Kaffee und Design bei Frau Nora und Herr Max

Kaf­fee­genuss und Kaf­fee­bohnen von Röstereien mit Fair‑, oder Direkt-gehan­del­tem Kaf­fee. Köstlich­er Kuchen und Verkauf von Pro­dukt-Design aus Skan­di­navien.

Frau Nora und Herr Max haben ihren Laden beim Uni­ver­sum bestellt. Das sagen sie zumin­d­est selb­st. Denn, als sie sich in die Back­stein­räume mit­ten in der Süd­stadt ver­liebten, verkaufte hier ein alteinge­sessen­er Gold­schmied seinen Schmuck. „Es war klar: Der bleibt noch 20 Jahre!“, erzählt Nora. „Wir wussten aber, dass der Laden per­fekt für uns wäre. Wir haben uns ein­fach still gewün­scht, ihn zu bekom­men.“ Und plöt­zlich rief eine Fre­undin an, die fragte, ob wir schon gehört hät­ten, dass der Gold­schmied auf der Merowinger Straße umziehe …?

Kaffeegenuss und skandinavisches Design in der Südstadt

EIN HERZENSPROJEKT MIT SKANDINAVISCHEN EINFLÜSSEN

Seit Mitte Jan­u­ar verkün­det eine schwarze Tafel auf dem Bürg­er­steig, dass an dieser Stelle nun „frau nora & herr max“ zu find­en sind. Das Ehep­aar verkauft in seinen geliebten Back­stein­wän­den nicht nur Kaf­feespezial­itäten, Kuchen und Quich­es, son­dern auch hochw­er­tige Wohn-Acces­soires – fast auss­chließlich skan­di­navis­ch­er Herkun­ft.

Dies ist wirk­lich ein Herzen­spro­jekt“, erzählt mir Nora, als ich den ersten Löf­fel Milch­schaum von meinem Lat­te Mac­chi­a­to nehme. Um das zu glauben, müsste ich gar nicht in ihre glänzen­den Augen guck­en. Es reicht, mich ein­fach umzuse­hen. Der Plat­ten­spiel­er läuft, auf der geschwun­genen Theke zis­cht die Kaf­feemas­chine, daneben führen zwei Stufen „in den Laden“, wie Nora und Max sagen. Hier gibt es zum Beispiel dänis­che Design-Kaf­feekan­nen, super­we­iche Baum­wolldeck­en und dezent gemustertes Bam­bus­geschirr. Im Kinder­re­gal liegen Spiel­waren und Acces­soires, die nicht nur wahnsin­nig niedlich, son­dern auch nach­haltig pro­duziert sind. Die Pullis und Mützen hat Noras Mut­ter selb­st gestrickt.

Frau Nora und Herr Max sind in der Süd­stadt schon länger bekan­nt. Mehrere Jahre standen sie mit ihrem Kaf­feefahrrad auf dem Öko-Markt am Sev­erin­skirch­platz, fuhren zu Hochzeit­en, auf Fes­ti­vals oder Geburt­stage. „Aber es war immer klar, dass wir eigentlich einen eige­nen Laden woll­ten, „eine Base“ für uns.“ Denn die bei­den 30-Jähri­gen haben bere­its zwei Jungs zu Hause, das dritte Kind sei unter­wegs – „und jet­zt haben wir mit unserem Laden Baby Num­mer vier“, sagt Nora lachend.

Für das skan­di­navis­che Design ist sie ver­ant­wortlich: Nora wuchs in Köln auf, hat aber dänis­che Wurzeln und bere­its drei Jahre in Kopen­hagen gelebt. Sie wollte das Gefühl ihrer zweit­en Heimat nach Köln holen.

Ich habe jedes Stück selb­st aus­ge­sucht und liebe alles, was wir anbi­eten!

Nora

Und das ist ziem­lich viel: Bis auf Theke, Tis­che und Stüh­le ste­ht bei Frau Nora und Her­rn Max alles zum Verkauf. Man über­sieht leicht die kleinen Preiss­childer, die an den Deck­en­leucht­en baumeln, aber wer will, kann sog­ar die mit nach Hause nehmen. „Meis­tens haben wir alle Sachen vor­rätig“, sagt Nora, „aber wenn ein Kunde exakt die Lampe im Fen­ster haben will, bekommt er sie. Er soll dann ein­fach abends wiederkom­men — bis dahin haben wir sie abmon­tiert!“ Nur die Kaf­feemas­chine bleibt natür­lich, wo sie ist: auf der Theke, die Nora und Max ihrem früheren Süd­stadt-Stamm­laden „Kaf­fee­Brause“ abkauften, als dieser schloss. Die Theke sollte im Veedel weit­er­leben, fan­den Nora und Max, und gaben ihr auf der Merowinger Straße eine neue Heimat. Jet­zt dient sie als Unter­lage für frisch gemahle­nen Kaf­fee, der von der „roest­bar“ in Mün­ster geliefert wird, und immer 92 Grad heiß aus der Mas­chine kommt. Die Cup­cakes, Tartes oder Quich­es stam­men aus der Patis­serie „Dehly & de Sander“, die Milch ist bio, und natür­lich in veg­an­er Vari­ante erhältlich.

Nora und Max haben das Barista-Handw­erk in Wien gel­ernt. Sie ste­hen bei­de genau­so hin­ter der Theke, wie im Verkaufs­bere­ich — die Räume sind ihr zweites Zuhause gewor­den. „Wir woll­ten einen Ort schaf­fen, an dem Men­schen sich wohlfühlen – eine warmherzige Atmo­sphäre“, sagt Nora, während ich vor meinem mit­tler­weile längst leer gelöf­fel­ten Lat­te Mac­chi­a­to-Glas sitze und Max zuse­he, wie er eine neue Plat­te auflegt. Dass sie das wirk­lich geschafft haben, kön­nen Frau Nora und Herr Max manch­mal selb­st noch nicht glauben:

Dann ste­hen wir hier ein­fach, guck­en uns um und denken: Wahnsinn, das ist echt die Real­ität!

Und die haben sie mit ihrem Laden noch ein Stück schön­er gemacht.

AUF EINEN BLICK

Frau Nora und Herr Max, Merowinger­straße 20, 50677 Köln
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