Ein gedeckter Tisch im Kölner Restaurant Sonder

Diese Serie erforscht die Essen­skul­tur unser­er Stadt. Wir möcht­en euch auf unsere kuli­nar­ische Erleb­nis­reise durch Köln und seine ange­sagte, exo­tis­che und leckere Restau­rantwelt mit­nehmen. Aus­gewählt haben wir jene Restau­rants, die in unseren Augen am inter­es­san­testen und vielfältig­sten erscheinen. Wir kosten ver­schiedene Nation­al­itäten und ler­nen neue Restau­rants in Köln ken­nen!


STERNEKÜCHE OHNE SCHNICKSCHNACK

Heute Abend sind wir im Restau­rant Son­der. Hier gibt es Sterneküche ohne Chichi, kreative und saisonale Gerichte sowie Lei­den­schaft zum Kochen. Geführt wird es vom sprach­be­gabten Carsten Brück, dem auch der Inte­ri­or-Laden Schee im Bel­gis­chen Vier­tel gehört und mit dessen Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den das Restau­rant gespickt ist. Der pro­fes­sionelle und sym­pa­this­che Gas­tronom Chris­t­ian Bauer ist der zweite Geschäfts­führer. Wir freuen uns auf einen inter­es­san­ten Abend mit den bei­den und sind ges­pan­nt, was das Son­der uns zu bieten hat.

REGIONALE WEINE IM RESTAURANT SONDER

Wie ist euer erster Ein­druck?
Jill: Das Restau­rant erscheint sehr hell und clean und dadurch edel und geschmack­voll. Es ist sehr weiß hier und die Fliesen der Bar erin­nern mich an eine Küche. Außer­dem hän­gen tolle Grafiken an den Wän­den und frische Pflanze ste­hen auf den Fen­ster­bänken.
Tina: Entspan­nte, urbane Atmo­sphäre, angenehmes Licht. Und es ist min­i­mal­is­tisch und wirkt durch seine Größe und die kleinen Acces­soires trotz­dem wohn­lich; es hat eine klare Grund­struk­tur, wirkt aber durch seine aus­gewählten Details trotz­dem ungezwun­gen.

Wie umfan­gre­ich ist die Karte?
Tina: Also auf den ersten Blick über­schaubar, allerd­ings vom Inhalt bietet die Karte eine große Vielfalt an abwech­slungsre­ichen und orig­inellen, aber trotz­dem boden­ständi­gen Gericht­en.
Jill: Ich gebe Tina recht. Erst­mal denkt man: Das ist ja gar nicht so viel; es gibt nur sechs Haupt­gerichte. Aber die klin­gen alle so inter­es­sant, dass man sich dann doch nicht entschei­den kann. Außer­dem gibt es eine große Weinkarte mit über­wiegend regionalen Weinen und Infos zum Weingut und Zuck­erge­halt.

Das essen wir an diesem Abend:
Haus­gemachte Limon­aden: 4 – 4,50€
Büf­fel-Moz­zarel­la mit Pak-Choi und Dörr-Tomat­en: 7,50€
Mit ital­ienis­chem Brot-Salat „Pan­zanel­la“ gefüllte Zuc­chi­ni: 7€
Ofen-Aubergine mit fer­men­tiertem „Schwarzem Knoblauch“, Pinienker­nen und Joghurt: 8€
Würziges Kür­bis-Ragout mit frischem Blattspinat und Man­del­reis: 15€            Soul-Food-Rip­pchen mit Ing­w­er-Chili-Sesam-Mari­nade: 15€
Mit Wal­nuss-Peter­silien-Pesto gefüllte Kalb­sroulade, dazu cremiges Blu­menkohlpüree, Romanesco und Kalb­sjus: 19,50€
Kabel­jau mit But­ter­milch und pfef­frigem Lin­sen-Dal: 19,50€
Man­del-Pan­na Cot­ta mit Ananas-Minz-Tatar: 7€
Ofenge­back­en­er Karamel-Schoko­laden­pud­ding mit Man­go und Vanille-Sosse: 7€

DAS SONDER EIGNET SICH FÜR VIELE ANLÄSSE

Beschreibe das Essen mit drei Worten
Tina: hochw­er­tig, geschmacksvielfältig und ehrlich
Jill: Detail­ver­liebt, hochw­er­tig, kom­po­si­tion­iert

Was war euer kuli­nar­isches High­light und warum?
Jill: Ich habe bei allen Gericht­en ein High­light gefun­den! Auf­je­den­fall bei­de Desserts – ich liebe Desserts! Außer­dem fand ich die Soul-Food-Rip­pchen toll, die mit Szechuanpf­ef­fer gewürzt wer­den und die Kalb­sjus vom Kalb­s­gericht war ein­fach abge­fahren. Und das ital­ienis­che Brot „Pan­zanel­la“ in der run­den Zuc­chi­ni mit der Soße hat­te eine tolle Geschmacksvielfalt.
Tina: Also ich fand die Rip­pchen ziem­lich geil, obwohl … ich fand eigentlich die Com­bo zwis­chen dem Pak Choi, dem Trüf­felgeschmack, den Dörr-Tomat­en und dem Büf­fel-Moz­zarel­la als Vor­speise einen tollen Start in den Abend. Und nicht zu vergessen den Abschluss mit dem Man­del-Pan­na Cot­ta mit Ananas-Minz-Tatar, was eine angenehme Süße hat­te, aber trotz­dem nicht wie ein Beton­klotz im Magen lag.

Zu welchem Anlass würdet ihr hier essen gehen?
Jill: Ach, ich finde hier kann man sich nach einem lan­gen Arbeit­stag belohnen, auch ger­ade im Som­mer, wenn der Bier­garten geöffnet ist.
Tina: Ich würde sagen, zum Geburt­stags­din­ner mit Fre­undin­nen, oder im Som­mer mit den Eltern auf der schö­nen Ter­rasse draußen.

DAS SAGEN DIE BESITZER

Was ist eure Philoso­phie?
Chris­t­ian:
Wir haben den Laden aufgemacht, um ehrliche Gas­tronomie zu bieten. Darum geht’s in erster Lin­ie bei uns. Wenn ‘haus­gemacht’ auf unser­er Karte ste­ht, dann ist das auch haus­gemacht. Wir ver­wen­den tat­säch­lich keine Con­ve­nience-Pro­duk­te. Bis auf kleine Aus­nah­men, wie die Kichererb­se (lacht). Ich will ein­fach authen­tisch sein und ich will das machen, weil ich daran Spaß habe und die Leute sollen davon begeis­tert wer­den, wieder tat­säch­lich essen zu gehen und frische Kräuter im Essen zu haben; um das zu zeigen, lassen wir viele Kräuter auch im Ganzen. Viele wür­den uns einen Vogel zeigen, wenn sie hören wür­den, dass wir für einen Laden mit der Größe drei Vol­lzeit-Köche beschäfti­gen – das macht kein­er! Aber uns geht’s um den Geschmack!

Ihr habt ja ein stetig wech­sel­ndes Ange­bot an Gericht­en; ver­misst ihr dann nicht manche Gerichte?
Carsten: Ach, wir haben eine riesen Wun­schliste an Gericht­en, die wir noch entwick­eln wollen.
Chris­t­ian: Ja, aber wir haben auch keinen fes­ten Rhyth­mus drin, wir ver­suchen das nach Lust und Laune zu machen. Also wir ver­suchen nicht zwin­gend ein Gericht zu wech­seln. Das machen wir nur, wenn wir wirk­lich überzeugt sind von Sachen. Wir arbeit­en so lange an dem Pro­dukt bis wir damit zufrieden sind.

AUF EINEN BLICK

Restau­rant Son­der
Lin­den­straße 93, Rathenau­vier­tel
Web­site

Öff­nungszeit­en:
Mon­tags bis Fre­itags: 17 bis 24 Uhr
An Woch­enen­den und Feierta­gen:
14 bis 24 Uhr (Abend­karte ab 17 Uhr)


Neben dem Restau­rant Son­der waren wir auch hier:

Jill + Tina im Rich n Greens
Jill + Tina im Johann Schäfer
Jill + Tina im Wall­cz­ka
Jill + Tina im Chum Chay
Jill + Tina im Trash Chic
Jill + Tina im Tiger­milch
Jill + Tina im Sha­ka Zulu
Jill + Tina im Kaizen