Gepflasterter Weg mit Bäumen direkt am Rhein

Es gibt da diese Idee — in einem Jahr rund um Köln zu wan­dern. Bewusst ein paar Stun­den dem Großs­tadt­trubel zu entkom­men. Bei Wind und Wet­ter rauszuge­hen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etap­pen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, ins­ge­samt 171 Kilo­me­ter. Die Etap­pen sind zwis­chen neun und 22 Kilo­me­ter lang und jede Etappe begin­nt und endet in der Nähe ein­er Bahn­sta­tion – also per­fekt für WE ARE CITY Großs­tadtkinder. Los geht es mit dem Köln Pfad: Etappe Fünf.

ETAPPE FÜNF

VON MERKENICH NACH MÜLHEIM 

Als es an meinem ersten geplanten Wan­dertag fast 40 Grad waren, habe ich mich bewusst dage­gen entsch­ieden auch nur einen Schritt zu Wan­dern. Eine Woche später und schon mit etwas Zeit­druck, weil dieser Artikel endlich fer­tig wer­den soll, mache ich mich dann bei „kühlen“ 28 Grad auf den Weg Rich­tung Merkenich. Hier wo ich Etappe 4 klitschnass abgeschlossen habe, beginne ich heute bei sehr hochsom­mer­lichen Tem­per­a­turen, fast savan­nenar­tig, meine Wan­derung. 

MIT DEM KÖLN PFAD NACH NIEHL

Etappe 5 gestal­tet sich bere­its zu Anfang schwierig. Zwar finde ich direkt zu Beginn ein großes Infos­child des Köln Pfads, doch lei­der nicht mehr. Die Großbaustelle an der Auto­bahn­brücke wirkt sich auch auf die Straßen drum herum aus und hat anscheinend alle Markierun­gen ver­schwinden lassen. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn schon in der Bahn hat­te ich mir über­legt den ersten Teil der Wan­derung etwas anders anzuge­hen. Da an diesem Woch­enende das Sum­mer­jam am Füh­linger See stat­tfind­et, lasse ich diesen Teil der Wan­derung aus und laufe direkt zum Rhein hin­unter. Dieser bringt mich ja auch nach Niehl, wo ich dann in die Etappe ein­steigen kann.
Soweit zu min­destens der Plan. Also laufe ich los.

VERLASSENE WEGE AUF DEM KÖLN PFAD: ETAPPE 5

Mein Weg führt mich ein Stück durch Merkenich, an Rei­hen­häusern vor­bei, bis ich dann in die Rhein­aue laufe. Links von mir sehe ich die Lev­erkusen­er Brücke. Ich laufe weit­er bis zum Rhein hier biege ich rechts ab und folge dem Fluss stadtein­wärts. Der Weg ist schmal und wenig belaufen, nur ein­mal kommt mir ein junges Paar mit Hund ent­ge­gen. Die Sonne knallt vom Him­mel und ich bin froh, dass ich mich vorher noch mit Son­nen­milch eingecremt habe. Rechts und links vom Weg blüht es, die Büsche und Wiesen strahlen in sat­tem Grün und der Rhein fließt stetig in seinem Bett. Der Weg wird schmaler, die Blät­ter­decke der Bäume dichter und irgend­wann gelange ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr traue weit­er zu gehen. Alleine unter­wegs bin ich mir nicht sich­er, was mich erwartet. Also kehre ich um, laufe zurück zur Rhein­aue, biege links auf einen bre­it­en Wald­weg ein, der mich nach kurz­er Zeit zu ein­er Straße führt. Die Sonne gibt alles und ich bin nach nur ein­er Stunde zu Fuß an ein­er ersten Gren­ze, vor allem men­tal. Mich ärg­ert, dass ich mich nicht getraut habe weit­er dem kleinen Weg zu fol­gen. Aber es jet­zt doch nochmal zu ver­suchen ist heute keine Option. Der neue Weg führt mich durch ein Indus­triege­bi­et. Irgend­wann erkenne ich wo ich bin und nehme die näch­ste Bahn um aus dieser tris­ten Indus­trie Ecke hin­aus zu kom­men. Vier Sta­tio­nen später steige ich wieder aus und bin in Niehl. Hier steige ich in die zweite Hälfte mein­er Wan­derung ein und bin direkt auf dem Etap­pen­weg. Dieser führt mich am Rhein ent­lang. Links der Fluss, Rechts kleine Ein­fam­i­lien­häuser, eine Kirche und eine Gästestätte. Es ist Schat­tig, ein biss­chen Wind geht und ich kann mich entspan­nen. Dann führt mich die Markierung über eine kleine schmale Fußgänger­brücke. Meine näch­ste Her­aus­forderung, aber dies­mal gibt es kein Drumherum kom­men. Also folge ich den Markierun­gen über die Brücke. Einat­men. Ausat­men. 

DIE LETZTEN KILOMETER BIS ZUR MÜLHEIMER BRÜCKE

Etappe 5 ver­langt viel von mir, doch als ich über die Brück hinüber bin, bin ich wie in ein­er anderen Welt. Hier direkt am Rhein kom­men mir Jog­ger ent­ge­gen, haben Ver­liebte Dates und die Natur tut ihr übriges und zeigt sich von sein­er som­mer­lich schö­nen Seite. Nach ein­er kurzen Pause auf ein­er der vie­len Park­bänke. Laufe ich hier die let­zten vier Kilo­me­ter bis zur Mül­heimer Brücke. Vergesse alle Hür­den und freue mich nur noch über das was ich in diesem Moment sehe und über jeden Schritt der mich meinem Ziel näher bringt. Ich steige die Trep­pen der Mül­heimer Brücke hin­aus, Rad­fahrer kom­men mir ent­ge­gen und nach fünf Minuten habe ich den Rhein über­quert. Ich laufe wieder Trep­pen­stufen hin­unter, folge der Straße. Komme zu einem Kiosk, ich kaufe Wass­er und Eis und gehe noch ein paar Meter runter zum Rhein­ufer. Auf ein­er kleinen Stein­wand nehme ich Platz und esse mein Eis. Etappe 5 ist geschafft und ich auch irgend­wie sehr. Im Som­mer zu wan­dern ist nicht ohne und auch dieses Alleine Wan­dern hat mich heute an meine Gren­zen gebracht. Vielle­icht wird deswe­gen Etappe 6 wieder ganz anders. 

Der Köln Pfad auf einen Blick
Etappe
Fünf

Start: KVB Hal­testelle Merkenich Lin­ie 12
Ende: Wiener Platz in Mül­heim 
Dis­tanz: 13 Kilo­me­ter
Dauer: ca. 2 1/2 Stun­den
Die Strecke: Von Merkenich aus lauft ihr am Füh­linger See ent­lang, par­al­lel zur Neuss­er Land­straße nach Lon­gerich und über Niehl zum Rhein. Von dort geht es weit­er über den Molenkopf (Niehler Hafen) und die Mül­heimer Brücke bis nach Mül­heim zum Wiener Platz. 
Empfehlenswert: Lauft die Strecke doch ein­fach anders herum, ger­ade jet­zt im Som­mer ist der per­fek­te Abschluss dieser Wan­derung doch ein Sprung ins küh­le Wass­er des Füh­linger Sees. Aus­rüs­tung: Auch auf Etappe 5 gilt — Verzichtet auf dieser Strecke lieber auf eure Wan­der­schuhe und tragt Sport-Lauf-Schuhe, da ihr viel über Beton und unter­schiedliche harte Böden gehen werdet ist die flex­i­blere Sohle empfehlenswert. 
Soll­tet ihr immer dabei haben: Wirk­lich aus­re­ichend Wass­er, packt im Som­mer lieber die dop­pelte Menge ein, eur­er Kör­p­er wird es euch danken. Außer­dem Son­nen­creme, da die Strecke wenig Schat­ten bietet.

AUF EINEN BLICK

Köl­ner Eifelvere­in — Köln Pfad
Web­seite


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