Bild vom Escher Baggerloch

Es gibt da diese Idee — in einem Jahr rund um Köln zu wan­dern. Bewusst ein paar Stun­den dem Großs­tadt­trubel zu entkom­men. Bei Wind und Wet­ter rauszuge­hen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etap­pen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, ins­ge­samt 171 Kilo­me­ter. Die Etap­pen sind zwis­chen neun und 22 Kilo­me­ter lang und jede Etappe begin­nt und endet in der Nähe ein­er Bahn­sta­tion – also per­fekt für WE ARE CITY Großs­tadtkinder. Los geht es mit dem Köln Pfad: Etappe Drei.

ETAPPE DREI

VON BOCKLEMÜND NACH WORRINGEN

An diesem Früh­lingsmor­gen schieben sich graue Wolken über den Him­mel, Regen ist ange­sagt und von der Sonne lei­der wenig zu sehen. Doch wie aus­gemacht wird natür­lich auch heute gewan­dert, auch das ist Teil der Her­aus­forderung. Bei Wind und Wet­ter trotz­dem hin­aus zu gehen und dem Großs­tadt­trubel für ein paar Stun­den den Rück­en zuzukehren, denn wie meine Mut­ter schon immer sagte, es gibt kein schlecht­es Wet­ter nur die falsche Klei­dung. Also Regen­jacke ange­zo­gen, dick­en Pul­li drunter und eine Laufhose an, welche schnell wieder trock­net und fer­tig ist das per­fek­te Wan­der All­wet­ter Out­fit.

LOS GEHT ES NACH WORRINGEN AUF DEM KÖLN PFAD: ETAPPE DREI

Mit den Straßen­bahn Lin­ien 3 und 4 erre­icht man sehr gut die KVB Hal­testelle Bock­lemünd. Hier startet Etappe 3, unser Tre­ff­punkt an diesem Mor­gen mit mein­er Mama und einem mein­er besten Fre­unde. Zu dritt machen wir uns auf, los geht es auf dem Wan­der­weg nach Wor­rin­gen. Doch schon die erste Abbiegung ver­passen wir, so ver­laufen wir uns kaum dass wir los gewan­dert sind. Die schwarz weißen Markierun­gen sind hier in Bock­lemünd rar und schw­er zu find­en. Doch nach­dem wir kurz die Ori­en­tierung ver­loren haben, find­en wir bald im Wald zwis­chen Bock­lemünd und Men­genich wieder zurück auf den Etap­pen Pfad. Der Wald hier ist matschig vom Regen der let­zten Tage und die jun­gen Bäume ste­hen rechts und links in Rei­he und Glied. So hat der Wald eine Strenge, die kaum Wild­nis zulässt. Ein paar Meter weit­er kreuzen wir den Mil­itär­ring und kom­men in einen ganz anderen Wald­ab­schnitt. Etwas ver­wun­schen, fast wie in einem Märchen wirkt hier die Natur. Wir kom­men an einem kleinen Landgut vor­bei und laufen in den Wald unter die Bäume, die wie ein Bogen gewach­sen sind und ein­laden weit­er dem Weg zu fol­gen.

ÜBERRASCHUNGEN AUF DEM KÖLN PFAD: ETAPPE DREI

Kurz genießen wir die Ruhe und die Son­nen­strahlen, die durch die Bäume fall­en, bevor sich dann wieder Wolken vor die Sonne schieben. Eine Markierung weit­er wer­den wir auf die Felder links von der Auto­bahn geführt. Wir fol­gen dem Feld­weg und suchen die näch­sten Markierun­gen, doch vergebens. Zum zweit­en Mal an diesem Tag ver­laufen wir uns auf der Strecke. Und ste­hen plöt­zlich mit­ten im Nir­gend­wo auf ein­er schmalen Straße. In diesem Moment brin­gen Hirten ihre Schafe und Läm­mer auf die neuen Felder. Getrieben laufen hun­derte Schafe und Läm­mer auf uns zu, kurz über­legen wir was zu tun ist und bleiben dann ein­fach in Mit­ten der Herde ste­hen, bis diese weit­erge­zo­gen ist. Zu dritt ste­hen wir einen Moment lang etwas arg­wöh­nisch zwis­chen den Tieren und genießen in der Sonne, die sich durch die Wolken kämpft. Ein kleines Naturschaus­piel. Als wir wieder alleine sind, kon­trol­lieren wir kurz unseren Stan­dort und suchen uns einen Weg zurück auf die Etappe.

KAFFEE UND KUCHEN ZWISCHEN DEM WANDERN

Unter der Auto­bahn­brücke durch führt uns ein klein­er Wald­weg direkt zum Esch­er Bag­ger­loch. Hier set­zen wir uns auf eine kleine Bank und machen eine But­ter­brots-Pause. Genießen den Blick aufs Wass­er und lauschen Anek­doten mein­er Mama. Mit neuer Kraft in den Beinen laufen wir dreivier­tel um das Bag­ger­loch herum und sind dann in Esch. Als wir ger­ade in der Stadt­mitte ankom­men wird der Him­mel fast schwarz und ganz plöt­zlich brechen die Wolken und stark­er Regen fällt auf die Straßen. Wir laufen schnellen Schrittes weit­er und find­en zum Glück das kleine Kün­stler­café Miro. Schnell rein, bevor es anfängt zu Hageln. Bei einen Stück haus­gemacht­en Kuchen und ein­er Tasse Kaf­fee, trock­nen unsere Klam­ot­ten und wir wär­men uns es etwas auf. Typ­isch Früh­ling ziehen ein paar Minuten später die Wolken weit­er und machen der Sonne wieder Platz. Zeit für uns wieder weit­er zu wan­dern.

DIE LETZTEN KILOMETER DER ETAPPE DREI

Von Esch aus sind es nun nur noch ein paar let­zte Kilo­me­ter der ins­ge­samt 16 Kilo­me­ter lan­gen Strecke bis zum Ziel. Die Etappe ist also fast geschafft und beschert uns auf den let­zten paar Metern noch wun­der­schöne kleine Aus­blicke, ver­wun­sch­ene Waldeck­en und weite Felder. Und ganz plöt­zlich sind wir dann schon am Ziel für den heuti­gen Tag. Mit­ten in Wor­rin­gen ste­hen wir am Bah­n­gleis und warten noch ein paar Minuten auf die Bahn, die uns zurück in die Wirk­lichkeit bringt.

Kurz lasse ich die Gedanken schweifen und beschließe Etappe 4 ein­fach ein­mal kom­plett alleine zu wan­dern. Ohne Fre­unde und Fam­i­lie, ein­fach nur ich allein, wie das ist lest ihr dann Ende Mai.

Der Köln Pfad auf einen Blick
Etappe Drei

Start: Straßen­bahn Hal­testelle Bock­lemünd
Ende: S11 Hal­testelle Wor­rin­gen
Dis­tanz: 16 Kilo­me­ter
Dauer: ca. 4 Stun­den
Die Strecke: Von Bock­lemünd führt die Strecke zunächst durch Waldge­bi­ete, bis ihr dann ent­lang mehrerer Straßen und auf Feld­we­gen lauft, bis ihr plöt­zlich ganz schnell in Wor­rin­gen ste­ht. Ihr soll­tet euch vorher allerd­ings die Strecke anse­hen – die Beschilderung auf dieser Etappe ist rar.
Empfehlenswert: Das Café Miro in Esch ist einen Besuch wert. Hier gibt es haus­gemachte Kuchen und viele herzhafte, warme Leck­ereien. Wenn ihr in großer Runde unter­wegs seid, dann emp­fiehlt es sich hier einen Tisch zu reservieren.
Aus­rüs­tung: Verzichtet auf dieser Strecke lieber auf eure Wan­der­schuhe und tragt Sport-Lauf-Schuhe, da ihr viel über Beton und unter­schiedliche harte Böden gehen werdet ist die flex­i­blere Sohle empfehlenswert.
Soll­tet ihr immer dabei haben: Belegte Brote, aus­re­ichend Wass­er und vielle­icht den Wan­der­schnaps für die gute Stim­mung, wenn ihr euch wieder ein­mal ver­laufen habt.


AUF EINEN BLICK

Köl­ner Eifelvere­in — Köl­npfad
Web­seite
Café Miro, Frohn­hof­s­trasse 33, 50765 Köln
Web­seite


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