Kleiderstange mit T-shirts von dem Kölner Label Halve Clothing

Im Artikel “Köl­ner Labels: Fabi­an Jung mit “Halve Cloth­ing” erzählen wir euch von Fabi­an Jung und seinem Klam­ot­ten Label Halve Cloth­ing. Er ezählt uns wie er auf die Idee gekom­men ist und wie sein Label ent­standen ist.

Wie aus Kölner Lebensgefühl ein Modelabel wurde

Köln ist en Jeföhl, ist Liebe und für viele Heimat. Betra­chtet man dieses Lebens­ge­fühl von außen ist das wohl für viele nicht ganz ver­ständlich. Ist unsere Stadt doch ein zusam­mengewür­fel­ter Haufen. Etwas ver­baut und etwas dreck­ig. Doch wir, wir lieben diese Stadt. Die Eck­kneipen, den FC, unseren Grüngür­tel und natür­lich Karneval. Das ist vielle­icht nicht für jeden ver­ständlich. Erst recht nicht, wenn man noch nie in Köln war. Aber es ist eben Liebe und die muss man bekan­ntlich gar nicht ver­ste­hen. Die kann man aber zeigen und genau das dachte sich auch Fabi­an Jung und grün­dete mit seinem Brud­er Roman zusam­men das Köl­ner Label “Halve Cloth­ing”.  


Das hier ist für alle, die ver­liebt sind. In das Dreck­ige, das Wun­der­schöne. In das Lachen und die Trä­nen. In jedes einzelne Veedel, in jedes einzelne Kölsch und unseren glo­r­re­ichen FC.


Halve Cloth­ing

Fotograf Jörn und ich tre­f­fen uns an diesem Mor­gen mit Fabi­an im Store und Head­quar­ter von “Ryzon”. Hier arbeit­et der Wahlköl­ner in erster Lin­ie. Hyper­funk­tionale Sportk­lei­dung für Triath­leten – alles hier ist durch designt, min­i­mal­is­tisch und den­noch ein­ladend. Der erste Kaf­fee des Tages schmeckt und wir ler­nen die Crew ken­nen. Es wird nett gegrüßt und wir fühlen uns willkom­men. Im ersten Stock­w­erk dieses Alt­bau-Traumhaus­es mit­ten auf der Lin­den­straße hat Fabi­an alles vor­bere­it­et für unser Inter­view. Eine Auswahl von Halve Cloth­ing wurde deko­ra­tiv platziert. Natür­lich geht es heute um sein neues Label – aber für uns von WE ARE CITY eben nicht nur. Wir wollen Fabi­an und seine Geschichte ken­nen­ler­nen. Also leg­en wir direkt los.

Die Frage die im Raum stand:
Wie sagt man FC, ohne FC zu sagen. Wie sagt man Köln, ohne Köln zu sagen?


“Irgend­was hat Köln, dass man denkt, man ist auf der Dom­plat­te geboren.”

Fabi­an Jung

Aufgewach­sen in Erft­stadt war Köln die Heimat sein­er Wahl. Trotz Studi­um in Aachen und erstem Job in Düs­sel­dorf, zog es Fabi­an immer wieder nach Köln. Heute lebt der 35 Jährige mit sein­er Frau und seinen zwei Kindern mit­ten in der Stadt und strahlt, wenn er über Köln spricht. „Irgend­was hat Köln, dass man denkt, man ist auf der Dom­plat­te geboren“, erzählt er. Hach Köln. Du bist es ein­fach. Der Mann vor uns ist Großs­tadtver­liebt. Wir wollen nun auch mehr über Halve Cloth­ing erfahren. Also wie kam es dazu? Es gibt diese Anek­dote aus Fabi­ans Kind­heit – schon als klein­er Junge hat er T‑Shirts „ent­wor­fen“. Mit Bunts­tiften hat er Shirts gemalt und die Skizzen an bekan­nte Skater Marken geschickt. Diese waren zumeist etwas über­rascht aber bedank­ten sich bei dem kleinen Jun­gen mit Shirts aus ihren Kollek­tio­nen. Den Gedanken selb­st Mode zu entwick­elt, gab es also schon damals. Die Liebe zu Köln kam bald dazu. Fabi­an wollte diese Liebe auch modisch zeigen und stand plöt­zlich vor Klei­der­stän­dern mit sehr kitschi­gen Touris­ten­shirts. Rot und weiß gestreift natür­lich mit Dom, irgend­wo stand Alaaf und der Hennes war natür­lich auch auf den T‑Shirts zu find­en. Das alles war zu viel Klis­chee, war nicht all­t­agstauglich und passte nicht zu Fabi­an. Also ein­fach selb­st machen?

Halve Clothing zeigt leise und auf seine ganz eigene Art die Liebe zu Köln

Mit seinem Brud­er Roman zusam­men wurde die Idee zur Real­ität. Ende 2018 ging plöt­zlich alles ganz schnell. Es wur­den qual­i­fizierte und aus­geze­ich­nete Pro­duzen­ten gesucht und eine nach­haltige Pro­duk­tions- und Ver­triebs-Kette aufge­baut. Dabei ist den Brüdern beson­ders wichtig möglichst viel direkt mit anderen Köl­nern umzuset­zen und auf faire und qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Pro­duk­te zu set­zen. Fast neben­bei ist dabei eine Kollek­tion ent­standen, die Köln zeigt ohne laut KÖLN zu schreien. Trans­portiert wird eine Liebe zu unser­er Stadt, die sich nicht auf­drängt und die für alle da ist, Veedel und Stadt­mauern über­windend.  Zumeist wird Köln erst auf den zweit­en Blick ent­deckt. So muss auch Immi und Fotograf Jörn irgend­wann fra­gen, was denn eigentlich „CCAA“ heißt. Mit bre­it­em Lächeln auf den Lip­pen erk­lärt Fabi­an, dass es sich um die alt römis­che Namensge­bung unser­er Stadt han­delt — Colo­nia Clau­dia Ara Agrip­pinen­si­um. Es zeigt sich, das Konzept geht auf. Halve Cloth­ing zeigt leise und auf seine ganz eigene Art die Liebe zu Köln. So haben wir an diesem Mor­gen auch Fabi­an ken­nen­gel­ernt, in der Ein­fach­heit das Beson­dere sehen und mit Liebe daran fes­thal­ten. Köln, eben.

Viel Spaß beim Ver­lieben.

AUF EINEN BLICK

Halve Cloth­ing
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