Gut gehe es ihr, ein wenig ver­schnupft, aber gut, sagt Maike mir fröh­lich, als ich sie nach Monat­en spreche, um sie zum Fort­gang ihrer per­sön­lichen Chal­lenge bei „Kobum“ zu befra­gen. WE ARE CITY begleit­et die Vor­bere­itung von Sebas­t­ian Trägn­er, Jan­nusch Frontzek und Maike de Buhr für das Laien-Box-Event, welch­es am 15. Dezem­ber mehrere tausend Besuch­er in die Sato­rysäle zieht, um mit ihren Favoritenkämpfern und Kämpferin­nen im Ring mitzu­fiebern.

Aus ein­er über 30-köp­fi­gen Anfänger­gruppe hat sich mit­tler­weile, nach einem hal­ben Jahr inten­siv­er und ner­ve­naufreiben­der Vor­bere­itungszeit, die Spreu vom Weizen getren­nt. Die sechs Paarun­gen aus „Team Gelb“ und „Team Schwarz“ ste­hen fest, es wird ernst!

Kämpferin Maike kommt stärker zurück

Durchge­zo­gen“ hat die liebe Maike, nach­dem es lange Zeit in der Entwick­lung aller Kan­di­dat­en unklar war, ob sie über­haupt zu den vielver­sprechen­den Paarun­gen gehören, die ihr Endziel erre­ichen und tat­säch­lich in ein paar Tagen in den Ring steigen dür­fen. Viel auf und ab gab es für alle. Ihr größtes „Down“ emp­fand Maike bei einem Spar­ring, wo sie von ein­er Train­ingspart­ner­in einen „aus­gewach­se­nen Rip­pen­tr­e­f­fer“ kassierte, der, zugegeben, ver­dammt wehtat.

Ärg­er­lich ist so etwas, weil es einem knall­hart aufzeigt, dass man nicht aufgepasst hat, eine Lücke gelassen hat, die der Geg­n­er als Schwäche sofort mit einem schmerzhaften Tre­f­fer ahn­det.”

Maike de Buhr

Dazu kommt die men­tale Ungewis­sheit, ob sich aller Ein­satz über­haupt auszahlt. Oben­drauf bekam sie eine Diät „verord­net“, um mit 4 kg weniger dem Kampfgewicht ihrer Geg­ner­in zu entsprechen und damit chan­cen­re­ich beim Fight zu sein. Das alles geschah aus­gerech­net dem Mäd­chen, das sich im son­sti­gen Leben in Hingabe mit Fre­un­den zum Essen trifft und nach Lust und Laune isst, jeden­falls ohne sich so zu kasteien. Manch­mal träume sie urplöt­zlich davon, alles sausen zu lassen, sich mit fünf Pack­un­gen Donuts einzuschließen und nur noch zu genießen.

Aber solche Phasen steckt die Kämpferin Maike, wie im wahren Leben, lock­er weg und über­windet sie mit noch größer­er Stärke und Biss. Was ihr dabei hil­ft? Der fan­tastis­che Team­spir­it von ihrem „Team Gelb“, sagt sie fröh­lich. Man tauscht sich aus, was einen trägt, weil alle ähn­liche Erfahrun­gen machen. Es ist offen­sichtlich: Maike de Buhr (Kampf­name: Buhrmaye) ist ready to fight! Wir warten auf dich am Ring!

Sebastian unterstützt sein „Team Gelb“

Bist du sauer, Sebas­t­ian Trägn­er?“, frage ich den weit­eren Kämpfer, den wir begleit­en. „Bist du trau­rig oder ent­täuscht?“ Ich frage mich, was ich wohl gemacht hätte, wenn mir das Schick­sal geblüht hätte wie ihm? Sebas­t­ian hat­te mich seit Beginn unser­er Tre­f­fen durch seinen Ein­satz, die Hingabe für sein Ziel, das Box­en, gepackt. Immer wieder war er in der Ver­gan­gen­heit über kör­per­liche Gren­zen gegan­gen, hat­te seine Ernährungs­ge­wohn­heit­en umgestellt, ging regelmäßig zum Train­ing, hielt sich durch Joggen fit und hat­te zulet­zt gar völ­lig pro­fes­sionell mit Sauer­stoff­maske trainiert, um noch das Let­zte aus sich her­auszu­holen. Sein Wille? Unge­brochen! 

Dann ging es ganz plöt­zlich: Ein 4cm langer Spi­ral­bruch im recht­en Bein war das per­sön­liche „Knock Out“ für ihn, damit aus und vor­bei der Traum vom Kräftemessen. Er kon­nte nicht mehr trainieren, nicht mehr kämpfen, war nicht mehr mobil. Das war nicht ein­fach für ihn, ihm fiel schlicht die Decke auf den Kopf! Aber, wer ein richtiger Kämpfer ist, der ste­ht wieder auf. Und das tat er. Er schaute stun­den­lang Boxvideos, um wenig­stens tech­nis­che Analyse zu betreiben. Schließlich hat er dann ein­fach „die Krücke wegge­wor­fen“ und war zu jedem weit­eren Spar­ring gegan­gen, dabei zwar nur vom Rand, aber men­tal umso stärk­er. Sebas­t­ian hat seine neue Auf­gabe gefun­den und sich der Unter­stützung seines Teams („Team Gelb“) ver­schrieben. So wird er seine Kol­le­gen am 15. Dezem­ber anfeuern. Eine starke Entschei­dung, die allen Respekt ver­di­ent. Woher er die Kraft dazu nimmt? Schw­er bewegt war er von der großen Anteil­nahme in den Social-Media-Kanälen. Er erhielt Trost­worte und Anerken­nung sog­ar aus den USA, aus Rus­s­land und Aus­tralien. Wohlver­di­ent, wie wir meinen.

Jannusch im Kampf mit den Emotionen

Schw­er ums Herz wird einem auch, wenn ich von Jan­nusch Frontzeck, unserem Kämpfer-Tita­nen und heim­lichen Favoriten für den über­haupt größten Kobum-Kampf des Box­abends spreche. Lassen wir es ihn lieber selb­st erk­lären. In seinem per­sön­lichen Blog, den er akribisch und fleißig wie über­haupt das ganze Train­ing ver­fol­gte, heißt es am 8.12./Trainingstag 146 — Jan­nusch goes KOBUM.

Heute habe ich lei­der das offizielle Aus für mich zu verkün­den. Das ist ein­er der schlimm­sten sportlichen Momente meines Lebens.”

Jan­nusch Frontzek

Sein Rück­en macht Jan­nusch lei­der so große Prob­leme, dass er sich sog­ar ein­er OP unterziehen muss. Es schmerzt ihn vor allem, nicht gegen seinen Geg­n­er Patrick für „Team Schwarz“ im Ring ste­hen zu kön­nen. Was für ein Tief­schlag für ihn, wir lei­den mit ihm. Es spricht hinge­gen abso­lut für ihn und sein großes Sportler­herz, dass er jet­zt schon die Kraft hat, auch nach vorne zu blick­en. Weit­er­hin heißt es in seinem Blog: „Es war eine unglaubliche Erfahrung, diese 146 Tage bis hier mit euch. Es gab so viel Pos­i­tives, dass ich selb­st jet­zt noch freudig über alles denke, was die let­zten 5 Monate war. Aber jet­zt kämpfe ich erst ein­mal gegen die Emo­tio­nen und trainiere dann für einen guten Rück­en.“ Wir haben Respekt vor dir Jan­nusch, gute Besserung. Wir sind sich­er, dass du alle Kobum-Kämpfe inten­siv ver­fol­gen wirst. Wir sehen uns am Ring.

WE ARE CITY war „haut­nah“ bei der Vor­bere­itung dabei und wird schweiß­nass vor Aufre­gung mit ihren Kämpferin­nen und Kämpfern am Ring mit­fiebern.

AUF EINEN BLICK

Kobum — Web­site
Kobum — Face­book
Kobum — Insta­gram

weit­ere Beiträge zu Kobum:
Kobum First Punch
Kobum — Ein Box­tage­buch