Oktopus auf Teller

Diese Serie erforscht die bunte Essen­skul­tur unser­er Stadt. Ob exo­tisch, deftig oder außergewöhn­lich: Kölns Gas­tronomie ist vielfältig und inter­es­sant. Zeit also, sich kuli­nar­isch auszu­to­ben! Heute gibt es einen Ein­blick in die peru­anis­che Küche.

Das Tiger­milch ist ein recht ver­steck­tes Restau­rant im Bel­gis­chen Vier­tel, das mit alter­na­tiv­er peru­anis­ch­er Küche wirbt. Was auf Street­food-Märk­ten begann, ist nun ein gemütlich­es und gle­ichzeit­ig mod­ernes Restau­rant, in dem man nicht nur leck­eren Pis­co (tra­di­tionellen peru­anis­chen Wein­brand) trinken und frisches Ceviche (peru­anis­ches Fis­chgericht) essen kann, son­dern noch so viel mehr. Wir freuen uns dieses Mal auf einen mod­er­nen südamerikanis­chen Abend und sind ges­pan­nt auf ganz neue Geschmack­ser­leb­nisse.

Wie ist euer erster Ein­druck?
Jill:
Dieses Restau­rant sieht inter­es­sant aus. Auch, weil es einen Eck­ein­gang hat. Es liegt in ein­er ruhi­gen Straße, deshalb fällt es nicht ganz so auf, aber wenn man reinge­ht, merkt man direkt: Hier ist was los. Denn im Ein­gangs­bere­ich ste­ht eine Bar und es gibt einen recht großen Essens­bere­ich.
Tina: Da möchte ich gern reinge­hen, ich möchte mehr sehen. Es wirkt gemütlich, trotz­dem auch stylisch und auf mich wirkt das Restau­rant auch auf eine bes­timmte Art und Weise entspan­nend.

Das haben wir gegessen und getrunk­en:  

Ceviche Clas­si­co 11,00€
Causa Veg­e­tar­i­ana 6,00€

Antic­u­chos Clas­si­co (Rinder­herzspieße) 7,00€
Lomo Salta­do (flam­bierte Rind­shüftwür­fel) 10,50€
Pulpo a la Plan­cha (gegrill­ter Okto­pus) 12,50€

 Yuca Fri­ta (frit­tierte Man­iokpommes) 4,00€
(Drei haus­gemachte Soßen nach Wahl)
Cro­que­tas de Quinoa (Quinoa-Zuc­chi­ni-Kroket­ten) 4,50€
(Drei haus­gemachte Soßen nach Wahl)

Huan­caina Soße
Avo­ca­do Mayo
Sal­sa Criol­la
Man­go Sal­sa
Mayo Mora­da
Ajoli Limon
Sal­sa de Roco­to

Pis­co Sour 7,50€
Viva con Agua 0,75 5,90€

Was ist euer kuli­nar­isches High­light und warum?
Tina:
Ich kann gar nicht nur ein Gericht in den Vorder­grund stellen, ich mag die Gesamtkom­po­si­tion der Karte. Du hast ein­mal kaltes Essen mit den Cevich­es, dann die Sparte ‚Warmes’ und ‚Knus­priges’. Mir hat Causa Veg­e­tar­i­ana sehr gut geschmeckt, aus Kartof­fel­stampf, Avo­ca­do, Rote Beete, Möhre und May­on­naise. Und das war auch wirk­lich schön angerichtet, wie ein kleines buntes Törtchen. Und das Ceviche, weil mein let­ztes Ceviche Erleb­nis nicht so toll war und ich jet­zt fest­gestellt habe, dass ich Ceviche doch sehr leck­er finde, wenn es denn frisch ist, wie hier. Die Yuca Fritas sind in dem Sinne kein Spe­cial, aber ich fand diese sehr gut frit­tiert. Und wir haben uns an die Rinder­herzspieße ran getraut und es nicht bereut.
Jill: Mein High­light war defin­i­tiv das Ceviche. Es war mein erstes Mal und ich hat­te das Gefühl, das es aus hochw­er­tigem Fisch war und es hat diesen unglaublich frischen säuer­lichen Geschmack. Auch die Kon­sis­tenz des rohen Adler­fischs war super, wobei ich auch nicht so auf rohen Fisch ste­he, aber dieser hat mich überzeugt. Und ich fand die veg­a­nen Quinoa-Zuc­chi­ni-Kroket­ten sehr leck­er. Mein Dip Favorit war die Avo­ca­do Mayo.

Was ist euch beson­ders im Gedächt­nis geblieben?
Jill:
Das peru­anis­che Nation­al­getränk Pis­co Sour, ein Brand aus der Traube. Der erin­nerte stark an den Whiskey Sour, ste­ht dem aber in nichts nach. Und mir sind die Stoff­servi­et­ten aufge­fall­en, die für mich einen bedeu­ten­den Nach­haltigkeit­sef­fekt haben.
Tina: Mir ist aufge­fall­en, dass diese typ­is­chen peru­anis­chen Muster der Kissenbezüge sich auch im Raum wiederfind­en lassen. Das gibt zum einen diese gemütliche Kom­po­nente, kom­biniert mit einem urban wirk­en­dem, hellen Raum. Im weitesten Sinne ist es der Peru­an­er für das jün­gere Pub­likum.

Wie ist das Preis-/Leitungsver­hält­nis?
Tina:
Es ist kein Restau­rant, wo man mal eben spon­tan reinge­ht, um nur satt zu wer­den. Man kann sich hier etwas gön­nen, noch einen Cock­tail bestellen und let­z­tendlich ist das Preis-/Leis­tungsver­hält­nis aus mein­er Sicht gerecht­fer­tigt, weil jedes Gericht aus vie­len ver­schiede­nen Zutat­en beste­ht und man die Hochw­er­tigkeit des Essens auch an der Präsen­ta­tion erken­nt. 
Jill: Man kann hier auf jeden Fall ein biss­chen mehr Geld aus­geben, weil man diese kleineren Por­tio­nen hat, – die mich an Mezze erin­nern – die die Möglichkeit zulassen mehrere Gerichte auszupro­bieren. Und es wird emp­fohlen, zwei/drei Gerichte zu bestellen. Aber auf­grund der Qual­ität des Essens finde ich den Preis gerecht­fer­tigt.

Mit wem würdest du hier essen gehen?
Tina:
Das Tiger­milch wirkt auf mich wie ein Restau­rant, das man mit ein­er gesel­li­gen Runde besucht, ein­er größeren Gruppe. Weil es viele kleine Por­tio­nen gibt und viele ver­schiedene Dips, die auch zum Teilen anre­gen und natür­lich in Verbindung mit der Bar ist das für mich schon ein sehr gesel­liges Restau­rant. Ich kann mir auch vorstellen zu einem bes­timmten Anlass, wie Geburt­stag, oder Jahrestag hier­hin zu gehen.
Jill: Dadurch, dass viele Tis­che im Raum ste­hen, geht es im Restau­rant selb­st eher laut zu. Daher finde ich auch, dass man in ein­er größeren Gruppe gut aufge­hoben ist. Aber ich finde auch, dass man gut zu einem Din­ner hinge­hen kann, weil das Restau­rant schon eine gewisse Ele­ganz besitzt.

ZWEI FRAGEN AN DIE GESCHÄFTSFÜHRERIN ANNA:

Wie ist eure Philoso­phie?
Anna:
Mein Vater ist Peru­an­er, daher hat es einen famil­iären Hin­ter­grund. Peru ist super vielfältig. In der Haupt­stadt Lima selb­st gibt super viele ver­schiedene sehr coole Gas­tronomiekonzepte. Und das ist es, was wir auch ein biss­chen zeigen wollen. Wenn man son­st hier in Köln zum Peru­an­er geht, ist das meist ganz tra­di­tionell, viel Reis, viel Bohnen, sehr schw­eres Essen… aber Peru hat noch viel mehr zu bieten. Wir mögen die tra­di­tionellen Peru­an­er hier in Köln, woll­ten aber selb­st was Mod­erneres, Vielfältigeres zeigen. Mit dem Klis­chee aufzuräu­men ist so ein biss­chen unsere Idee gewe­sen und unsere Philoso­phie, wenn man so möchte.

Warum der Name Tiger­milch?
Anna:
Tiger­milch ist die Über­set­zung von Leche de Tigre. Das ist die Mari­nade vom Ceviche, also der Sud aus der Limette und man sagt halt, das ist wie Tiger­milch, weil es das Kraft­spendende, das Aphro­disierende am Ceviche ist – ein biss­chen wie das Gelbe vom Ei. Aber Tiger­milch dann auch bewusst darum, weil es ein­fach und ein­prägsam ist. Es soll ja auch nah und per­sön­lich sein und nicht zu assozi­iert mit was ganz Abge­hoben­em. Der coole Tiger und der Tigerkopf als Logo dazu, macht uns sel­ber Spaß. 

AUF EINEN BLICK

Tiger­milch Pis­co Bar — Peru — Restau­rant
Brüs­sel­er Straße 12, Bel­gis­ches Vier­tel
Web­site

Öff­nungszeit­en

Mon­tag Ruhetag
So — Do 18:00–23:00 Uhr 
Fr – Sa 18:00–01:00 Uhr

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