Das Fischrestaurant Poisson serviert Wolfsbarsch

Viel zu sel­ten geht man in jun­gen Jahren in erstk­las­sige Restau­rants. Das Fis­chrestau­rant Pois­son von Ralf Marhencke bietet deshalb ein 3‑Gang Menü inklu­sive Wein­be­gleitung für alle unter 30 Jahren an. Für nur 50 Euro erlebt ihr Gas­tronomie auf höch­stem Niveau.

* Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit dem Fischrestaurant Poisson

Hand aufs Herz: Wie oft geht ihr richtig gut essen? Ich meine jet­zt nicht, dass gutes Essen teuer sein muss. Aber wie oft erwis­cht ihr euch dabei, wie ihr an einem schick ausse­hen­dem Restau­rant vor­beige­ht, denkt „Ach, von dem Laden habe ich schon gehört, da muss ich unbe­d­ingt mal hin.“ Und bei der näch­sten Abend­pla­nung ist das Vorhaben schon längst wieder ver­pufft, weil die Idee irgend­wo im Zwis­chen­hirn gescheit­ert ist und nicht mehr im Bewusst­sein liegt.

Ich per­sön­lich glaube ja, dass wir die exk­lu­siv­en und für uns zu schick­en Restau­rants unbe­wusst auss­chließen, weil wir Hem­mungen haben. Mit Mama und Papa dort essen zu gehen, geht klar. Aber mit der besten Fre­undin, seinem Lieblings­men­schen oder ein­fach nur, um mal den echt­en Schmuck auszuführen? Eher nicht so. Woran liegt das? Sind es die Worte Gourmet und Gault Mil­lau, die man unweiger­lich mit gehoben­er Gas­tronomie in Verbindung bringt und die uns abschreck­en? Fühlen wir uns unwohl bei dem Gedanken, ein Restau­rant zu betreten, bei dem Anzüge und teure Hand­taschen dominieren? Und dann sind da noch die gehobe­nen Preise in Kom­bi­na­tion mit Stoff­servi­et­ten und Wein­ser­vice. Das über­fordert doch.

Ralf Marhencke ist ein Koch und Restau­rantbe­sitzer, der dem ganzen Spuk jet­zt ein Ende bere­it­et. In seinem Fis­chrestau­rant Pois­son gibt es ein Dreigang­menü, das alle unter 30 Jahren dazu ein­lädt, unkom­plizierte Spitzen­gas­tronomie ken­nen­zuler­nen. „Gutes Essen hat für mich etwas mit der Frische der Pro­duk­te zu tun“, erzählt der 51-jährige Gas­tronom. Es solle saison­al und vor allem pro­duk­t­nah sein: „Ich möchte den Stein­butt noch als Stein­butt erken­nen und den Wirs­ing noch als Wirs­ing schmeck­en.“

Die Getränke-Theke im Fischrestaurant Poisson


EIN PRICKELNDER BEGINN IM FISCHRESTAURANT

Und das ist doch genau unser Ding. Denn Fakt ist ja: Wir lieben gutes Essen. Wir wollen es frisch, saison­al und handgemacht. Was gibt es besseres, als ein Erd­beer­sor­bet, das nach frischen Erd­beeren schmeckt? Oder den Geschmack von Tomat­en, die in der Sonne gereift sind und nicht in einem Kar­ton? Bringt man diese Zutat­en in eine entspan­nte Atmo­sphäre mit Fre­un­den, entste­ht ein wun­der­bar­er Abend. Athe­nea und ich haben das U30 Menü getestet und es fällt mir ger­ade schw­er, nicht nur die Worte „über­ra­gend“, „extremst leck­er“ und „mehr davon“ zu benutzen. Aber der Rei­he nach, damit ihr auch alles nachvol­lziehen kön­nt.

Das Menü startet mit einem Aper­i­tif, in diesem Fall mit einem Fran­ci­a­cor­ta Brut aus der Lom­bardei. Es han­delt sich hier­bei um einen Schaumwein: Es prick­elt, schmeckt nach reifem Obst und stimmt uns auf unseren Abend ein. San­té! Dazu wird das soge­nan­nte Amuse Bouche serviert, der kleine Gruß aus der Küche: Bär­lauch­mat­jes mit Wachtelei und Apfel-Sel­l­erie.

NORTHEIM, BERLIN, SAN FRANCISCO: RALF MARHENCKE HAT SCHON VIELERORTS GEKOCHT

Seit 2007 macht Ralf Marhencke mit einem jun­gen Küchen­team alle Fis­chlieb­haber in und um Köln herum glück­lich. Schon seit seinem 16. Leben­s­jahr ist der gebür­tige Mainz­er in der Gas­tronomie zu Hause. Klar, dass er da schon viele Küchen an unter­schiedlich­sten Stan­dorten gese­hen hat. Gel­ernt hat er damals im Hotel Leine­turm Northeim, anschließend ging es nach Berlin. Aber die prä­gend­ste Zeit hat­te der Wahlköl­ner wohl die Jahre danach in Kali­fornien, Los Ange­les und San Fran­cis­co. Fast zehn Jahre lebte er sich dort kreativ in der Küche aus, arbeit­ete dort schon viel mit dem Pro­dukt Fisch „und lernte ihn zu lieben“, wie er heute sagt.

ENTSPANNTE UND LEBHAFTE ATMOSPHÄRE ERWARTET DEN GAST IM FISCHRESTAURANT

An unserem Tisch geht es weit­er mit Meer­estieren, wie auch wir sie lieben wer­den: gebratene Cala­maret­ti mit Peper­onci­ni und jungem Knoblauch. Zu jedem Gang wird ab jet­zt ein anderes Glas Wein gebracht, denn das Menü bein­hal­tet auch eine Wein­be­gleitung. Zu den Cala­maret­ti bekom­men wir einen trock­e­nen Graubur­gun­der vom Weingut Vil­la Wolf aus der Pfalz. Athe­nea, die mit der griechis­chen Küche aufgewach­sen ist, in der Fisch so häu­fig Platz ein­nimmt wie bei uns Deutschen die Kartof­fel, befind­et die kleinen Tin­ten­fis­che als „extremst leck­er“. Ich kann ihr nur zus­tim­men. Und nicht nur wir scheinen dies so zu empfind­en. Die Cala­maret­ti gibt es seit dem ersten Tag im Restau­rant. „Die kom­men so gut an, die sind von der Karte nicht mehr wegzu­denken“, sagt uns Ralf Marhencke später.

Die Atmo­sphäre im Restau­rant ist entspan­nt, aber leb­haft. Das liegt an der offe­nen und bistroar­ti­gen Art, in der das Pois­son gehal­ten wird. Holzige Tis­che, weiche Led­er­stüh­le und zwei Showküchen, die es ermöglichen, dass man den Köchen beim Anricht­en zuse­hen kann. Die Showküche war es damals auch, die Ralf Marhencke gereizt hat, den Laden zu übernehmen. 2000 war der Gas­tronom nach Deutsch­land zurück­gekehrt, sta­tion­ierte derzeit wieder in Berlin und bekam von einem Fre­und den Tipp, dass es eine freie Loca­tion in Köln gäbe. Marhencke sah die offene Küche und zog samt Fis­chliebe ein. Mit ihm bekam Köln ein Fis­chrestau­rant auf neuem Niveau. Sagt auch der hiesige Restau­rant­führer Gault Mil­lau, der dem Fis­chrestau­rant diesem Jahr 15 von 20 Punk­ten gab. Das bedeutet aber nicht, dass es steif zuge­ht im Pois­son: Das Ser­viceteam trägt Sneak­er und wuselt fröh­lich um alle Tis­che herum.

WOLFSBARSCH OHNE CHICHI

Das Geräusch von brutzel­n­dem Fisch mis­cht sich mit angeregten Unter­hal­tun­gen und „I would walk 500 Miles“ von The Pro­claimers. Und — oh ja – für unseren Haupt­gang würde ich in der Tat die ein oder andere Extrameile auf mich nehmen. Serviert wird Wolfs­barsch auf Kräuter­püree mit Wurzel­gemüse. Wenig Chichi in Worten, aber großes Geschmack­stam­tam auf dem Teller. Dazu gibt’s einen Sauvi­gnon Blanc von Le Monde aus Ital­ien.

Dass hier schon die ein oder andere Flasche Wein geleert wurde, sieht man an der beein­druck­enden Flaschen­samm­lung, die als Deko­ra­tion aufgerei­ht wurde. Im Fen­ster des Pois­sons rei­hen sich spezielle Flaschen von weltweit­en Weingütern auf. Alle fassen mehr als drei Liter und sprechen für beson­dere Anlässe, die hier gefeiert wur­den und dem Fis­chrestau­rant einen einzi­garten Charme ver­lei­hen. Bevor wir jede einzelne begutacht­en und uns eine Geschichte zu ihr aus­denken kön­nen, kommt auch schon unser Dessert: Ein Man­gocreme-Schnittchen mit Joghurt­mousse und Him­beereis. Kaum vorstell­bar, dass man so eine Kreation von Hand hin­bekommt. Wir ver­fall­en nicht nur dem Schnittchen, son­dern auch der Beer­e­nauslese von Umath­um aus Öster­re­ich, die dazu serviert wird.

GLÜCKLICH MIT FISCH

Nicht nur unser Geschmack­szen­trum im Gehirn ist run­dum zufrieden und strahlt unaufhör­lich Glücks­botschaften aus. Wir sind auch um eine Erken­nt­nis reich­er: Es ist an der Zeit, dass wir unsere Hem­mungen able­gen und mehr von Aben­den wie diesen im Pois­son ver­brin­gen. Mit der besten Fre­undin, dem Lieblings­men­schen oder ein­fach, um den echt­en Schmuck mal auszuführen.

Übri­gens noch nice to know für Euch: Natür­lich wird beim U30 Menü nicht nach Eurem Ausweis gefragt. Den­noch müssen Inter­essierte unter 30 Jahre alt sein. Das Team freut sich, wenn ihr bei der Reservierung angebt, dass ihr wegen dem Menü kommt. Für 49 Euro pro Per­son wer­den euch dann ein Aper­i­tif plus Amouse Bouche, das Dreigang­menü mit­samt passender Wein­be­gleitung und abschließend ein Espres­so und ein Diges­tif serviert.

AUF EINEN BLICK

Restau­rant Pois­son
Wolf­sstrasse 6–14, Innen­stadt
Web­seite

Öff­nungszeit­en
Di-Fr: 12:00–15:00, 18:00–22:00 Uhr
Sa: 12:00–22:00 Uhr
So und Mo geschlossen


* Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit dem Fischrestaurant Poisson