Frau die über einem Boxring lehnt

KOBUM ist, nach einem Jahr Pause, in die Dritte Runde ges­tartet und ich bin Teil dieses unfass­bar span­nen­den Box-Pro­jek­tes. Die Leis­tungs­di­ag­nos­tik und Phase eins habe ich nun hin­ter mir. Jet­zt ist es Zeit euch zu bericht­en, wie es mir in den ersten zwei Monat­en bei KOBUM ergan­gen ist. Wie ich mich sportlich und vor allem auch men­tal weit­er­en­twick­elt habe. Welche Höhen und Tiefen ich hat­te und warum ich mir frei­willig ins Gesicht schla­gen lassen möchte.

WAS GENAU IST EIGENTLICH KOBUM?

Doch zunächst ein­mal, was ist eigentlich KOBUM? Bei KOBUM bere­it­en sich 50 völ­lig ver­schiedene Kan­di­dat­en jeden Alters in drei Phasen inten­siv auf ein gemein­sames Ziel vor — alle wollen in den Ring steigen. Nur zehn wer­den es am Ende schaf­fen. Die Voraus­set­zung, um an KOBUM teil­nehmen zu dür­fen: Kein­er darf eine Vor­bil­dung im Box­en haben. Alle sollen auf dem gle­ichen Anfänger­stand sein.

Doch bevor es in den Ring geht, heißt es zunächst ein halbes Jahr lang hartes Box­train­ing, damit am Ende span­nende und vor allem sichere Boxkämpfe stat­tfind­en kön­nen. Trainiert wer­den die Kan­di­dat­en von einem sorgfältig aus­ge­sucht­en Team aus Train­ern wie Erdinc Arslan, der eben­falls Train­er des deutschen Hochschul­teams ist sowie aktiv­en Box­ern, wie Boxwelt­meis­terin Ver­e­na Kaiser.
Jede Train­ingsphase dauert zwei Monate. Phase eins startet mit der Grun­daus­bil­dung; den soge­nan­nten Mod­ulen in den Bere­ichen Aus­dauer, Kraft, Mobil­ität und Box­grund­la­gen. Nach der ersten Phase dür­fen von den 50 Kan­di­dat­en 40 mit in die zweite Phase ziehen. Das Train­erteam entschei­det, wer weit­erkommt. Moti­va­tion und Fortschritte spie­len hier eine große Rolle. In der zweit­en Phase wird der Schw­er­punkt auf das eigentliche Box­en gelegt und die Teil­nehmer nehmen jede Woche an einem Spar­ring Ter­min teil. Beim Spar­ring han­delt es sich ums Kämpfen ähn­lich wie im Wet­tkampf, jedoch mit geän­derten Regeln und Vere­in­barun­gen, die Ver­let­zun­gen weit­ge­hend ver­hin­dern sollen. Um das Ver­let­zungsrisiko zu ver­ringern, kämpfen die Teil­nehmer nur gegen geübte Box­er und nicht untere­inan­der.
In der drit­ten Phase dür­fen 20 Teil­nehmer in die finale Wet­tkampfvor­bere­itung ziehen. Sie wer­den in zwei Teams unterteilt: schwarz und gelb. Nun wer­den ver­schiedene Box­paarun­gen aus den bei­den Teams aus­pro­biert und entsch­ieden, wer aus den Teams bei der großen Abschlussver­anstal­tung gegeneinan­der Kämpfen darf: fünf span­nende und aus­geglich­ene Boxkämpfe von zehn Teil­nehmern.

Wir machen aus bluti­gen Anfängern blu­tende Kämpfer.

KOBUM

DER START VON KOBUM 3

Los ging es Ende März mit der soge­nan­nten Leis­tungs­di­ag­nos­tik. Bei der Leis­tungs­di­ag­nos­tik wer­den alle poten­ziellen Kan­di­dat­en auf Herz und Nieren getestet. Der aktuelle Fit­ness­stand in den Bere­ichen Aus­dauer, Kraft, Mobil­ität, Flex­i­bil­ität, Koor­di­na­tions­fähigkeit, sportliche Vor­bil­dung und die Ver­let­zung­shis­to­rie wer­den doku­men­tiert, damit sich das Team eine Über­sicht über die Kan­di­dat­en machen und entschei­den kann, wer Teil vom sechsmonati­gen Train­ing sein darf.  Denn an der Leis­tungs­di­ag­nos­tik dür­fen mehr Kan­di­dat­en teil­nehmen, als let­z­tendlich mit in die erste Phase dür­fen.

Fünf Tage vor der Leis­tungs­di­ag­nos­tik habe ich erst von KOBUM durch unsere Autorin Lina erfahren und war sofort Feuer und Flamme von dem Konzept. Denn nach einem Jahr ohne Sport brauchte ich drin­gend eine Moti­va­tion und Train­er die mich pushen, um wieder mit dem Sport anz­u­fan­gen. Lina ist eben­falls Teil von KOBUM 3 und bestre­it­et gemein­sam mit mir den Kampf in den Ring. Nach einem net­ten Tele­fonat mit Grün­der und Ver­anstal­ter Sönke Ander­sen, der mich mit sein­er Moti­va­tion das Pro­jekt durchzuführen endgültig überzeugte, war es für mich klar: Ich will ein Teil dieses unfass­bar tollen Pro­jek­tes sein! So ging es für mich zur Leis­tungs­di­ag­nos­tik. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig aufgeregt war, da ich nicht wusste was mich erwarten wird und ich das ganze let­zte Jahr nicht wirk­lich sportlich aktiv war. Doch die Aufre­gung war sofort ver­flo­gen, als ich das tolle Team und alle anderen Kan­di­dat­en ken­nen gel­ernt habe, denn man hat sofort die Energie gespürt: Alle haben wahnsin­nig Lust auf das Pro­jekt und wollen Teil dessen sein.
Bei der Leis­tungs­di­ag­nos­tik wurde mir zunächst Fra­gen zu meinen Gewohn­heit­en wie Essen, Schlafen, Sport und eben­falls Krankheit­en oder Ver­let­zun­gen gestellt. Nach der fol­gen­den Kör­per­fet­t­analyse ging es dann mit dem sportlichen Teil los. Push-ups, von denen ich lei­der nicht wirk­lich welche geschafft habe, das heißt eigentlich keine einzige, Rud­ern, ein zwölfminütiger Lauftest auf dem Lauf­band, den ich zu meinem Erstauen rel­a­tiv gut über­standen habe, da ich nicht damit gerech­net hätte, dass ich lock­er 12 Minuten durch­laufen kann, eine Mobil­ität und Sta­bil­ität Übung und Schlussendlich habe ich zum ersten mal in meinem Leben Box­hand­schuhe ange­zo­gen bekom­men. In dem Moment war ich dann doch wieder ein biss­chen aufgeregt, aber es war am Ende natür­lich halb so wild. Trainer­in Ver­e­na testete mich auf meine Schlag­bere­itschaft, Schlagkraft und Reak­tion, alles war anscheinend rel­a­tiv gut. Dann war die Leis­tungs­di­ag­nos­tik auch schon wieder vor­bei und meine Vor­freude und das Ban­gen auf das was kommt umso Größer.

INDIVIDUELLER TRAININGSPLAN BEI KOBUM 3

Nach der Leis­tungs­di­ag­nos­tik hieß es dann warten und nach ein­er Woche kam dann die Email, dass ich Teil von KOBUM 3 bin. Sofort machte sich die Vor­freude in mir auf und die Span­nung, wie es jet­zt weit­er geht. Aber gle­ichzeit­ig auch ein klein­er Funke Angst und Respekt vor dem, was jet­zt kommt.
Nach ein­er Infover­anstal­tung und einem Pro­belauf am Herkules­berg ging es los. Alle Teil­nehmer haben ihre passenden Mod­ule zugeteilt bekom­men, denn es gibt vier Mod­ule, aber nur drei Train­ing­sein­heit­en in der Woche. Jed­er wurde den Mod­ulen zugeteilt, in denen er am schwäch­sten war. Von den vier Mod­ulen: Straßenarbeit/reines Lauf- und Aus­dauer­train­ing, Maschinenbau/Krafttraining mit eigen­em Kör­pergewicht, Körperbildung/Gymnastik und Yoga, Faustkunst/Boxgrundlagen und Box­tech­nik, ging es für mich erst­mal mit Straße­nar­beit, Maschi­nen­bau und Faustkun­st los. Also viel Laufen, Kraft­train­ing und Box­grund­la­gen.

Jedes der drei Mod­ule war auf seine eigene Weise anstren­gend. Die Straße­nar­beit war für mich vor allem kör­per­lich und men­tal anstren­gend. Da ich generell noch nie gerne laufen gegan­gen bin, war das Mod­ul bis jet­zt die größte Über­win­dung für mich. Ich weiß noch, dass ich mich in der ersten Woche gefragt habe, wie ich es jemals schaffe unsere Runde am Herkules­berg ohne große Anstren­gung zu laufen. Und zum Glück wurde es von Woche zu Woche bess­er, sowohl von der Aus­dauer als auch von der men­tal­en Über­win­dung.
Maschi­nen­bau hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht, hier brauchte ich nicht viel Über­win­dung. Trotz­dem war oder ist es immer noch extrem anstren­gend und unser Train­er Flo, eben­falls aktiv­er Box­er, schafft es von Train­ing zu Train­ing uns immer wieder zu pushen und an unsere Gren­zen zu brin­gen mit super anstren­gen­den aber abwech­slungsre­ichen Übun­gen.
Bei der Faustkun­st war es in der ersten Phase ein wenig anders. Hier sind wir nicht an unsere kör­per­lichen Gren­zen gegan­gen, son­dern hier braucht­en wir vor allem unseren Kopf. Bevor wir über­haupt in den Ring steigen kön­nen, brauchen wir die nötige Grun­daus­bil­dung und Tech­nik. Das heißt, hier gab es ganz schön viel Input. Aber auch Faustkun­st hat mir super viel Spaß gemacht, weil wir jede Woche etwas Neues dazu gel­ernt haben.

RAUS AUS DER KOMFORTZONE

Aber natür­lich hat nicht immer alles Spaß gemacht in der ersten hase und ich war auch nicht immer top motiviert. Es gab Tage, an denen ich mich sel­ber motivieren und über­winden musste, zum Train­ing zu gehen. Für mich war und ist KOBUM eine Riesen Umstel­lung. Von null Sport zu drei bis vier mal pro Woche Sport. Ich glaube, da ist es nor­mal, dass man nach einem lan­gen Tag im Büro Schwierigkeit­en hat sich aufzu­rap­peln und zum Sport zu gehen. Aber ich habe es dann doch immer geschafft und war am Ende des Tages froh mich aus mein­er Kom­fort­zone gepusht zu haben und an einem tollen Train­ing teilzunehmen. Ohne so ein tolles Kan­di­da­ten­team, das sich gegen­seit­ig auf­baut und unter­stützt, und so motivierende Train­er sowie die ersten sportlichen Erfolge, wie mehr Aus­dauer und Kraft, würde das wahrschein­lich auch anders ausse­hen.

ANGST VOR DEM WAS IN PHASE ZWEI BEI KOBUM 3 PASSIERT

Ich bin ziem­lich froh die Chance an KOBUM 3 teilzunehmen genutzt zu haben und bin ein biss­chen stolz auf mich, dass ich die erste Phase über­standen habe. Zum Glück darf ich weit­er machen und bin Teil von Phase zwei. Eigentlich geht jed­er Teil­nehmer von Phase eins, den ich kenne, in die Näch­ste. Die 10 Teil­nehmer die nicht mehr dabei sind, sind die, die sich entwed­er ver­let­zt haben oder sel­ber nicht mehr Teil sein möcht­en. Jet­zt wird es ernst, denn Phase zwei startet mit dem ersten Spar­ring und auch das Train­ing wird ange­zo­gen. Ich muss zugeben, dass ich ziem­lich Angst vor dem Spar­ring habe, da ich nicht weiß wie ich reagieren werde, wenn ich sel­ber jeman­den schla­gen muss oder geschla­gen werde. Gle­ichzeit­ig freue ich mich aber, dass wir endlich gegen einen Geg­n­er Kämpfen dür­fen, nach­dem wir zwei Monate­lang nur Tech­nikübun­gen gemacht haben.
Wie es mir beim ersten Spar­ring ergan­gen ist, erfahrt ihr dann im näch­sten Artikel über die zweite Phase. Eins kann ich euch ver­sich­ern, es bleibt span­nend.

Zwei Bilder mit jeweils zwei Personen im Boxring

TICKETS FÜR DEN KOBUM 3 ENDKAMPF

WENN IHR LINA ODER MICH BEI DER ENDVERANSTALTUNG AM 28.09.2019 IM BOOTSHAUS KÄMPFEN SEHEN MÖCHTET, DANN SUPPORTED UNS INDEM IHR EIN TICKET KAUFT UND FÜR UNS VOTED: TICKETS GIBT ES HIER

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Tick­ets — 28.09.2019, Boot­shaus

Weit­ere Beiträge über KOBUM:

KOBUM – First Punch
Kobum 2 – Vor­bere­itun­gen für den Tag der Entschei­dung
Kobum 2 – Ein Box­tage­buch
Kobum 2 — Der Epi­log