus­forderung. Denn ich hat­te am Ende mein­er let­zten Wan­derung beschlossen diese Strecke alleine zu gehen. Ganz alleine, nur mit mir selb­st. Ich will her­aus­find­en, ob ich das kann. So ganz alleine auf einem Weg unter­wegs zu sein, den ich nicht kenne.
Wie ihr bere­its wisst, bere­ite ich mich nicht groß vor, bevor ich auf Wan­derung gehe, denn der Köln Pfad ist mit seinen schwarz weißen Markierun­gen, mal mehr, mal weniger gut aus­ges­tat­tet. Und eigentlich find­et man auch immer wieder auf seinen Weg zurück. Soll­ten alle Stricke reißen ist man ja auch immer noch in Köln und find­et sich­er einen anderen Weg nach Hause.

DER EINSTIEG IN DIE VIERTE ETAPPE IN WORRINGEN

Also stürze ich mich in mein kleines Aben­teuer. Mit der S11 fahre ich quer durch die Stadt bis nach Wor­rin­gen. Hier angekom­men finde ich schnell den Ein­stieg in die vierte Etappe. Zu mein­er großen Über­raschung führt mich der Weg direkt in ein Naturschutzge­bi­et. Schilder an den Seit­en erzählen Geschicht­en über Jahreszeit­en, erk­lären Bäume und Pflanzenarten und direkt vergesse ich, dass ich immer noch in Köln bin. Ein schmaler Weg führt mich weit­er bis zum Rand des Waldes, welch­er an weite Felder anschließt. Links von mir also Felder, rechts von mir das Naturschutzge­bi­et. Dieses grünt so sehr und über­all zwitschert es, dass es fast an ein Märchen erin­nert. Ein schmaler Tram­pelp­fad führt mich eine ganze Weile am Rand dieses ver­wun­sch­enen Waldes ent­lang. Mein Weg wird gekreuzt von riesi­gen Sch­neck­en und auch ein Baum liegt ein­mal quer über dem Weg, das let­zte Unwet­ter ist nicht lange her. Hier ist so wenig los, dass ich nur ein­er einzig anderen Per­son begeg­ne in der ersten Stunde mein­er Wan­derung. Eine Frau, die mit ihrem Hund eine Runde ums Feld spaziert. Es wird nett gegrüßt und ich gehe weit­er meinen Weg.

NEUE ENTDECKUNGEN AUF DEM KÖLN PFAD ETAPPE VIER

Dann ganz plöt­zlich, eine ganz andere Atmo­sphäre. Die Markierun­gen führen mich über einige Kieswege und Land­straßen, hin zu einem Deich. Hier ste­ht eine Bank und weil ich schon gut eine Stunde unter­wegs bin, mache ich kurz Pause und früh­stücke. Ich schaue mich ein wenig um und dann wird mir plöt­zlich klar, hin­ter dem Deich, da fließt mit ein wenig Abstand der Rhein. Ganz ehrlich, war mir nicht bewusst. Aber genau das ist der Grund, warum ich ange­fan­gen habe den Köln Pfad zu wan­dern, ich wollte meine Stadt ent­deck­en. Nach mein­er kurzen Pause führen mich die Markierun­gen weit­er über den Deich, par­al­lel am Rhein ent­lang und bis nach Lan­gel. Auf diesem Weg pfeift der Wind etwas stür­mis­ch­er und am Him­mel ziehen grauschwarze Wolken auf. Ich werde von älteren Paaren auf Fahrrädern über­holt, komme an Spargelfeldern vor­bei und immer wieder wan­dert mein Blick zum Rhein.

DER LETZTE KILOMETER AUF DEM KÖLNPFAD BIS NACH MERKENICH

In Lan­gel war ich vorher auch noch nie, aber die alten Back­stein­häuser, kleinen Gassen, die Nähe zum Rhein und auch die fre­undlich grüßen­den Men­schen wirken ein­ladend. Auch das ist noch Köln, auch wenn es so gar nicht wie Großs­tadt wirkt. Kurz nach­dem ich Lan­gel ver­lasse, fängt es heftig an zu reg­nen und ich bin trotz guter Regen­jacke schnell klitschnass. Die Pfützen in meinen Wan­der­schuhen wer­den größer, aber auch das ist kein Grund aufzuhören, nur mein Gang wird etwas schneller. Denn das ist Ziel liegt nur noch unge­fähr vier Kilo­me­ter vor mir. Also weit­er am Rhein ent­lang. Es dauert nicht lange, da rückt sich bere­its die Lev­erkusen­er Rhein­brücke in mein Sicht­feld, an dessen Ende Merkenich liegt und ein paar Schritte weit­er, bin ich bere­its am Ziel. Die let­zten Kilo­me­ter ver­fliegen fast und trotz des Regens habe ich wirk­lich gute Laune. Ich glaube, ich mag dieses alleine Wan­dern. Denn so wirk­lich allein habe ich mich heute gar nicht gefühlt. Die Strecke war wirk­lich gut markiert und auch die Dis­tanz dur­chaus entspan­nt. Vielle­icht sollte ich das öfter machen, über­lege ich mir, als ich in der Lin­ie 12 der KVB sitze und zurück nach Hause fahre. So alleine wan­dern hat irgend­wie etwas ganz beson­deres. Wer das selb­st mal aus­pro­bieren möchte, dem kann ich diese Etappe wirk­lich nur empfehlen.

Der Köln Pfad auf einen Blick
Etappe Vier

Start: S11 Hal­testelle Wor­rin­gen
Ende: KVB Hal­testelle Merkenich Lin­ie 12
Dis­tanz: 11 Kilo­me­ter
Dauer: ca. 2 1/2 Stun­den
Die Strecke: Mit der S11 fahrt ihr raus Rich­tung Wor­rin­gen, hier angekom­men wan­dert ihr durch das Naturschutzge­bi­et, ent­lang von vie­len Feldern und über einen Deich am Rhein bis nach Lan­gel. Hier kön­nt ihr eine Pause ein­le­gen bevor dann die zweite Hälfte der Strecke startet. Von Lan­gel sind es noch mal gut vier Kilo­me­ter bis zum Ziel fast kom­plett am Rhein ent­lang.
Empfehlenswert: Diese Strecke ist sehr gut aus­geschildert und eignet sich auch auf Grund ihrer Länge per­fekt um das Wan­dern allein mal auszupro­bieren.
Aus­rüs­tung: Verzichtet auf dieser Strecke lieber auf eure Wan­der­schuhe und tragt Sport-Lauf-Schuhe, da ihr viel über Beton und unter­schiedliche harte Böden gehen werdet ist die flex­i­blere Sohle empfehlenswert.
Soll­tet ihr immer dabei haben: Belegte Brote, aus­re­ichend Wass­er und auf jeden Fall eine Kam­era, hier auf der Strecke gibt es viel zu sehen. Wer im Som­mer wan­dert sollte außer­dem für viel Son­nen­creme sor­gen, da die Strecke wenig Schat­ten bietet.

AUF EINEN BLICK

Köl­ner Eifelvere­in — Köln Pfad
Web­seite


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