Schaufenster des Hutladens Diefenthal in der Kettengasse in Köln

Fröh­lich lächel­nd sitzt Pia Diefen­thal mit einem Kaf­fee in der Hand vor ihrem neuen Hut­laden „Diefen­thal 1905“, einem wahren Kopf­be­deck­ungs-Paradies für Mann und für Frau. Diefen­thal macht seit 112 Jahren Hüte. Pia Diefen­thal ist Hut­macherin in 4. Gen­er­a­tion und hat nun ihren eige­nen Hut­laden auf der Ket­ten­straße eröffnet.

PIA DIEFENTHAL IST HUTMACHERIN IN 4. GENERATION

Gut „behütet“ sind sie alle­mal im fre­undlichen Hut­laden Diefen­thal Team mit dem wir, einen Monat nach ihrer Laden­eröff­nung in der Ket­ten­gasse, verabre­det sind. Begrüßt wer­den wir von Pia Diefen­thal, der Hut­macherin in 4. Gen­er­a­tion des Tra­di­tion­shaus­es, welch­es zunächst auf die Fer­ti­gung von Damen­hüten und kun­stvollen Kopf­be­deck­un­gen spezial­isiert war und dabei zeitweise bis zu 500–600 Angestellte aufwies.

HUTLADEN DIEFENTHAL 1905 EIN WAHRES HUT-PARADIES

Fröh­lich lächel­nd sitzt die junge Frau heute mit einem Kaf­fee in der Hand vor ihrem neuen Laden „Diefen­thal 1905“, einem wahren Kopf­be­deck­ungs-Paradies, dies­mal für Mann und für Frau. Sie hat das Geschäft zusam­men mit ihrem Lebenspart­ner Thomas Rüttgers ins Leben gerufen. Zu ihren Füßen liegt ihr wun­der­schön­er, brauner Hund Bar­ney, der sich über ein son­niges Plätzchen und die gemütliche Ruhe auf dem Bürg­er­steig der Ket­ten­gasse freut, jen­seits der Hek­tik und dem Getüm­mel des Pas­san­ten­stroms der nahegele­ge­nen Ehren­straße. „Wir haben hier Zeit auf den Kun­den einzuge­hen“, so Pia, „die Pri­vatheit und Ruhe ist wichtig für das Kun­denge­spräch und das Wohlfühlen.“ Für manche bedürfe es erst­mal Mut, sich über­haupt einen Hut aufzuset­zen und sich damit die Frage zu stellen: „Wer bin ich, wie will ich sein und ausse­hen?“, sagt Pia. Dabei müsse man in kein­er Weise beson­ders geeignet sein, einen Hut tra­gen zu kön­nen. Auch den Mythos vom notwendi­gen „Hut­gesicht“ glaube sie nicht.

GIBT ES EUCH OHNE HUT?

Jed­er, der reinkommt, ist ein Hut­bürg­er für uns.

Thomas

Das ruft mir in dem Moment Pias Lebens­ge­fährte Thomas munter zu, der ger­ade ein Kun­denge­spräch been­det hat und sich jet­zt zu uns auf das Bänkchen vor dem Laden gesellt. Sie bei­de selb­st gebe es über­haupt nicht „ohne Hut“, meinen sie auf meine Frage dies­bezüglich ein­hel­lig. „Das ist pure Gewöh­nungssache!“, meint Thomas. „Ich füh­le mich sog­ar nackt ohne Hut!“, gibt Pia zu, „und Thomas läuft gar zurück, um seine Kopf­be­deck­ung zu Hause zu holen, wenn er sie mal vergessen hat!“, schließt sie noch an. Bei­de müssen lachen.

ZAHLREICHE HUT- UND KAPPENMODELLE IM HUTLADEN DIEFENTHAL 1905

Nach­dem ich, während wir so plaud­ern, unzäh­lige Kun­den in und aus dem Laden kom­men sehe, wird meine Neugi­er groß, wir betreten nun endlich gemein­sam das Innere. Wun­der­schön edles Interieur strahlt mir ent­ge­gen, mit zahlre­ichen, ver­schiede­nen Hut- und Kap­pen­mod­ellen drapiert, durch liebevolle Acces­soires ergänzt. Im Zen­trum und Kassen­bere­ich ste­ht ein wun­der­schön­er Arbeit­stisch, der sofort meinen Blick anzieht. Thomas scheint meine Fasz­i­na­tion bemerkt zu haben: „An diesem Tisch hat bere­its Pias Opa gesessen und gear­beit­et, er ist ein orig­i­nal Mauser-Tisch, ein früh­es Mod­ell von Indus­trie-Mobil­iar und hat damals schon in seinem Show­room ges­tanden. Es war uns sofort klar, dass er hier einen zen­tralen Platz erhält.“

Sämtliche, den Tisch umgebende Lade­nausstat­tung hat Thomas selb­st ent­wor­fen und gebaut, er hat den tra­di­tionellen Stil aufge­grif­f­en, ihn zu einem großen Ganzen im Laden ergänzt und damit zugle­ich ins Hier und Jet­zt der heuti­gen Zeit gebracht.

Pia Diefen­thal

DER HUT BRINGT VIELE INTERESSANTE MENSCHEN IN DEN HUTLADEN DIEFENTHAL

Als ich meinen Blick endlich los­reißen kann, bemerke ich erst Leo Kuh­nen, den Store-Man­ag­er, der mich die ganze Zeit über sehr wohlwol­lend angelächelt hat und meine staunende Reak­tion über das wun­der­schöne Ladenin­nere bere­its zu ken­nen scheint, wie mir sein Schmun­zeln ver­rät. „Es ist wun­der­schön für mich in einem Team zu arbeit­en, wo das Herz für ein und dieselbe Sache schlägt“, beken­nt er spon­tan, woraufhin Pia und Thomas lachend zu ihm eilen und ihn stür­misch umar­men. Es liegt pure, ehrliche Her­zlichkeit im Raum.

Der Hut bringt viele inter­es­sante Men­schen in den Laden“, meint Leo zudem, „Promi­nente eingeschlossen!“. So seien beispiel­sweise Kud­del von den „Toten Hosen“ oder auch Julius Brinkmann, der Olympiasieger im Beachvol­ley­ball, zulet­zt im Laden gewe­sen. Aber egal, ob promi­nent oder nicht, alle verbinde schlicht dieselbe Lei­den­schaft, stellt er fest.

WIE ENTSTEHEN NEUE HUT-KREATIONEN FÜR DEN HUTLADEN?

Wie entste­hen neue Hut-Kreatio­nen, die solche Emo­tio­nen aus­lösen kön­nen?“, will ich wis­sen. „Ich träume manch­mal vor­ab von den neuen Hüten“, meint Pia lachend, „dann sehe ich sog­ar ganz konkrete For­men oder Far­ben vor mir, und wenn die Idee wirk­lich gut ist, vergesse ich sie auch nach dem Aufwachen nicht!“

WIEVIEL HÜTE BESITZT IHR SELBST?

Wieviel Hüte besitzt ihr selb­st?“, will ich weit­er erfahren. „Um die 25!“, ruft Leo sofort. Pia über­legt etwas zöger­lich­er. Könne sie nicht genau sagen, meint sie schließlich, sie pro­biere jeden­falls immer gerne die laufend­en Kollek­tio­nen aus und wech­sle daher eher häu­fig, auch um eigene Erfahrun­gen zum Tragekom­fort und zu Mate­ri­aleigen­schaften zu sam­meln, ergänzt sie noch. Thomas hinge­gen ist eher beständi­ger, bei ihm habe vor langer Zeit eine beson­dere, damals neu erwor­bene Jeans den Anfang gemacht, die er als Out­fit dann mit ein­er Kappe kom­plet­tiert habe von der er sich seit­dem nicht mehr tren­nen habe wollen. Oft sei eine Kappe bei Män­nern über­haupt das „Ein­steiger­mod­ell“, weil viele offen­bar recht ein­fach von ein­er gewöhn­lichen Base­cap so zur „echt­en Kopf­be­deck­ung“ wech­sel­ten.

WIR KÖNNTEN ENDLOS WEITERE HUTGEHEIMNISSE BERICHTEN

Wir kön­nten zum Beispiel erzählen, dass es span­nende Mate­ri­alien, wie Walk­wolle und ver­schiedene Stoffe gibt, dass ein edler Hut aus geschoren­em Hasen­haar ein beson­ders geeigneter Wärme­spe­ich­er ist, während ein Filzhut eher klas­sis­chen Regen­schutz bietet, dass die Hut­mod­elle alle eigene Namen als Beze­ich­nung aufweisen, so zum Beispiel „Ina“, nach ein­er Mitar­bei­t­erin benan­nt, dass bes­timmte Roh­ma­te­ri­alien, so manche Filzs­tumpen oder gewisse Far­ben schw­er zu beziehen sind und so weit­er und so fort.

HÜTE SIND IHR LEBEN

WE ARE CITY „zieht den Hut“ vor der sichtlich harten Arbeit, die einem in der Darstel­lung des Diefen­thal 1905-Teams allerd­ings eher wie ein erfül­len­des Hob­by vorkommt und alle Tag und Nacht beschäftige, weil es schlicht ihr Leben sei! Ein let­ztes Geheim­nis sei ver­rat­en: Wir haben uns von aller Lei­den­schaft ansteck­en lassen, sowohl Fotograf Flo­ri­an Yeh als auch Redak­teurin Stef­fi Kutsch haben nach Erstellen dieses Beitrags nicht ohne neuen, eige­nen Hut den Laden ver­lassen.

AUF EINEN BLICK

Hut­laden Diefen­thal 1905, Ket­ten­gasse 3, 50672 Köln
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