Gruppe von Menschen

Es gibt da diese Idee — in einem Jahr rund um Köln zu wan­dern. Bewusst ein paar Stun­den dem Großs­tadt­trubel zu entkom­men. Bei Wind und Wet­ter rauszuge­hen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etap­pen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, ins­ge­samt 171 Kilo­me­ter. Die Etap­pen sind zwis­chen neun und 22 Kilo­me­ter lang und jede Etappe begin­nt und endet in der Nähe ein­er Bahn­sta­tion – also per­fekt für WE ARE CITY Großs­tadtkinder. Los geht es mit dem Köln Pfad: Etappe Neun.

ETAPPE NEUN

VON BENSBERG NACH WAHN

Nach­dem ich so viele Monate schon über das Wan­dern schreibe, kam immer wieder die Frage nach ein­er gemein­samen Wan­derung auf. Einem Tag zusam­men mit den Lesern dieser Kolumne, Mit­gliedern der Redak­tion und Fre­un­den. Zu Beginn sträubte ich mich ein wenig, hat­te ich doch ger­ade das Alleine Wan­dern für mich ent­deckt, doch je länger ich unter­wegs war, desto mehr Anfra­gen erhielt ich und so wuchs im Sep­tem­ber der Gedanke eines WE ARE CITY Wan­dertages. Gemein­sam mit der WE ARE CITY Redak­tion plante ich unseren Com­mu­ni­ty Wan­dertag Anfang Okto­ber — „Gemein­sam ein paar Kilo­me­ter zurück­le­gen, mit Fre­un­den und Fam­i­lie, das Draußen sein genießen und dabei Köln von ein­er ganz anderen Seite ken­nen ler­nen. Das alles wün­schen wir uns von dieser Wan­derung und freuen uns über jeden der uns begleit­et und mit uns die schwarz weißen Markierun­gen des Köln Pfads sucht, die uns den Weg weisen.“, so stand es im Ein­ladung­s­text der WE ARE CITY Wan­dertag Ver­anstal­tung auf unser­er Face­book Seite.

Ein paar Zusagen später, ist es bere­its so weit und der Wan­dertag ste­ht an. Vor uns liegt an diesem Feiertag, dem 3.Oktober, die Etappe 9 des Köln Pfads, ein­mal von Bens­berg über den höch­sten Berg Kölns bis nach Köln Wahn, ins­ge­samt 18 Kilo­me­ter. 

HOCH GEHT ES AUF KÖLNS GROSSTEN GIPFEL

Der Mor­gen ist wie jed­er andere Wan­der­mor­gen. Ich packe meinen gel­ben Ruck­sack, steige in meine Wan­der­schuhe und mache mich alleine auf den Weg zum Rudolf­platz. Dieser diente uns an diesem Tag als erster Tre­ff­punkt. Doch kurz bevor ich dort ankomme steigt leichte Ner­vosität in mir auf. Was wenn nie­mand kommt, ist so eine Ver­anstal­tung doch immer so schön unverbindlich und das Wet­ter spielte an diesem Mor­gen auch nicht so richtig mit. Leichter Niesel­re­gen und graue Wolken am Him­mel lassen bes­timmt den ein oder anderen im Bett liegen. Ich laufe weit­er Rich­tung Rudolf­platz, biege um die let­zte Kurve und vor mir auf dem Bahn­steig ent­decke ich vere­inzelt schon ein paar Men­schen in Wan­der­schuhen. Dur­chat­men, alles wird gut. Wir begrüßen uns, ler­nen uns kurz ein wenig ken­nen, warten noch ein paar Minuten auf die Bahn und fahren dann gemein­sam Rich­tung Bens­berg. Immer mehr Wan­der­leute steigen hinzu und unsere kleine Wan­dertruppe wird immer größer. In Bens­berg angekom­men ist die Gruppe auf 15 Wan­der­er und ein paar Hunde angewach­sen. Wir machen ein Grup­pen­bild und dann gehen wir gemein­sam los auf den Etap­pen­weg, unser erstes Ziel an diesem Mor­gen der Monte Trodelööh, Kölns höch­ster Gipfel.

Gemein­sam in ein­er Gruppe muss man erst ein­mal zu einan­der find­en, das gemein­same Tem­po absteck­en, einen ein­heitlichen Weg find­en und immer wieder auch für sich selb­st fes­tle­gen, möchte ich jet­zt ger­ade mit jeman­den sprechen, oder finde ich Ruhe ger­ade ganz gut und gehe deswe­gen vielle­icht eher am Ende der Gruppe.

Lina Reitz

Wir fol­gen gemein­sam den schwarz weißen Markierun­gen hinein in den Königs­forst, laufen über Wald­bö­den voll bun­ten Herb­st Blät­tern und so langsam find­en wir in unser gemein­sames Tem­po. Es ist ein ganz anderes Wan­dern als das was ich dieses Jahr bere­its ken­nen ler­nen durfte. Gemein­sam in ein­er Gruppe muss man erst ein­mal zu einan­der find­en, das gemein­same Tem­po absteck­en, einen ein­heitlichen Weg find­en und immer wieder auch für sich selb­st fes­tle­gen, möchte ich jet­zt ger­ade mit jeman­den sprechen, oder finde ich Ruhe ger­ade ganz gut und gehe deswe­gen vielle­icht eher am Ende der Gruppe. Wir laufen die ersten Kilo­me­ter der Strecke und schon bald tre­f­fen wir auch auf andere Wan­der­grup­pen. Es wird viel gere­det und die Gruppe, obwohl sich vorher kaum jemand ken­nt find­et immer mehr zusam­men und immer neue The­men. Ein Müll­beu­tel wird aus­gepackt und plöt­zlich sam­melt ein klein­er Teil unser­er Wan­dertruppe Müll vom Wald­bo­den auf, während wir weit­er unserem ersten Ziel näher kom­men. Der Monte Trodelööh ist Kölns höch­ster Berg. Natür­lich ist das mit einem kleinen Augen­zwinkern zu betra­cht­en, den­noch gibt es ein Gipfel­buch und auch wir tra­gen uns ein und leg­en hier unsere erste kleine Pause ein. Einen Wan­der­schnaps später gehen wir weit­er unseren Weg Rich­tung Köln Wahn. Noch ein paar Kilo­me­ter weit­er laufen wir durch den herb­st­bun­ten Königs­forst, bevor wir dann eine bre­ite viel­be­fahrene Land­straße, Bah­n­gleise und eine kleine Brücke über­queren und dann am Anfang der Wah­n­er Hei­de ste­hen

DIE LETZTEN KM AUF DEM KÖLN PFAD

Hier liegen vor uns keine bre­it­en angelegten Wald­wege mehr, son­dern schmale Tram­pel Pfade, die Gruppe kommt näher zueinan­der. Und plöt­zlich öff­nen sich die Wolken und ein Regen­guss entleert sich. Gemein­sam stellen wir uns unter den näch­sten großen alten Baum, an dem noch genug Blät­ter hän­gen und warten den ersten Regen ab. Allzu schnell will der Regen allerd­ings nicht enden und so pack­en die ersten die But­ter­brote aus und wir machen unsere zweite kleine Pause an diesem Tag. Ein paar Minuten später nimmt der Regen ab und wir entschei­den uns weit­er durch den leicht­en Niesel­re­gen zu laufen. Die Etappe steckt uns allen in den Knochen und man merkt, jed­er von uns sehnt sich nach dem Ende der Etappe. Diesen Moment gibt es auf jed­er Etappe, man weiß man ist bere­its lange unter­wegs, hat schon mehr als zwei­drit­tel der Etappe hin­ter sich und dann will man es nur noch zu Ende brin­gen. Endlich in der Bahn sitzen, was trinken, vielle­icht die Reste vom But­ter­brot aufessen und dann zuhause warm duschen und den Tag ein­fach Tag sein lassen. An diesem Punkt angekom­men wird die Gruppe unseres Wan­dertages schneller, das Tem­po erhöht sich zum Ende hin noch ein­mal und ganz plöt­zlich sind wir in Wahn. Die Häuser um uns herum wer­den mehr und jet­zt sind es nur noch wenige Schritte bis zu Bahn­hal­testelle.

ABSCHLUSS DES WE ARE CITY WANDERTAGS

Dann ist es ganz plöt­zlich geschafft, 18 Kilo­me­ter in vier Stun­den und mit ein paar kleinen Pausen, ein­mal von Bens­berg nach Köln Wahn. An der Hal­testelle angekom­men ste­hen wir noch einen Moment zusam­men, glück­liche Gesichter schauen sich an, wir klatschen ein­mal für uns selb­st. Machen noch ein Abschluss­bild und kurze Zeit später steigen wir in die Bahn Rich­tung Innen­stadt. Ein paar Sta­tio­nen fahren wir noch gemein­sam, nach und nach wird die Gruppe wieder klein­er, wir ver­ab­schieden uns voneinan­der und ganz neben­bei ist die Idee geboren, das zu wieder­holen. Wir alle wollen wieder gemein­sam wan­dern gehen und freuen uns wenn sich der ein oder andere im näch­sten Jahr anschließt, wenn wir wieder zum WE ARE CITY Wan­dertag ein­laden. 

Bis dahin wan­dere ich noch Etappe 10 und 11 des Köln Pfads und nehme euch natür­lich mit.

Der Köln Pfad auf einen Blick:
Etappe
Neun

Start: KVB Hal­testelle Bens­berg (Lin­ie 1)
Ende: S‑Bahn Hal­testelle Wahn
Dis­tanz: 18 Kilo­me­ter
Dauer: ca. 4 Stun­den (vor allem in ein­er Gruppe)
Die Strecke: Begin­nend an der Hal­testelle Bens­berg führt die Strecke durch den Königs­forst, bis hin­auf auf den höch­sten Berg Kölns, den Monte Trodelööh. Danach erstreckt sich der Pfad über die  Wah­n­er Hei­de über Porz Gren­gel und führt bis nach Wahn.
Empfehlenswert: Legt auf dem Monte Trodelööh eine Pause ein und tragt euch ins Gipfel­buch ein, vielle­icht find­et ihr da auch unseren Ein­trag.
Aus­rüs­tung: Quer durch den Wald und Berge auf und ab führt euch dieser Weg, daher ist festes Schuh­w­erk ange­sagt und im besten Fall schlüpft ihr in eure Wan­der­schuhe.  Außer­dem ist jet­zt im Herb­st Wet­ter­feste Klei­dung ange­sagt.
Soll­tet ihr immer dabei haben: Im Herb­st emp­fiehlt es sich Immer eine Regen­jacke einzu­pack­en, um dem Regen ent­ge­gen zu wirken. Wichtig, wer schnell friert, sollte auch einen Ersatzpul­li ein­pack­en, falls man doch mal nass wird. 

AUF EINEN BLICK

Köl­ner Eifelvere­in — Köln Pfad — Web­seite
Naturfre­un­de­haus Hardt — Web­seite


DER KÖLN PFAD IST EINE SERIE, DIE ALLE VIER WOCHEN AUF WEARECITY ERSCHEINT. DU WILLST DIE ANDEREN EPISODEN AUCH LESEN?

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